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Teil 4 der Serie mit Wolfgang Sebold

Erfolg im Beruf: Was Glaubenssätze bewirken

Exklusiv mit eyebizz konzipierte der Branchenkenner Wolfgang Sebold eine Serie von Beiträgen, die Impulse für einen erfolgreichen Unternehmensauftritt geben. In Teil 4 und Schluss der Serie geht es um Glaubenssätze. Sebold hält sie für ausschlaggebend für beruflichen Erfolg. Erstaunlich: Glaubenssätze sind nicht in Stein gemeißelt. Sie lassen sich zum Positiven verändern. [13653]

Positive Glaubenssätze im Unternehmen und Beruf
Den Schalter umlegen und positive Glaubenssätze für mehr Erfolg im Beruf formulieren (Bild: Pixabay / Gerd Altmann)

Kennen Sie das? Ihr Tag war vollgepackt mit Arbeit. Sie haben viel geschafft, sind eigentlich körperlich und geistig ziemlich am Ende. Aber trotzdem frustriert? Eigentlich könnten Sie Erfolge verbuchen, doch Sie sind unzufrieden.

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Genauso erging es Wolfgang Sebold selbst, gibt er im Gespräch offen zu. Seine To-do-Listen waren früher endlos, immer kamen neue Aspekte hinzu. Es lag an den Glaubenssätzen seiner Familie: Du musst hart arbeiten, nur dann bist Du der bessere Mensch, nur dann stellt sich Erfolg ein! So in etwa hieß es in seinem Elternhaus, alle schufteten rund um die Uhr. Sebold lacht heute darüber.

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind tief in unserem Denken verankerte Einstellungen. Diese Sätze werden in unserer Kindheit manifestiert, erläutert der Unternehmensberater und bezieht sich dabei unter anderem auf die Management-Erfolgsbücher von Stephen R. Covey. Glaubenssätze beeinflussen, wie wir die eigene Umwelt bewerten. Auch Convey beschreibt das Phänomen: Viele Menschen haben zwar Erfolg im Beruf, doch sie haben dafür ihr persönliches Leben geopfert.

Wolfgang Sebold und die Erfolgsformel für Unternehmer - in der neuen Serie bei eyebizz
Wolfgang Sebold

Es geht tatsächlich auch anders. Denn Erziehung und Umwelt beeinflussen unsere Einstellungen – letztlich bleibt es aber unsere eigene bewusste Entscheidung, wie wir unser Leben gestalten. Um diese Freiheit zu erreichen, ist es jedoch notwendig, das eigene Denken zu hinterfragen, sich seiner individuellen Glaubenssätze bewusst zu werden.

Genau dies hat Sebold getan, seitdem führt er nur noch „Erfolgslisten“. Er stellt Prioritäten auf: Was ist am aussichtsreichsten für den nächsten Erfolg? Sein zentraler Glaubenssatz fürs Berufliche: Ich konzentriere mich auf die wichtigen Dinge und trenne mich von den Unwichtigen.

Glaubenssätze aus dem Berufsalltag

Bekannte, wenig hilfreiche, ja negative Glaubenssätze aus der augenoptischen Branche sind:

  • Ich darf nur in dem Bereich beraten, den der Kunde anspricht. Verkaufen ist nichts Gutes. Beraten ist besser als verkaufen.
  • Der Kunde will nur eine Brille, keine zusätzlich Sportbrille, keine Sonnenbrille, keine Brille fürs Büro, schon gar keine Kontaktlinsen.
  • Meine Kunden wollen Geld sparen.
  • Für Dienstleistungen geben meine Kunden kein Geld aus.
  • Kontaktlinsen sind verlorene Zeit. Letztlich kauft der Kunde im Internet.

Sebold: „Hier schützen sich Augenoptikerinnen und Augenoptiker, um gemocht zu werden, letztlich ein Relikt aus der Kindheit.“ Es geht um Schutzstrategien des inneren Kinds, das geliebt werden will und nach Anerkennung lechzt. Viele haben sich auch in der Pubertät schwächer gefühlt, unterlegen, wenig attraktiv. Da wird man vorsichtig, will nicht anecken. Augenoptiker mit solchen verinnerlichten Glaubenssätzen verkaufen nur eine Brille, nichts mehr. So werden die negativen Glaubenssätze täglich bestätigt.“

Es geht anders

Die genannten Glaubenssätze lassen sich positiv umformulieren:

  • Ich verbessere durch mein Verkaufskönnen das Leben meiner Kunden, indem sie in verschiedenen Lebensbereichen optimal sehen.
  • Meine Kunden erleben in allen Situationen bestmögliches Sehen.
  • Ich möchte, dass meine Kunden lieber bei mir Geld für gutes Sehen ausgeben als für Unwichtiges.
  • Wenn ich den Mehrwert meiner Dienstleistung kommuniziere, investieren meine Kunden gern.
  • Wenn ich meinen Kunden mit Kontaktlinsen überzeuge, habe ich glückliche Kunden, die mit bestem Service dauerhaft an mein Unternehmen gebunden werden.

