Die CBM auf den Philippinen

Wenn Armut Blindheit bedeutet – und weitere Armut

45 Jahre währt sie bereits, die Zusammenarbeit zwischen der Christoffel-Blindenmission (CBM) und ihrem Partner EHFI auf den Philippinen. Während dieser Zeit konnten die Organisationen gemeinsam vielen Menschen zu einem besseren Leben verhelfen. Wie der 74-jährigen blinden Milagros mit beidseitigem Grauen Star, die nach einer Augen-OP wieder sehen kann. Grauer Star ist eine der häufigsten Ursachen für vermeidbare Blindheit in Entwicklungsländern.

CBM - Auf den Philippinen gibt es viele Slums
Milagros konnte nicht verhindern, dass sie fast vollständig erblindete. Ihre Familie ist arm, lebt in einem Slum (Bild: CBM)

Armut erschwert Zugang zu medizinischer Versorgung

Denn etwa sieben von zehn Philippinern besuchen während ihres gesamten Lebens niemals einen Arzt. Das hat viele Gründe: Die meisten Menschen können sich einen Arztbesuch einfach nicht leisten. Knapp 22 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze, acht Prozent gelten sogar als extrem arm (zum Vergleich: In Deutschland gilt niemand als extrem arm).

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Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte der Einwohner in abgeschiedenen ländlichen Gegenden lebt und der Weg zum nächsten Arzt oder Krankenhaus zu weit ist.

Zu wenig Augenärzte

Die meisten Ärzte praktizieren in der Metropolregion rund um die Hauptstadt Manila oder in einem der wenigen anderen Ballungszentren des Inselstaats. Auf den ganzen Philippinen gibt es ohnehin nur 1.600 Augenärzte und viele von ihnen führen keine Operationen durch.

Vermeidbare Blindheit

Ein Schwerpunkt der CBM-Arbeit in den Philippinen liegt daher auf der augenmedizinischen Versorgung. Die CBM und ihr Partner „Eye hEAR Foundation, Inc.“ (EHFI) kümmern sich insbesondere um Patienten mit Grauem Star. Dieser ist eine der häufigsten Ursachen für vermeidbare Blindheit in Entwicklungsländern.

CBM - Dr Eusebio entfernt Milagros Augenverband
Nach der Augen-OP vom Grauen Star entfernt Dr. Maria Cristina Infante Eusebio (links) den Augenverband bei Milagros (Bild: CBM)

Hinzu kommt: Die Philippinen gelten als drittgefährlichster Ort der Welt! Jedes Jahr fegen allein 20 Wirbelstürme über die Inseln hinweg. Insgesamt ist das Land eines derjenigen, das am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist. Hier sind sogenannte verletzliche Personengruppen, wie zum Beispiel Menschen mit Behinderungen, besonders betroffen: Häufig bleiben sie bei Plänen zur nationalen Katastrophenvorsorge bzw. in akuten Katastrophensituationen unberücksichtigt.

„Ich will sehen können!”“

„Ich habe Angst, alleine zu laufen. Ich kann nichts sehen und könnte hinfallen und mir etwas brechen.“ Die 74-jährige Milagros aus den Philippinen ist seit acht Jahren fast blind. Sie hat Grauen Star, kann nur noch wenig Licht wahrnehmen. Geld für eine Operation hat sie nicht. Doch eines Tages ändert sich ihr Leben komplett.

Traurig blickt die 74-jährige Milagros von den Philippinen ihrer Zukunft entgegen. Bereits seit acht Jahren hat sie Grauen Star, kann nur noch hell und dunkel wahrnehmen. „Früher arbeitete ich als Wäscherin“, erzählt sie. Das Geld war sehr wichtig für ihre Familie. Jetzt aber kann sie ihre Familie nicht mehr unterstützen.

Milagros konnte nicht verhindern, dass sie fast vollständig erblindete. Ihre Familie ist arm, lebt in einem Slum. „Ich habe keine Geld für die Operation“, sagt sie traurig.

Doch eines Tages erfährt Milagros von einem öffentlichen Augen-Screening, das der CBM-Partner „Eye hEAR Foundation, Inc.“ für arme Menschen anbietet. Sofort gehen Milagros und ihre Tochter Melanie hin. Die Helfer diagnostizieren beidseitigen Grauen Star. Sofort wird sie für eine kostenfreie Operation ins Krankenhaus überwiesen.

Vor der Operation sagt sie, dass sie nur einen Wunsch hat: „Ich will sehen können!“ Nachdem der Verband entfernt ist, blinzelt Milagros ins Licht: „Ich kann meine Tochter sehen“, ruft sie überglücklich. Auch Dr. Maria Cristina Infante Eusebio ist zufrieden mit dem Zustand von Milagros Augen.

CBM - Milagros nach OP - keine Blindheit mehr
Nachdem der Verband entfernt ist, blinzelt Milagros ins Licht: „Ich kann meine Tochter sehen“, ruft sie überglücklich (Bild: CBM)

 

Quelle: CBM

 

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