Nachhaltiges Brillendesign aus Österreich

Buch plus Jeans gleich Beans

Seit Mai 2016 ist das junge Brillenlabel Bean Spectacles am Markt. Mit der pfiffigen Idee, aus alten Büchern und kaputten Jeanshosen nachhaltige Brillen zu bauen, hat der Österreicher Florian Hermüller voll ins Schwarze getroffen. Der Jungdesigner ist begeisterter Handwerker und legt großen Wert auf eine umweltfreundliche und faire Herstellung.

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Foto: Bean Spectacles

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Beans ist ein Wortspiel aus den Wörtern Book, Jeans und Spectacles. Dahinter verbirgt sich aber weit mehr: Mit der Nutzung alter Bücher und kaputten Jeanshosen als Material will Brillendesigner Florian Hermüller auch ein Zeichen gegen Ressourcen-Verschwendung und wachsende Müllberge setzen. Seine Leidenschaft fürs Tüfteln und Handwerken kommt ihm dabei zugute.

Von klein auf ein Tüftler

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Florian Hermüller (Foto: Bean Spectacles)

Hermüllers Passion fürs Basteln begann, als er als kleiner Junge vom Kindergarten in die Volkschule wechselte. Schon damals war er begeistert vom Handwerken und wollte immer etwas bauen und basteln. „Ich kann mich noch gut an mehrere lustige Geschichten über meine früheren ,Erfindungen’ erinnern. Eines Sonntags, zum Beispiel, dachte ich, dass ich ein Motorrad bauen muss. Also nahm ich ein altes kaputtes Fahrrad und verschweißte es mit einem Motorrollerantrieb. Ich war gerade einmal acht Jahre, als ich das bewerkstelligt habe. Ich weiß, das ist verrückt, aber ich liebe es einfach, Sachen zu bauen.“

Der heute 25-Jährige besuchte mehrere technische Schulen und Universitäten und arbeitete unter anderem als Techniker. Über die Jahre eignete er sich so verschiedenste Fähigkeiten an und baute diese weiter aus, bis er 2014 Holzbrillen für sich entdeckte.

Nachhaltigkeit und Upcycling

Auf der Suche nach einem neuen Material kam er auf das Thema Upcycling. Beim Upcyclen verwendet man Materialien, die nicht mehr gebraucht werden, und fertigt daraus etwas Neues, Höherwertigeres.

Die Zunahme von alter kaputter Kleidung und stetig ausgemusterten Bücher brachten Hermüller auf die Idee, diese als Rohstoffe zu verwenden. „Beides kombiniert ergibt einen wahnsinnig stabilen und hochwertigen Werkstoff, der noch dazu etwas Gutes tut. Er reduziert mit jeder produzierten Brille den heranwachsenden Müllberg unserer Gesellschaft und schützt die Ressourcen unseres Planeten.“ Auch der verwendete Kleber ist umweltfreundlich und größtenteils aus Biomasse hergestellt.

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Foto: Bean Spectacles

Zusätzlich versucht das junge Unternehmen, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. Darum greift Bean Spectacles auf dünne Recycling-Kartons als Verpackung und zerschredderte Tageszeitungen als Verpackungsmaterial zurück. Des Weiteren verzichtet man auf gebleichtes Papier bzw. Karton und unnötigen Druck.

Die Herstellung der Fassungen von Hand in Österreich ist ihm ebenfalls ein besonderes Anliegen. Eine Produktion in Billiglohnländern kommt für Hermüller nicht in Frage.

Verglas- und anpassbar wie Kunststoff

Die Bean Spectacles sind wasserfest und haben auch sonst alle Eigenschaften einer herkömmlichen Kunststoffbrille. Sie sind ebenso leicht und können geringfügig angepasst werden. Durch die sehr stabile Bauweise ist die Beans individuell mit Sehstärke verglasbar.

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Fulminanter Start

Im Mai 2016 in Aschach an der Donau gegründet, verkauft das Brillenlabel mittlerweile seine Produkte auf der ganzen Welt. Die Rückmeldungen über soziale Medien war enorm positiv. Nach einem sieben-monatigen Entwicklungsprozess konnte am 3. Oktober offiziell das erste Sonnenbrillenmodell Luwak präsentiert werden.

Derzeit ist sind die Beans noch nicht erhältlich, voraussichtlicher Auslieferungstermin des Premierenmodells ist Ende Oktober. Geliefert werden die Modelle dann im handgenähten Brillenbeutel aus wiederverwertetem Jeansstoff.

Bean Spectacles

 

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Redaktion
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