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Millionen Betroffene bleiben unsichtbar

Studie: Mängel bei der Darstellung von Hörverlust

Jeder zehnte Bundesbürger nimmt an sich selbst eine geminderte Hörfähigkeit wahr und immer mehr nutzen moderne Hörgeräte. Doch in den Medien seien Nutzer von Hörsystemen ein großer blinder Fleck, sagt eine aktuelle Studie im Auftrag des Herstellers GN Hearing (Münster).

Studie zur Medienpräsenz YouGov Menschen mit Hörverlust (GN Hearing New Norm)
Entstigmatisierung von Menschen mit Hörverlust durch zeitgemäße Bilder sei dringend nötig, sagt eine Studie (Foto: GN Hearing)

Wie präsent sind diese Menschen in der öffentlichen Wahrnehmung und entspricht ihre Darstellung der Wirklichkeit? Die Studie belege: Viele Befragte erinnerten sich nicht, außerhalb von Berichten, die sich explizit mit Hörverlust befassen, jemals einen Menschen mit Hörgerät in Medien gesehen zu haben. Zudem beklage die Mehrheit der Betroffenen oft unrealistische Darstellungen; wichtige Aspekte ihres Lebens würden falsch wiedergegeben. Dies alles stärke die Stigmatisierung technischer Hörhilfen.

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Der Hörsystem-Hersteller GN will das ändern und erweitert das Bildmaterial der Kampagne „The New Norm“. Zum Start der Kampagne beauftragte GN das Meinungsforschungs-Institut YouGov mit einer Umfrage in mehreren großen Industrieländern. Aus ihr gehe hervor, dass sich ein Großteil der gut hörenden Bevölkerung und ebenso Menschen mit Hörverlust nicht daran erinnern, Personen mit Hörgeräten in Beiträgen großer Medien gesehen zu haben – es sei denn, ein Beitrag behandelte explizit das Thema Hörverlust. Bis zu 55 Prozent der Befragten konnten keinen einzigen anderen Medienbeitrag des vergangenen Jahres nennen, in dem jemand Hörgeräte oder Cochlea-Implantate trug.

Studie: Veraltete Bilder und klischeehafte Darstellungen

Weiterhin konstatiere die Studie eine oft unrealistische Darstellung von Menschen mit Hörverlust: Rund drei Viertel der Betroffenen gab an, dass die Medien wichtige Aspekte ihres Lebens falsch wiedergeben, indem sie Menschen mit Hörverlust etwa zumeist als älter, gebrechlich oder abhängig darstellen. Rund ein Viertel aller Befragten mit Hörverlust meinte, dass diese Darstellungen selten oder gar nicht glaubwürdig seien; dass sie sehr oft glaubwürdig sind, meinte hingegen nur jeder Zehnte. Einig waren sich viele Befragte darin, dass die unglaubwürdigen Darstellungen auch das Verhalten beeinflussen: Betroffenen falle es dadurch schwerer, den eigenen Hörverlust zu erkennen und sich Hilfe zu suchen.

„Diese eklatanten Mängel beobachten wir weltweit und auch in der deutschen Medienlandschaft“, so Sebastian Rosendahl, Marketing-Manager DACH für GN Hearing. „Völlig veraltetes Bildmaterial, klischeehafte Darstellungen und eine generelle Unsichtbarkeit in den Medien sind keine Kleinigkeit. Sie können Einstellungen zum Thema Hörsystem prägen. Und sie können Menschen davon abhalten, sich frühzeitig Hilfe zu suchen, wenn das eigene Gehör nachlässt.“

 

Die YouGov-Studie wurde im Auftrag von GN durch YouGov, einen Anbieter für nationale repräsentative Online-Umfragen, in Australien, Großbritannien und den USA durchgeführt. Die Befragung untersuchte die Darstellung von Hörverlust in den Medien sowie die Häufigkeit von Hörsystem-Nutzung in Fernsehen, Filmen und Werbung.

Untersucht wurde ebenfalls, welche Rolle Medien für die Wahrnehmung von Hörverlust spielen und wie Mediennutzer Menschen mit Hörverlust wahrnehmen. Die Online-Befragung erfolgte zwischen 30. Januar und 4. Februar 2026. Erhoben wurden national repräsentative Stichproben von Menschen ab 18 Jahren. AU: n=1.014 (darunter n=312 mit Hörverlust), GB: n=1.023 (darunter n=324 mit Hörverlust), USA: n=1.016 (darunter n=319 mit Hörverlust).

 

Quelle: GN Hearing