Glaubenssätze wirken wie eine Art Betriebssystem, durch das die Welt wahrgenommen wird. Positiv umprogrammiert werden nun Zusatzbrillen für Sonne, Bildschirm oder ergänzend Kontaktlinsen für den Sport erfolgreich verkauft.

Das funktioniert?

Probieren Sie es aus! Letztlich, so Sebold, bestimmen drei Grundbedürfnisse das Handeln des Menschen: Bindung zu Menschen, Anerkennung und Autonomie. Letzteres ist ein entscheidendes Moment. Denn negative Glaubenssätze führen immer wieder zu Konflikten. Gesetzt den Fall, der Geselle erlebt einen inneren Groll, weil der Chef bestimmte Handlungen in der Werkstatt immer nach Schema F erledigt haben will. Der Geselle reagiert zunächst nach außen nicht. Wird das Projekt aber letztlich nur unwillig ausführen. Sein Gedanke: Der Chef ist blöd. Sein unbewusst wirkender Glaubenssatz: Ich muss meinem Chef (früher war es der Vater) gehorchen, sonst wird mir die Anerkennung, die Liebe verwehrt.


„Wir sind weder ein Produkt der Natur noch unserer Erziehung, sondern unserer Entscheidungen.“ (Stephen R. Coney)


Wenn er sich aber die Freiheit nimmt, nicht nach seinem althergebrachten Glaubenssatz zu handeln, nachzufragen, warum die Zangen so und nicht anders aufgehängt werden sollen. Dann setzt der Wandel ein. Kommunikation findet statt, das Verhältnis wird offener. Der Geselle tritt aus der Opferrolle. Er ist der Situation nicht mehr ausgeliefert, sondern gewinnt Handlungsspielraum und damit Selbstbewusstsein.

Paradigmen nachhaltig wechseln

Voraussetzung für den Paradigmenwechsel ist ein Dreierschritt: Zunächst muss man sich den Glaubenssatz bewusst machen. Als nächstes sollte man sich in das Gegenüber hineinversetzen. Was denkt der Chef oder die Chefin? Was wollen sie? Und zum Dritten: Was würde man einer anderen Person raten, die beide Positionen betrachtet? Dann kann ein neuer Glaubenssatz notiert werden: Ich frage nach, wenn mir eine Anweisung unangenehm ist oder ich mich bevormundet fühle.

Sebold selbst hat eine Kladde mit guten Glaubenssätzen. So wächst sein Repertoire für eine positive Lebenseinstellung. Eine Haltung, die nicht nur im beruflichen Sektor wirkt, verspricht er, sondern auch privat. Natürlich rutscht man immer wieder einmal in alte Gewohnheiten. Der wichtigste Schritt ist die Selbstkontrolle. Alle persönlichen Glaubenssätze sollten aufgeschrieben werden. Sebold schließt das Gespräch mit einem Zitat des Philosophen C.G. Jung: „Nur was wir uns bewusst machen, können wir verändern. Alles andere ist Schicksal.“

// CH

 


Wolfgang Sebold

  • staatl. gepr. Augenoptiker seit 1984
  • Ciba Vision bis 1988
  • Leitung eines Kontaktlinsenstudios bis 1990
  • Amon und Sebold 1990-2012
  • ab 2008 der Umsatzverstärker: Training und Coaching, zertifizierter BDVT und TEMP-Methoden, Trainer und Coach.
  • seit 2019 Pank + Sebold Consulting: Begleitendes Business Coaching für Augenoptiker, www.optikconsulting.de

 

Beitrag aus der eyebizz 6.2020

 

Serie mit Wolfgang Sebold

Teil 1: Die Erfolgsformel (eyebizz 2.2020)

Teil 2: Was die erfolgreichsten Augenoptiker anders machen?  (eyebizz 3.2020)

Teil 3: Wie sich erfolgreich positionieren?  (eyebizz 4/5.2020)

Teil 4 (Schluss): Was Glaubenssätze bewirken

 

 

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