Entwicklung der Lesegewohnheiten ausschlaggebend

Wie die Digitalisierung sich auf den Brillenmarkt auswirkt

Wenn Kunden noch vor fünfzehn Jahren beim Augenoptiker die Nachricht bekam, eine Brille zu brauchen, hat sich darüber nicht gerade gefreut. Auf ihn kamen entweder Kontaktlinsen zu oder er hat sich mit einer oder auch mehreren Brillen abgefunden. Brillen galten damals weder als schick und schienen auch keine anderen Vorteile zu haben. Sogar mit heute längst überholten Klischees musste oft noch gekämpft werden: Wer Brille trug, war ein Streber, Nerd oder eine Brillenschlange. Heute sind Brillen nicht nur Sehhilfen, sondern Accessoires, nicht selten sogar Fashion Statements. Wer keine braucht, trägt trotzdem eine, eben mit Fensterglas. Auch der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen verzeichnete in den Branchenberichten der letzten Jahre einen positiven Trend des Gesamtumsatzes.

Werden Brillen beliebter oder sehen wir schlechter?

Sicherlich sind Brillen kein notwendiges Übel mehr, das erkennt man auch an den unzähligen verschiedenen Modellen, die es im Angebot gibt und an den wechselnden Brillentrends. Doch der Bedarf ist nicht nur rein modisch bedingt, im Gegenteil. Auch die Zahl der Fehlsichtigen, besonders der Kurzsichtigen, ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Heute tragen mit 63,5 Prozent der Deutschen über 16 Jahre mehr als doppelt so viele eine Brille wie noch in den 50er-Jahren. In einer aktuellen Studie haben Forscher der Universität New South Wales die Prognose aufgestellt, dass bis 2050 die Hälfte der Menschheit kurzsichtig sein wird.

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Die Fehlsichtigkeit des 21. Jahrhunderts

Für dieses Phänomen gibt es eine relativ einfache Erklärung: Die Digitalisierung schadet unseren Augen. Vor allem wer bereits in jungen Jahren viel Naharbeit leistet, fördert damit die eigene Kurzsichtigkeit. Da das Auge sehr anpassungsfähig ist, gewöhnt es sich an vorwiegende Sehgewohnheiten – diese werden bei den 21-30-jährigen von bis zu sieben Stunden Zeit im Internet täglich geprägt. Das heißt in vielen Fällen, auf einen Bildschirm zu starren, der künstliches Licht ausstrahlt – auch dieses beeinflusst unsere Augen negativ, wie das Brien Holden Vision Institut und das Eye Research Institut in Singapur herausfanden.

Wie entsteht Kurzsichtigkeit? 

 Hochschulabsolventen besonders betroffen

Besonders spürbar ist diese Entwicklung zur Myopie in Industrieländern und in Bevölkerungsgruppen mit einem hohen Bildungsabschluss. Während unter den Hochschulabsolventen etwa 53 Prozent kurzsichtig sind, sind es bei Personen ohne Lehre oder Hochschulabschluss gerade mal 24 Prozent. Damit bestätigt sich interessanterweise das oft aufgegriffene Klischee des strebsamen Brillenträgers – doch die Erklärung ist naheliegend: Studierende, junge Arbeitnehmer und Gutverdiener leisten oft viel Nah- bzw. Bildschirmarbeit und das in einer frühen Lebensphase, in der sich das Auge noch entwickelt und besonders anpassungsfähig ist.

Anteil Kurzsichtiger in Europa nach Ausbildungsstatus – Eine Grafik von Mister Spex

Ein Ausblick auf den Brillenmarkt

Für Optiker ist das erstmal keine schlechte Nachricht, der Bedarf an Sehhilfen wird in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter zunehmen. Wichtig ist es, den Menschen Sehhilfen anzubieten, die sie in ihren neuen differenzierten Sehanforderungen unterstützen. Dazu tragen auch die Kampagnen der vergangenen Jahre bei, sei es die Arbeitsplatzbrille, die Brille mit UV-Schutz – nicht nur bei Sonne, Autofahrer Brille – oder Brillengläser, für entspanntes digitales Sehen, um nur einige zu nennen. Und auch die Digitalisierung selbst bringt Errungenschaften hervor, die Anwendung in der Ophthalmologie finden, wie etwa neue Netzhaut-Scan-Algorithmen. Dieser erkennt Auffälligkeiten im Auge, um mögliche Krankheiten früh diagnostizieren und ihnen vorbeugen zu können. Und natürlich kann auch jeder Kunde selbst etwas tun, um das Risiko für Kurzsichtigkeit zu minimieren. Der Online-Brillenhändler Mr. Spex hat neben weiteren Informationen zum Thema auch Tipps von Experten zum Erhalt der Augengesundheit zusammengestellt.

 

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