Gastkommentar von Lutz Jurkat

Wer seine eigene Digitalstrategie hat, ist klar im Vorteil

Digitalisierung

Wer durch die breiten Gänge der opti geschlendert ist und das ein oder andere Gespräch geführt hat, hat schnell erkannt, dass sich mittlerweile diverse Anbieter um das Thema „Digitalisierung der Augenoptiker“ kümmern.

Anzeige

Zeiss macht in „Customer Journey“, Essilor macht mit Brille24 in „Drive to Store“, Mister Spex macht schon länger in „Omnichannel“ mit mal mehr eigenen Stores und mal weniger Partneroptikern.

Auch wenn jeder das etwas anders nennt, läuft es doch immer auf das Gleiche heraus: Der leider existierenden Schwäche vieler Augenoptiker („Ich habe zwar eine gute Website – aber was zum Henker ist Native Advertising mit Plista?“) wird mit großer Bühne und viel vermeidlicher Kompetenz auf die Sprünge geholfen. Dass so mancher Hersteller dabei auch eigene Ziele  – zum Beispiel den Verkauf eines speziellen Produktes an die online gewonnenen Kunden  – verfolgt, liegt nahe und ist nicht verwerflich. Sind diese Angebote deshalb per se schlecht? Natürlich nicht. Und wenn das Produkt passt, kann man es auch sicher nutzen. Aber mal anders gefragt: Würden Sie sich von Ihrer lokalen Zeitung reinreden lassen, welche Brille Sie verkaufen dürfen – nur weil Sie dort eine Anzeige schalten?

Wer Kilian Wagner (Viu) beim Forum zugehört hat, lässt der Gedanke nicht los, dass an dem „Die Optikbranche wandelt sich gerade“-Gerücht, doch was dran sein könnte. Denn Viu denkt nicht in online oder offline – sondern hat seine Story gefunden, die sie einer bestimmten Zielgruppe über alle Kanäle erzählt.

Online-Aktionismus bringt es nicht

Leider verfallen dadurch viele Augenoptiker in einen fiebrigen Online-Aktionismus. Das ist durch Erfa-Gruppen ansteckend aber heilbar.

Die Therapie lautet: Zu allererst kommt die eigene Digitalstrategie. Denn sie bestimmt, welche Hersteller-Kooperation Sinn ergibt und welche nicht. Die eigene Digitalstrategie sollte sich nicht durch das technisch Machbare, sondern durch die eigene Story und zu definierenden Zielen ergeben. Ein Beispiel: Für ein Augenoptiker in einer kleineren Stadt, der sich als Optometrist weitergebildet hat, geht die Digitalstrategie ganz klar in die Vermarktung seiner Kompetenz. mit Online-Storys von Kunden, denen er mit seiner Expertise helfen konnte. Die Botschaft lautet: Selbst weite Wege lohnen sich. Dies hat also Einfluss auf die Motive/Texte der Online Kampagne, die Zielgruppen-Definition wie auch die Kanäle (spätestens jetzt lohnt es sich mal zu schauen was Native Advertising mit Plista ist).

Für einen Fashion-Optiker in der Großstadt kommen logischerweise völlig andere Botschaften (Marken, die keiner hat plus Storys zu den Marken), andere Zielgruppe und andere Kanäle wie Instagram in Frage.

Wie man jetzt seine eigene Story und die dafür passende Digitalstrategie findet? Damit kann man Monate verbringen oder nur ein Wochenende. In diese Sinne …

Lutz Jurkat, Experte für Marketing in der AugenoptikLutz Jurkat ist Inhaber von Spotleit, Hamburg und veranstaltet mit dem Digitalstrategen Dominic Scheppelmann und eyebizz am 21. und 22. März wieder einen Workshop unter dem sympathischen Titel „Digital Drill“. Seien Sie dabei! Mehr auf digitaldrill.de 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren