Mit dem 1. Januar 2019 tritt das neue Verpackungsgesetz in Kraft, das auch Handwerksbetriebe. Damit wird die derzeit noch geltende Verpackungsverordnung abgelöst. Und es gibt einige Details zu beachten – auch für Augenoptiker.
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Die neue Verpackungs-Regelung soll zu umweltfreundlicheren Verpackungen führen sowie die Recyclingquoten und damit die Wiederverwertung vor allem von Kunststoffabfall erhöhen. Besonders in Deutschland, wo schon viel recycelt wird, fällt leider auch sehr viel Verpackungsabfall an: 2016 waren es pro Kopf rund 220 kg. Zum Vergleich: EU-weit waren es im Durchschnitt 167 kg.
Damit die Entsorgungskosten auch gerecht auf die „Verursacher“, in diesem Fall die sogenannten Erstinverkehrbringer von Verkaufsverpackungen (an den privaten Endverbraucher), müssen sich Betriebe unabhängig von der Unternehmensgröße beim Verpackungsregister LUCID registrieren . Also zusätzlich zur Meldung beim bisherigen dualen System erfolgt noch der Eintrag beim Verpackungsregister. Ausgenommen von dieser Regelung sind Mehrweg- und sogenannte Service-Verpackungen.
Was Augenoptiker beachten müssen
Dr. Bettina Sunderdiek, Leitung Kommunikation und Presse bei der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister, erläutert auf eyebizz-Anfrage, worauf Augenoptiker schauen sollten, anhand von drei beispielhaften Themenbereichen:
Beispiel 1: Verwendung und Herausgabe von Tragetaschen Plastiktüten, Papiertüten oder Stoffbeutel
Tragetaschen sind bereits seit 1993 systembeteiligungspflichtig, dies gilt unabhängig vom Material. Da es sich um eine Serviceverpackung handelt, können die Systembeteiligungspflicht und alle weiteren Pflichten nach dem Verpackungsgesetz auf eine Vorstufe delegiert werden. Hier gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr. Der Handel hat eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet, die darauf hinausläuft, Tragetaschen grundsätzlich zu vermeiden. Gerade bei kleinen Gegenständen ist davon auszugehen, dass der Käufer diese auch in mitgebrachten Taschen sehr gut und sicher unterbringen kann.
Beispiel 2: Verwendung der Aufbewahrungs-Behälter von Kontaktlinsen über Nacht, Behandlung von Brillenetuis
Die Brillenetuis sind grundsätzlich als Verpackung einzuordnen, da diese mit Ware befüllt abgegeben werden. Die Brillenetuis, die ohne Ware (Brille) verkauft werden, gelten hingegen nicht als Verpackung. Die Kontaktlinsen-Döschen sind für die Nutzung des Pflegemittels bzw. der Aufbewahrungsfunktion auch eher als Verpackung einzustufen. Es ist mit einem Antrag ab dem Januar 2019 bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister möglich, die Einstufung des konkreten Gegenstands zu ermitteln.
Beispiel 3: Wiederverwendung von Verpackungsmaterialien
Verpackungen, die gewerbsmäßig tätige Unternehmen im Rahmen ihrer Lieferungen als Transportverpackungen oder als Bestandteile von Transportverpackungen erhalten haben, sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht an einem (dualen) System beteiligt gewesen, da für Transportverpackungen gem. § 15 VerpackG andere Pflichten gelten. Im Fall der aus ökologischen Sicht erfreulichen und sinnvollen Wiederverwendung wird dieses im Rahmen der Belieferung erhaltene „Transport-Verpackungsmaterial“ im Zuge der Versendung von Waren an Kunden zu Verkaufs-Verpackungsmaterial.
Diese Verpackungen sind somit an einem (dualen) System zu beteiligen, da sie erstmalig als Verkaufsverpackung vom Augenoptiker befüllt werden. Entsprechend sind alle weiteren Pflichten des Verpackungsgesetzes zu erfüllen, wie die Notwendigkeit zur Registrierung im Verpackungsregister LUCID und der Abgabe von Datenmeldungen. Für Versandverpackungen gibt der Augenoptiker als Markenname den Namen seines Handelsgeschäftes an.