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US-Studie zur Rot-Grün-Schwäche

Bessere Wahrnehmung für Farbenblinde – auch ohne Brille

Farbenblinde - Farbenspiel
Farbenblinde bzw. Farbfehlsichtige können dieses Farbenspiel nicht so erfassen (Bild: Pexels / Magda Ehlers)

Brillengläser können von Farbenblindheit, genauer von einer Farbfehlsichtigkeit Betroffenen helfen, ihre Rot-Grün-Schwäche zu kompensieren, so lange sie getragen werden. In den USA wurden Gläser für Farbenblinde getestet, die den Effekt, Farben besser erkennen und unterscheiden zu können, auch nach dem Absetzen der Brille für eine gewisse Zeit erhalten.

Möglich machen sollen das spezielle Spektralkerbfilter in den Gläsern, entwickelt vom UC Davis Eye Center in den USA in Zusammenarbeit mit dem ISERM Stem Cell and Brain Research Institute in Frankreich. Im Rahmen einer Studie (doi: 10.1016/j.cub.2020.05.054) zur Wirksamkeit der Brille für Menschen mit einer Farbfehlsichtigkeit wie der Rot-Grün-Schwäche sollten Testpersonen die neue Brille zwei Wochen lang tragen. Die Forscher hofften, dass sich die chromatischen Reaktionen der Probanden verbessern würden, indem die Spezialfilter den Abstand zwischen den Farbkanälen vergrößern und somit Farben deutlicher, klarer und lebendiger wahrnehmbar sind.

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Anhaltender Effekt für Farbenblinde?

Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt; eine Gruppe erhielt die richtige Brille mit Spektralkerbfiltern, die andere nur Placebo-Brille. In einem Tagebuch sollten sie ihr subjektives Farbempfinden festhalten. Zudem testeten die Forscher an Tag zwei, vier und elf die Farbwahrnehmung der Testpersonen ohne Brille. Die Forscher konnten dabei feststellen, dass die neue Brille für Farbenblinde tatsächlich die körperliche Reaktion auf die chromatische Kontrastreaktion erhöhte. Unklar sei jedoch noch, wie lange dieser Effekt anhalte.

„Die erweiterte Verwendung dieser Brille erhöht die chromatische Reaktion bei Patienten mit anomaler Trichromie (Rot-Grün-Sehschwäche)“, wird John S. Werner, Professor für Augenheilkunde am UC Davis Eye Center, im Fachmagazin Current Biology zitiert. „Wir haben festgestellt, dass eine anhaltende Verwendung über zwei Wochen nicht nur zu einer erhöhten chromatischen Kontrastreaktion führte, sondern dass diese Verbesserungen auch bei Tests ohne Filter bestehen blieben, wodurch eine adaptive visuelle Reaktion gezeigt wurde.“

Mit bisherigen Brillen für Farbenblinde mit Breitbandfiltern könne der anhaltende Effekt nicht erreicht werden. Die Studienergebnisse deuteten laut der Forscher darauf hin, „dass Modifikationen von Photorezeptorsignalen ein plastisches postrezeptorales Substrat im menschlichen Gehirn aktivieren, welches möglicherweise für die visuelle Rehabilitation genutzt werden kann“.

 

Quelle: UC Davis Eye Center

 

Der Begriff Farbenblindheit ist oft irreführend, da umgangssprachlich die Rot-Grün-Sehschwäche als Farbenblindheit bezeichnet wird. Bei dieser Erkrankung handelt es sich jedoch lediglich um eine Farbenfehlsichtigkeit (Farbenanomalie), die bei ca. 5 % der Bevölkerung (überwiegend Männern) vorliegt. Ermittelt wird diese mittels der Ishihara-Farbtafeln, entwickelt und später benannt nach dem japanischen Augenarzt Shinobu Ishihara, der diesen Test 1917 erstmals beschrieb.

Die Farbenblindheit, Achromatopsie oder Achromasie ist eine seltene, in vielen Fällen erbliche Störung der Farbwahrnehmung, bei der keine Farben, sondern nur Kontraste (hell-dunkel) wahrgenommen werden können. Bei der okulären (oder angeborenen) Achromatopsie ist die Störung des Sehens in der Netzhaut, mithin im Auge, lokalisiert. Bei der cerebralen (oder erworbenen) Achromatopsie liegt eine neurologische Störung der Farbwahrnehmung vor. (Quelle: Wikipedia)

 

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Das ist sehr interessant, da wir doch gerade gestern einen jungen Mann im Geschäft hatten, der Hilfe sucht mit seiner Rot/Grün -Schwäche . Kann man diese Gläser schon erhalten und wenn ja wo und zu welchem Preis? Und wie sehen sie aus?

    B. Werner

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