Produkt: eyebizz  5/2019
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Pilotstudie aus London

Rotes Licht gegen nachlassende Sehkraft?

Regelmäßig für ein paar Minuten in rotes Licht schauen und damit die nachlassende Sehkraft im Alter verbessern? Klingt erst mal wie ein verspäteter Aprilscherz, ist aber das Ergebnis einer Pilotstudie des University College London, die Ende Juni veröffentlicht wurde. Diese „Licht-Dusche“ wirke der altersbedingter Ermüdung der Netzhaut entgegenwirken, hätten erste Tests an 24 Probanden mit roten LED-Taschenlampen ergeben.

Rotes Licht
Bild: Pixabay / geralt

Ab etwa 40 Jahren lässt die Sehkraft schleichend nach – durch den natürlichen Alterungsprozess der Netzhaut produzieren die Mitochondrien der Netzhautzellen immer weniger Energie in Form des Moleküls ATP. In hohem Alter erhielten die energiehungrigen Retinazellen demnach dadurch bis zu 70 Prozent weniger ATP.

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„Wenn man älter wird, lässt das Sehsystem signifikant nach“, erklärt Glen Jeffery vom University College London. „Die Sensitivität der Netzhaut und auch das Farbsehen werden schleichend unterminiert.“ Vor allem die Sehfähigkeit bei schummrigem Licht und die Wahrnehmung schwacher Farbkontraste verringerten sich durch diesen Alterseffekt.

Rotes Licht lädt Mitochondrien auf

Verblüffend simple Therapie: Rotes Licht trägt offenbar dazu bei, die im Alter geschwächten Mitochondrien in den Netzhautzellen mit Energie zu versorgen. Als Folge besserten sich Farbsehen und Sensitivität der Photorezeptoren wieder, wie die Forscher berichten.

Rotes Licht
Bild: Pixabay / Michael_Luenen

Versuche mit Fruchtfliegen und Mäusen hatten das schon vermuten lassen. Bestrahlten Jeffrey und sein Team die Augen der Mäuse mit rotem Licht von 670 Nanometern Wellenlänge, verbesserte dies die ATP-Produktion der Zellkraftwerke. Um herauszufinden, ob dies auch für Menschen gilt, wurde eine Pilotstudie durchgeführt.

Therapiemittel: Rote LED-Taschenlampe

In einer Pilotstudie am University College London wurden 24 augengesunde Männer und Frauen im Alter von 28 bis 72 Jahren getestet. Gründliche Sehtests vorab bei verschiedenen Beleuchtungen ermittelten die Leistung der Zapfen und Stäbchen in ihrer Netzhaut.

Kann eine solche LED-Taschenlampe mit rotem Licht von 670 Nanometer Wellenlänge dem Nachlassen der Sehleistung im Alter entgegenwirken? (© University College London)

Die Probanden sollten dann kleine LED-Taschenlampen mit rotem Licht der Wellenlänge 670 Nanometer täglich drei Minuten lang direkt vor jedes Auge halten, offen oder geschlossen. Das langwellige Licht dringe auch durch das Augenlid bis zur Netzhaut vor.

Verbesserungen nach nur zwei Wochen

Zwei Wochen später wurde die Sehfähigkeit der Probanden erneut getestet. Bei den Teilnehmern über 40 Jahren hätte sich die von den Zapfen geleistete Wahrnehmung von Farbkontrasten um bis zu 20 Prozent gebessert, wie Sehtests ergaben. Ebenso nahm die Sehfähigkeit bei Schummerlicht und damit die Leistung der Stäbchen bei den älteren Teilnehmern signifikant zu, wenn auch etwas weniger stark als das Farbsehen. Besonders ausgeprägt seien die Verbesserungen im blauen Farbspektrum gewesen, in dem die Sehfähigkeit im Alter besonders stark nachlässt.

„Unsere Studie zeigt, dass es möglich ist, die Sehfähigkeit bei älteren Personen schon durch kurze Behandlung mit bestimmten Wellenlängen zu verbessern“, so Jeffery. „Dies lädt das Energiesystem in den Retinazellen wieder auf – fast wie das Laden einer Batterie.“

Die Wirkung dieser Licht-Therapie müsse aber erst noch in einer Studie mit mehr Teilnehmern überprüft werden. Denn: Auch die richtige Licht-Dosierung sei wichtig.

 

Quelle: Scinexx

 

 

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