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Hybridoptiker SuperVista kämpft ums Image

Gleitsichtgläser Angebot bei Brillen.de

In den vergangenen zwei Monaten ist der Hybridoptiker SuperVista AG alias brillen.de in die Kritik geraten. Anlass ist die Neuregelung der Konditionen für die rund 600 Partneroptiker des Unternehmens mit Sitz in Wildau bei Berlin. Der Vorwurf: brillen.de greife in das Markenportfolio seiner Partner ein.

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In einem Anschreiben vom November 2017 hatte SuperVista seine Partneroptiker dazu aufgefordert, auch den Kunden, die nicht über brillen.de vermittelt werden, zu 20 Prozent hauseigene Steiner-Gläser zu verkaufen. Wenn nicht, erhalten sie weniger Marketingbudget als sonst. Pikant: Die Angeschriebenen sollten die Neuregelung innerhalb von drei Tagen unterzeichnen.

32 Millionen Euro Provision

Einen namentlich nicht genannten Partneroptiker brachte das besonders in Rage: „Sorry, brillen.de, Partnerschaft schreibt sich anders! Juristisch schrammt es ganz knapp an einer Erpressung vorbei.“ Bei SuperVista versteht man die Aufregung nicht, hieß es jetzt in einem Pressegespräch in Wildau. Den Vorstoß, den Verkauf der hauseigenen Glasmarke Steiner voranzubringen, begründete SuperVista-Vorstandsvorsitzender Matthias Kamppeter wie folgt: „Wir tun so viel für die Augenoptiker, sie können auch jetzt einmal für uns etwas tun. Schließlich haben wir den Profit immer an sie weitergegeben“.

Volker Grahl, ebenfalls im Vorstand, präsentierte dazu die Bilanz des vergangenen Jahres. Er verwies auf die hohen Marketingausgaben (17,5 Mio. Euro) und Provisionen in Höhe von 32 Mio. Euro, die man Partneroptikern 2017 ausgezahlt habe, das Jahr 2016 sei nicht profitabel gewesen. Einen Eingriff in die Produktpalette der Partneroptiker sieht Kamppeter indes nicht: „Wir wollen die Markenprodukte des traditionellen Augenoptikers nicht tangieren.“

Bekanntermaßen funktioniert das Geschäftsmodell bei brillen.de so (eyebizz berichtete in der 4/2016): Online werden die Kunden über die Wildauer akquiriert – stationär verkauft der Augenoptiker, der 50 Prozent des Nettopreises bekommt, die andere Hälfte geht an SuperVista.

Gleitsichtgläser zum Sensationspreis

Derzeit bietet brillen.de „neueste Gleitsichtgläser der Zukunft zum Sensationspreis von 299 Euro“ an, ein weiteres Mal als Teil einer hausinternen Gleitsichtstudie, von der aber nichts nach draußen dringt und die eben auch werbewirksam als „Marketing-Strategie“ benutzt wird. Das Angebot bewegt sich innerhalb eines ausgewählten, begrenzten Fassungssegments des Hauses. Vielen Augenoptiker gehe es schlecht, sagt Kamppeter, der vor der Gründung des Startup-Unternehmens 2012 gemeinsam mit seiner Frau ein Filialnetz von 20 Optiker-Fachgeschäften in Deutschland geleitet hat. Das Geschäftsmodell von brillen.de, so sagt er, helfe dem Augenoptiker. Genau deshalb findet er es falsch, wenn der ZVA dem Augenoptiker mit der Botschaft komme: „Lass mal den Fielmann machen! Und konzentriere dich auf die höherwertige Augenoptik.“

Beim ZVA hält man sich zurück

Beim ZVA hält man sich mit einer Einschätzung zurück: „Ob und inwieweit besagter Marktteilnehmer versucht, in die unternehmerische Autonomie seiner Vertragspartner einzugreifen, können wir nicht beurteilen. Sollte dem tatsächlich so sein, haben wir auch hier größtes Vertrauen in die Augenoptiker, die daraus für sie richtigen Schlüsse zu ziehen.“ Der ZVA sende „keine Botschaften“, sondern zeige Augenoptikern Möglichkeiten auf, sich am Markt erfolgreich zu positionieren. ||| JUEB

