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Werbefachmann, Designer, Trendsetter: Robert La Roche gibt Antworten

Wie funktioniert Werbung?

Mit klassischen und extravaganten Brillenkollektionen hat der österreichische Designer und Werbefachmann Robert La Roche eine Weltmarke kosmopolitischer Prägung geschaffen. EYEBizz fragte ihn, wie Werbung für ein Produkt wie die Brille funktioniert? Im Gespräch mit dem Grandseigneur der Augenoptik stellte sich heraus: ganz einfach, sehr emotional und oft in Schwarz-Weiß.

Robert La Roche, 1938 in Wien geboren, hat nicht nur für viele Menschen den notwendigen Sehbehelf in ein gern getragenes Lieblingsstück verwandelt, das unverkennbare Understatement der „Lunettes Robert La Roche“ eroberte auch die internationale Mode- und Filmwelt. Hollywood-Stars wie Arnold Schwarzenegger, Kevin Costner oder Meryl Streep zählten ebenso zu den prominenten La Roche-Trägern wie die Künstler Yoko Ono und Andy Warhol.

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Anlässlich der großzügigen Schenkung von rund 500 Objekten aus La Roches persönlichem Firmenarchiv widmet das MAK (Museum für Angewandte Kunst, Wien) dem Designer noch bis zum 25. September die erste Ausstellung im musealen Kontext und zeichnet im MAK DESIGN LABOR seinen erfolgreichen Werdegang zum international gefeierten Brillen-Couturier nach.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über La Roches OEvre und seinen unkonventionellen Lebensweg vom Werbefachmann zum autodidaktischen Brillendesigner, der mit rund 1.200 persönlich entworfenen Modellen die internationalen Märkte eroberte. Viele seiner zwischen 1973 und 1999 kreierten Brillen zeichnen sich durch kräftige Farben und markante Designs aus, dennoch steht La Roche in erster Linie für zeitlose „Klassiker“, die heute wieder als Original-Vintage-Modelle gefragt sind. Der enorme Erfolg des Designlabels erklärt sich nicht zuletzt aus der besonderen Markenpflege, die auf einem Verständnis von Marketing und Design als gleichberechtigten produktformenden Komponenten beruht. Viele Kampagnen La Roches sind ähnlich legendär wie die Brillen selbst.

Entscheidend anders

La Roches Fassungen sind unter anderem durch ihre exquisite Farbigkeit so besonders. Die Darstellung dieser qualitativ hochwertigen Produkten erfolgt werblich in Schwarz-Weiß: Dieser „logische Bruch“ fällt sofort ins Auge. La Roches Erklärung einleuchtende Erklärung: „Ich bin von meinem Umfeld ausgegangen“, beschreibt er den Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Alle Welt trat in den 80er Jahren mit farbigen Anzeigen auf. La Roche setzte auf den Kontrapunkt: Bei den Schwarz-Weiß-Fotos seiner Kampagnen entsteht auch heute beim Betrachter eine Art „Film im Kopf“ – ein Muster, das in der Phantasie das elegante Produkt, den hochwertigen Markenauftritt vor dem geistigen Auge emotional aufwertet. Im Gespräch stockt der gebürtige Hugenotte etwas, bevor er die treffenden Worte findet: „Das Hirn des Betrachters interpretiert die Anzeige.“ La Roche will in seinen Kampagnen, die er mit seinen langjährigen Wegbegleitern Christian Satek und Andreas Berger, Creative Director und jetzt Partner von kratkys.net, ehemals Werbegrafiker für Robert la Roche bei der Agentur GGK, entworfen hat, keine „simple Abbildung der Fassung“, die er verkaufen möchte. Es geht vielmehr um das Gefühl, dass diese Brillenmarke nobel, begehrenswert und klassisch ist. Fotograf Gerhard Heller setzte seinerseits Akzente, um die Corporate Identity der La-Roche-Werbelinie zu prägen. So gelang es diesem eingeschworenen Team der Marke eine einmalige Aura und einen bis in die Gegenwart gültigen Mythos zu verleihen.

Aus werbepsychologischen Gründen wurde nie erwähnt, dass die Fassungen in verschiedenen Farbtönen zu erstehen sind. Bei der Entscheidung für den Schwarz-Weiß-Auftritt ging es zudem ganz profan darum, dass die Anzeigen einfach billiger waren.

Blick zurück nach vorn

Warum ist „Vintage“ gerade heute so gefragt? Dazu fallen la Roche gleich mehrere Gründe ein: „Die Sehnsucht nach Qualität, in einer Welt, in der zwar vieles perfekt ist, dafür aber auch steril.“ Außerdem nennt er die Sehnsucht nach Emotion in einer sonst „brutal hochentwickelten Welt“. Zahlreiche Original-Vintage-Modelle von La Roche – von mondän bis exzentrisch – sind während der Ausstellung im MAK Design Shop erhältlich.

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Design trifft auf Design: Robert La Roche beim gemeinsamen Spaziergang durch die Neue Sammlung der Pinakothek der Modernen in München. In so einem schnittigen Tatra 87 (nach dem Entwurf von Hans Ledwinkaist, 1937) ist der branchenbekannte Designer schon als kleiner Junge mit seinem Vater gefahren. Das Bild entstand anlässlich der Vorbereitungen zur opti 2017 auf Einladung der Messegesellschaft GHM Ende Juni `16. Foto: Christine Höckmann

 

Fragen am Rande an Robert La Roche:

Welche Brillen bringen Sie zum Lachen? Die Brillen der Inuit.

Welche Brillen bringen Sie zum Weinen? Die alten Kassenmodelle.

Neben welchem Prominenten möchten Sie während eines Langstreckenfluges sitzen? Neben Karl Lagerfeld.

Ihre Lieblingsstadt? Je nach dem, in welchem Land ich gerade bin: New York, Wien und Hamburg.

Ihr Lieblingsgebäude? Der Eifelturm.

Ihr Lieblingsmuseum? Das MOMA in New York.

Ihre schönsten Gedankenspiele? Den kreativen Prozess einleitend und die darauffolgende Explosion.

Kann man aus Fehlern lernen? Nur aus Fehlern!

Wieso macht es Spaß, andere zu beobachten? Weil man dabei viel über sich selbst erfährt.

Alle Bilder © Robert La Roche und Fotoquelle: www.mak.at

Autorin: Christine Höckmann

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