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Vorläufige Zahlen zum 30. Juni

Fielmann: Trotz Umsatzplus schlechtere Aussichten

Das erste Halbjahr war geprägt von der anhaltenden Pandemie sowie den Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine. In diesem herausfordernden Umfeld zeigen die Hochrechnungen der Fielmann-Gruppe zwar ein starkes Umsatzwachstum, doch auch die Kosten sind gestiegen – der Optikkonzern aktualisiert deshalb seine Prognose für das Geschäftsjahr 2022.

Problematisches Marktumfeld

Im Laufe des ersten Halbjahres habe die andauernde Coronavirus-Pandemie in den meisten der Fielmann-Märkte zu anhaltenden Einschränkungen, Rekordwerten im Krankenstand unter den Beschäftigten und einer niedrigen Kundenfrequenz geführt, insbesondere in Deutschland und Österreich.

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Um den besonderen Einsatz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Niederlassungen zu würdigen, erhöhte Fielmann in mehreren Märkten die Gehälter. Dies führte im ersten Halbjahr zu einem zusätzlichen Personalaufwand von rund 22 Mio. Euro.

Zusätzliche Kosten, die die Rentabilität belasteten, waren verstärkte Marketingaktivitäten und eine Solidaritätsinitiative für Geflüchtete aus der Ukraine, die sich insgesamt mit 11 Mio. Euro auswirkten. Den 269 ukrainischen Mitarbeitern hatte die Fielmann-Gruppe eine Arbeitsplatzgarantie ausgesprochen. Für alle ukrainischen Geflüchteten führten Fielmann und Zeiss außerdem eine dreimonatige Solidaritätsaktion durch: Mehr als 80.000 Ukrainer hatten in Fielmann-Niederlassungen eine individuell angepasste Brille zum Nulltarif erhalten.

Obwohl das Geschäft in der Ukraine im ersten Halbjahr monatlich Umsatzeinbußen von bis zu 90 % verzeichnete, erhielten die in der Ukraine verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin die volle Auszahlung ihrer Gehälter. Zum 30. Juni 2022 haben 35 der 36 ukrainischen Niederlassungen bereits wieder geöffnet, viele von ihnen erreichten laut Fielmann bereits wieder das Geschäftsniveau von vor der Krise.

Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr

„2019 haben wir unsere Vision 2025 verkündet, die auf unserer kundenorientierten Unternehmens-Philosophie aufbaut und ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von +5 % durch die Digitalisierung und Internationalisierung unseres Familienunternehmens anstrebt. Die Fielmann-Gruppe hat dieses Ziel seit 2019 erreicht – trotz Coronavirus-Pandemie und Krieg“, so der Vorstand.

Gemäß der jüngsten Prognose wird der vorläufige Außenumsatz inklusive Mehrwertsteuer und Bestandsveränderungen im ersten Halbjahr 2022 rund 989 Mio. Euro betragen (+8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum), der Konzernumsatz rund 851 Mio. Euro (Vorjahr: 789,6 Mio. Euro).

Im zweiten Quartal wird der Außenumsatz nach aktuellen Schätzungen auf 505 Mio. Euro (Vorjahr: 474,9 Mio. Euro) und der Konzernumsatz auf rund 437 Mio. Euro (Vorjahr: 407,7 Mio. Euro) steigen. Von April bis Juni wird das Ergebnis vor Steuern etwa 39 Mio. Euro (Vorjahr: 54,2 Mio. Euro) betragen.

Niedrigere Margen bei Fielmann

„Während dieses Umsatzwachstum im Einklang mit unserer Vision 2025 steht, war unsere Kostenstruktur im Jahr 2022 auf ein dynamischeres Wachstum ausgelegt. Dadurch wurde unsere Profitabilität überproportional belastet: Für das erste Halbjahr 2022 erwarten wir ein Ergebnis von rund 89 Mio. Euro (Vorjahr: 96 Mio. Euro). Dies entspricht einer EBT-Marge von 10,4 %.“

Bei Korrektionsbrillen und Hörsystemen verzeichnete man im ersten Halbjahr jeweils ein starkes einstelliges Wachstum, während Sonnenbrillen und Kontaktlinsen von der Entwicklung der Omnichannel-Plattform profitierten und im Vergleich zum Vorjahr jeweils um deutlich mehr als 20 % wuchsen. Da Kontaktlinsen und Sonnenbrillen jedoch niedrigere Margen aufweisen, wirkte sich der veränderte Produktmix mit rund 13 Mio. Euro negativ auf den Rohertrag der Gruppe aus.

Marc Fielmann, CEO der Fielmann-Gruppe: „Dank unserer hervorragenden Leistungen für unsere Kunden und unserer überlegenen Omnichannel-Plattform erzielen wir in einem instabilen Umfeld ein starkes Wachstum. Besonders erfreulich sind unsere Fortschritte im E-Commerce: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 steigerte die Fielmann-Gruppe die Zahl der europaweit versendeten Pakete auf mehr als 640.000, das sind +31 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr.“

Ausblick

Der Vorstand der Fielmann-Gruppe betrachte das aktuelle Marktumfeld mit Sorge. Die fortwährende Coronavirus-Pandemie, der andauernde Krieg in der Ukraine, das anhaltend hohe Inflationsniveau und steigende Zinsen belasteten das Konsumklima, treiben die Kosteninflation. „In diesem Umfeld erwarten wir für das Gesamtjahr eine Entwicklung, die dem in unserem Geschäftsbericht kommunizierten, pessimistischen Szenario entspricht. Wir aktualisieren unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2022 auf einen Außenumsatz von rund 2 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,94 Mrd. Euro), einen Konzernumsatz von etwa 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,68 Mrd. Euro) und ein EBT von 190 Mio. Euro (Vorjahr: 209,7 Mio. Euro).“

Um die starke Umsatzentwicklung fortzusetzen und die EBT-Marge gemäß der Vision 2025 auf mindestens 16 % zu steigern, ergreift der Vorstand der Fielmann-Gruppe Maßnahmen. „Auf unserer Hauptversammlung am 14. Juli 2022 werden wir über unsere strategischen Initiativen berichten, die unsere Profitabilität kurz- und mittelfristig steigern werden.“

 

Quelle: Fielmann AG

 

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