Kommentar von eyebizz Autor Dr. Jürgen Bräunlein: Der aktuelle Vorstoß von SuperVista, die hauseigene Glasmarke über die brillen.de Partnerschaft hinaus im Geschäft des Partneroptikers zu verankern, lässt aufhorchen. Dass Steiner, (laut Unternehmen) „eine Brillenglaslinie im Premiumsegment“, die schon eingeführten Markenprodukte des traditionellen Augenoptikers nicht tangiert, scheint unrealistisch. Ungelöst bleibt zudem weiterhin das Grunddilemma der hybriden Kooperation: Kann ein Geschäftsmodell auf Dauer glaubwürdig und erfolgreich sein, wenn auf der einen Seite Kunden (über brillen.de) Gleitsichtbrillen zum „Sensationspreis“ angeboten, auf der anderen Seite aber Gleitsichtbrillen im üblichen Preissegment verkauft werden. 

 

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eyebizz 4.2016: SuperVista – der Hybrid-Optiker

 

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Auch ich bin derselben Meinung. Ich bin inzwischen maßlos enttäuscht von Brillen.de (Rechnungssteller). Denn ein zweimaliger Besuch bei einem ortsansässigen Optiker (2 mal wurden die Gleitsichtgläser neu angemessen und geschliffen) verursachten diese nur Schwierigkeiten bis hin zu Schwindelgefühlen. Meine Versuche per E-Mail bei Brillen.de mein Geld zurück zubekommen wurden durch die „Kunden-Service-Abteilung abgeblockt. Ich habe also bei Brillen.de Geld für unbrauchbare Gläser bezahlt und habe meine alten Gläser wieder im Brillen-Gestell einsetzen lassen müssen. Zum Glück hatte ich meine alten Brillengläser noch nicht entsorgt und das Gestellt behalten. Der Optiker zuckte bei meiner Reklamation nur die Schultern.
    Auf meine Bitte an Brillen.de, mir einem Lösungsweg vorzuschlagen wurde nicht eingegangen, bzw. wurde einfach ignoriert.
    Die unglaubliche Argumentation von Brillen.de: Individualgläser sind von der Rückgabe ausgeschlossen. Ich fühle mich abgezockt.
    Herr Kamppeter wir also einen weiteren Beschwerdebrief erhalten.

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  2. hallo liebe Interessenten, ich bin der Meinung, HÄNDE WEG VON DIESEM UNTERNEHMEN, fallt nicht, wie ich, auf deren Zusagen herein. Mir wurde im Juni 2017 eine Gleitsichtbrille verkauft, und ich wurde überredet doch die Brillen FLAT in Anspruch zu nehmen. Ich würde dann im Falle, dass sich meine Sehstärke ändern würde, eine neue Brille zu den gleichen Konditionen KOSTENFREI bekommen. Lediglich die Laufzeit der FLAT Zahlungen würde sich entsprechend verlängern. ALLES LÜGE!!! jetzt im September 2018 hat sich die Sehkraft meines linken Auges sehr verschlechtert, und der angeblich so günstige FLAT Fall würde eintreten. Nichts von dem versprochenen ist RICHTIG!! ich muss einen neuen Vertrag abschließen und dann letztendlich beide Verträge bezahlen. Daraufhin habe ich ab Anfang September diesen Jahres versucht zu erfahren, wieviel von der Endsumme dieser Flat noch aussteht, um diese Summe in einer Zahlung zu begleichen. Ich bin nicht bereit weiterhin mit solch einem dubiosen Unternehmen Verträge zu schließen. Leider ist bei Brillen.de seit Anfang September, trotz mehrerer Anrufe, Mails und Beschwerdebriefe niemand in der Lage mir die noch ausstehende Endsumme mitzuteilen. Auch mein Beschwerdebrief an Herrn Kamppeter wurde inter nicht weiter geleitet. Als Kunde ist man bei diesem Unternehmen verraten und verkauft im übelsten Sinn.

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