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Netzhautablösung

Bei einer Netzhautablösung (Ablatio retinae, Amotio retinae) löst sich im Auge die innere Schicht der Netzhaut (Neuroretina) von dem darunter liegenden retinalen Pigmentepithel (Pars pigmentosa, RPE). Da dies die Nähr- und Sauerstoffversorgung der Neuroretina unterbricht, bedarf die Netzhautablösungen unbedingter und sofortiger augenärztlicher Behandlung. Die Erkrankung breitet sich in den meisten Fällen in Richtung des Sehzentrums (Makula) aus und kann innerhalb kürzester Zeit zu Erblindung führen.

Eine Netzhautablösung kann mit oder ohne Anzeichen einhergehen, oder sie zeigen sich erst wenn die Makula erreicht ist.

Nach der Schwere der Erkrankung sind folgende Symptome zu beachten:

Lichtblitze: Besteht noch eine Verbindung zwischen Netzhaut und Versorgungsschicht (unvollständige Netzhautablösung), entstehen auch bei geschlossenen Augen Lichtblitze im Sichtfeld.

Rußregen: Dabei treten plötzlich im Gesichtsfeld rote oder schwarze Flecken auf, die durch eine Einblutung in den Glaskörper entstehen. Dies ist ein Zeichen für eine fortgeschrittene (vollständige) Netzhautablösung.

Metamorphosie: Hier hat die Ablösung bereits die Makula erreicht. Die Umgebung wird dauerhaft verzerrt wahrgenommen. Diese Form gehört ebenfalls zur Kategorie der vollständigen Netzhautablösung.

Treten Krankheitszeichen auf, muss sofort gehandelt werden, um eine irreversible Ablösung zu verhindern mit fatalen Folgen für die Sehfähigkeit zu verhindern. Vorerkrankungen und Lebensweise können ebenfalls auf eine Netzhautablösung hinweisen.

Wir unterscheiden fünf Arten der Netzhautablösung, je nach Ursache:

  1. Rhegmatogene amotio retinae: Hier sammelt sich hinter der Neuroretina Flüssigkeit, die durch einen Riss eindringt und so die Ablösung verursacht.
  1. Seriöse amotio retinae: Auch hier führt eine Flüssigkeitsansammlung zur Abhebung der Netzhaut, die in diesem Fall auf eine Gefäßdysfunktion oder eine Entzündungsreaktion und somit eine Ödembildung zurückzuführen ist. Im Rahmen einer Morbus Coats Erkrankung kann diese Form auch angeboren sein.
  1. Traktive amotio retinae: Diese Form kann im Rahmen von verschiedenen Krankheiten entstehen, z. B. Diabetes mellitus, bei dem sich Bindegewebsmembranen bilden. Diese setzen sich auf die Netzhaut, ziehen sich zusammen und verursachen auf diese Weise eine zugbedingte Ablösung der Netzhaut.
  1. Tumorbedingte Amotio retinae: Hier drückt ein Tumor unter der Netzhaut gegen diese und verursacht dadurch die Ablösung von der Versorgungsschicht. Sie wird durch eine durch den Tumor ausgelöste Seriöse amitio retinae
  1. Druckwellenbedingte Amotia retinae: Die beim Gebrauch von Feuerwaffen in Richtung Augapfel gerichteten Druckwellen können ebenfalls zur erschütterungsbedingten punktuellen Netzhautablösung führen.

Die Therapieform bei einer Netzhautablösung ist meist eine Operation, deren genauer Ablauf von der Schwere der Erkrankung abhängig ist. Der Heilungsprozess kann danach einige Wochen bis Monate dauern.