Zukunft Augenoptik – Kommunikation

Sehtest-App: Augen-Kontrolle in Eigenregie

Vor kurzem wurde sie vorgestellt: eine kostenlose App zur Früherkennung von Fehlsichtigkeit und Augen-Erkrankungen. Entwickelt wurde sie vom Berliner Startup LooC, mit der Unterstützung von Augenärzten. Innovative Technologie und ein nutzerfreundliches Design sollen die Verwendung besonders attraktiv machen.

LooC Sehtest-App zur Augen-Kontrolle
Sehtest-App zur Augen-Kontrolle (Bild: LooC)

Wer die App von LooC benutzen möchte, kann vier Augen-Funktions-Tests auf seinem Smartphone durchführen: Nahsicht, Fernsicht, Farben-Sehen und den Amsler-Test, mit dem sich Funktionen der zentralen Netzhaut und die Makula testen lassen. Bevor der Nutzer zu den Tests gelangt, misst er mit der App den Augen-Abstand und die Position der Iris.

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Wird eine Sehschwäche entdeckt, kann der Betroffene deren zeitlichen Verlauf in Eigenregie kontrollieren. Er zeichnet problematische Sichtareale mit seinem Finger ein. Regelmäßig wiederholte Tests können visuell verglichen werden.

Was die App leisten soll: Nicht nur Sehschwächen früher zu erkennen, sondern auch Krankheiten mit funktioneller und morphologischer Auswirkungen, wie sie z. B. durch eine Makuladegeneration, ein Glaukom oder Katarakt ausgelöst werden.

Augen- und Sehvorsorge mit Spaß und Intuition

Entwickelt wurde die App von Programmierer Konrad Feiler und Kommunikationsdesigner Sven Neitzel, den Berliner Gründern der LooC GmbH aus Berlin. Sie legen Wert darauf, dass ihre App, die für iOS-Geräte optimiert ist, weder die Refraktion beim Augenoptiker noch den Besuch beim Augenarzt überflüssig macht. Sie sei, so sagen sie, nicht dazu geeignet, die Stärke einer eventuell notwendigen Korrektur zu messen, sie unterstütze aber den Besuch beim Augenarzt oder Augenoptiker. Doch die App ist so konzipiert, dass sie mit der gleichen Genauigkeit funktionieren soll wie vergleichbare Tests beim Augenarzt.

„Wir möchten dazu beitragen, die Sehkraft von vielen Menschen durch Früherkennung zu erhalten. Denn viele Menschen stellen erst bei einer Refraktion fest, dass sie fehlsichtig sind. Wir haben die App deshalb bewusst sehr einfach gehalten, mit bester Technologie, dass es eben auch intuitiv funktioniert und Spaß macht.“ Die App, die mit augenärztlicher Unterstützung entwickelt wurde, soll dabei auch im Praxiskontext hilfreich sein: „Wenn jemand eine Augenkrankheit hat, kann er die App auch weiterhin benutzen und mehr Check-ups machen als sonst beim Augenarzt. Er kann also schneller auf etwaige Veränderungen reagieren.“

Die neuen Märkte im Visier

Derzeit arbeiten Feiler und Neitzel an einer Weiterentwicklung der App, mit der man dann auch das Gesicht einscannen kann. Die Funktion befindet sich noch in der Beta-Phase. Grundsätzlich können sich die Macher verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Augenoptikern vorstellen. Sie sind bereits im Gespräch mit verschiedenen Kooperationspartnern.

In ihrem Fokus steht aber noch etwas anderes: „In Afrika oder auch Asien ist die ärztliche Versorgung vielfach nicht gut, da kann unsere App zur Früherkennung von Fehlsichtigkeit und Augen-Krankheiten sehr gute Dienste leisten, insbesondere in Asien, wo Smartphones extrem weit verbreitet sind. Das ist also eine Vision von uns: in diese Märkte reinzugehen.“

// JUEB

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