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Intraokularlinse

Eine Intraokularlinse (IOL) ist eine künstliche Linse, die zusätzlich (phakische IOL) oder anstelle der natürlichen Augenlinse in das menschliche Auge implantiert wird (Pseudophakie). Sie besteht aus der zentralen optischen Linse, die für die optische Korrektur verantwortlich ist, und der Haptik, die für den Halt im Auge sorgt. Gründe für die Implantation einer IOL sind extreme Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie), das Fehlen der natürlichen Linse (Aphakie) oder ein Grauer Star (Katarakt).

Je nach Implantationsort unterscheiden sich Intraokularlinsen:

  1. Phakische IOL: Sie haben einen Durchmesser zwischen 4,5 und 6 mm und können aus hartem (PMMA) oder weichem Material (Silikon oder Acryl-Verbindungen) bestehen. Linse und Haptik unterscheiden sich dabei oft in ihrem Material. Die phakische IOL wird entweder zwischen Hornhaut und Iris oder zwischen Iris und Augenlinse implantiert. Durch einen kleinen Schnitt wird die gefaltete PIOL geschoben und platziert. Phakische IOL werden vor allem bei starker Fehlsichtigkeit eingesetzt.
  1. Intraokularlinse: Der allgemeine Begriff wird oft für eine IOL benutzt, die anstelle der natürlichen Augenlinse eingesetzt wird. Sie hat einen Durchmesser von 5 bis 7 mm und wird aus hartem (Polymethylmethacrylat) oder weichem, faltbarem Material (Silikon, Acryl, Hydrogel) gefertigt. Auch sie besteht aus der optischen Linse und der Haptik. Um sie einzusetzen wird die natürliche Linse mittels Ultraschallsonde zertrümmert und abgesaugt (Phakoemulsifikation). Über einen wenige Millimeter langen Schnitt wird die IOL gefaltet eingesetzt und anschließend im verbleibenden Kapselsack ausgeklappt. Die Operation wird vor allem bei Grauem Star (Katarakt) durchgeführt und stellt die häufigste Operation am Auge in Deutschland dar.

Beide IOL Arten können anhand ihrer optischen Eigenschaften weiter unterschieden werden:

  1. Asphärische IOL: Anders als die „herkömmliche“ sphärische IOL korrigiert die asphärische IOL das nach Kataraktoperationen häufig auftretende Problem mit dem Dämmerungs- und Kontrastsehen. Sie teilen sich wiederum in negativ und positiv korrigierende IOL, die jeweils bei extremer Myopie oder extremer Hyperopie (PIOL) bzw. Normalsichtigkeit (Emmetropie, IOL) verwendet werden.
  1. Torische IOL: Können eine bestehende mittlere bis schwere Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigieren.
  1. Multifokale IOL: Diese wird bei altersbedingter Weitsichtigkeit (Presbyopie) in Kombination mit Myopie eingesetzt und korrigiert damit das Sehen wie Gleitsichtgläser.
  1. Blaufilterlinsen: Diese filtern den Blaulichtanteil des in das Auge fallenden Lichts, das in Verdacht steht, Netzhautschäden auszulösen. Jede der oben genannten IOL kann mit diesem Filter versehen werden.

Ob eine Implantation einer (P)IOL durchgeführt wird, ist abhängig von der Schwere der Fehlsichtigkeit oder des Katarakts und liegt im Ermessen des Augenarztes nach detaillierter Untersuchung und Beratung.