Die Kontaktlinse ist in Deutschland seit jeher ein kontroverses Thema. Für einige Augenoptikerinnen und Augenoptiker geht es nicht ohne, für die anderen ist es wenig präsent. Auch auf der opti beklagten die Kontaktlinsen-Hersteller jedes Jahr fehlende Präsenz. Um das zu ändern, schlossen sich mit Tomorrow Vision wie bereits im letzten Jahr auch im Januar 2026 einige der führenden Hersteller zusammen, um die Kontaktlinse als relevanten Bestandteil moderner Sehversorgung in den Fokus zu stellen.
Das abwechslungsreiche Programm zog Zuschauer an, die opti-Besucher hatten aber auf der Fläche von Tomorrow Vision in den Pausen auch die Möglichkeit, selbst ein paar Körbe zu werfen. (Foto: opti / GHM)
Das gemeinsame Leitthema in diesem Jahr: Kontaktlinsen und Sport. Ein Thema, das alle Anbieter verbindet, weil es hersteller- und produktunabhängig Relevanz besitzt. Von Enduro über Basketball bis hin zu Cheerleading, die Bühne wurde zum Schauplatz sportlicher Aktivitäten. Die interviewten Sportler betonten natürlich allesamt, wie wichtig die Kontaktlinse zum Ausüben ihres Sports sei: denn sie bringe Flexibilität, Freiheit und Sicherheit.
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Das abwechslungsreiche Programm zog Zuschauer an, und die Messebesucher hatten außerdem in den Pausen die Möglichkeit, selbst ein paar Körbe am aufgebauten Basketballkorb zu werfen. Die Kontaktlinsenhersteller betonten, dass dies nochmals eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr darstellte, da die Fläche über alle drei Messetage hinweg aktiv genutzt wurde.
Hier zeigt sich, was man mit Zusammenarbeit erreichen kann, oder wie Cathleen Kabashi (Director opti) es zusammenfasst: „Tomorrow Vision hat auf der opti 2025 und 2026 eindrucksvoll gezeigt, welche Power und welches Potenzial entsteht, wenn führende Kontaktlinsen-Hersteller die Zukunft ihres Marktes gemeinsam denken. Die Kontaktlinse wurde als Innovations- und Wachstumstreiber sichtbar und zwar richtig cool und unterhaltend. Ich freue mich einfach riesig, denn Tomorrow Vision transportiert damit auf der opti genau diesen gemeinsamen Blick nach vorn und verankert ihn so in der Branche – mit großen Show- und Spaßfaktor.“
Sport als Türöffner für Kontaktlinsen
Sport verbindet, kaum ein Thema ist generationsübergreifend so relevant. Vom Kind im Vereinssport über ambitionierte Freizeitsportler bis hin zum Profisport kämpfen alle mit ähnlichen Herausforderungen, wenn es um gutes Sehen geht. Egal, ob ein eingeschränktes Sichtfeld, beschlagene Brillengläser oder Druckstellen, die Grenzen einer Brille werden insbesondere beim Sport schnell sichtbar. Und gutes Sehen ist dann besonders entscheidend, wenn es schnell, dynamisch und unvorhersehbar wird.
Kontaktlinsen bieten hier einen nicht zu diskutierenden Vorteil. Sie schränken weniger ein und ermöglichen mehr Freiheit beim Sehen. Genau deshalb eignet sich Sport hervorragend, um mithilfe der Kontaktlinse den Beratungshorizont im Fachgeschäft zu erweitern.
Marcel Michitsch kennt den Nutzen seiner Kontaktlinsen und hat auch eine belastbare Meinung dazu. Solche Gäste lädt man sich gerne ein, erst recht wenn sie die hauseigenen Kontaktlinsen tragen. (Foto: Wöhlk)
Vor allem weiche Tages-Kontaktlinsen bieten sowohl Augenoptikern als auch Sportlerinnen einen unkomplizierten Einstieg. Für anspruchsvolle Sportbedingungen mit viel Schmutz, Wind oder langen Belastungszeiten können Orthokeratologie-Kontaktlinsen ein echter Gamechanger sein. Sie eröffnen ein hohes Maß an Freiheit, da während der Sportausübung weder Verlustrisiken noch Einschränkungen des Tragekomforts bestehen. Myope Kinder profitieren durch spezielle optische Designs von den Vorteilen einer Kontaktlinse und gleichzeitig vom positiven Einfluss auf die Myopie-Entwicklung. Das breite Portfolio der Hersteller sowie moderne Materialien lassen heute kaum noch Wünsche in der Kontaktlinsen-Versorgung offen.
Praxisbeispiel aus dem Leistungssport
Was diese Vorteile konkret in der Praxis bedeuten können, zeigt ein Beispiel aus dem Leistungssport. Wir haben uns auf der opti mit Enduro-Motorradfahrer Marcel Michitsch unterhalten, der bei Wöhlk zu Gast war und Ortho-K-Linsen aus Schönkirchen nutzt. Der 39-jährige Sportler hat mit uns Auszüge aus seiner ganz persönlichen Kontaktlinsen-Reise geteilt.
eyebizz: Herr Michitsch, warum ist gutes Sehen besonders in Ihrem Sport so entscheidend?
MARCEL MICHITSCH: Beim Endurofahren haben wir es oft mit schlechten Kontrasten und Sichtverhältnissen zu tun. Da ist das Erkennen von Details entscheidend. Wenn das Sehen nicht passt, wird es schnell gefährlich, für mich und auch für andere.
Sie sind lange mit einer Brille gefahren. Welche Einschränkungen gab es?
Ich musste die Brille immer unter einem Helm und einer Schutzbrille tragen. Das bedeutet ein eingeschränktes Sichtfeld. Durch Schweiß und Schmutz war die Brille zudem oft beschlagen, und ich musste fast wie blind fahren. Bei Fahrzeiten von mehreren Stunden ist das ein echtes Sicherheitsproblem.
Warum waren weiche Kontaktlinsen denn für Sie keine Dauerlösung?
„Durch Schweiß und Schmutz war die Brille oft beschlagen, und ich musste fast wie blind fahren. Bei Fahrzeiten von mehreren Stunden ist das ein echtes Sicherheitsproblem“, erklärt der Endurofahrer und Kontaktlinsen-Träger Marcel Michitsch. (Foto: Marcel Michitsch)
Tageskontaktlinsen haben grundsätzlich funktioniert und waren bereits eine Erleichterung. Allerdings habe ich beim Fahren öfter eine Kontaktlinse verloren. Mit nur einer Kontaktlinse traten dann oft Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme auf. Wenn man noch mehrere Stunden Fahrzeit vor sich hat, fühlt es sich direkt unsicherer an. Und natürlich kann man dann auch nicht die maximale Leistung erbringen.
Seit knapp vier Jahren tragen Sie Orthokeratologie-Kontaktlinsen. Was hat sich dadurch für Sie verändert?
Ich habe dadurch ein neues Maß an Freiheit erfahren. Ich sehe tagsüber ohne Hilfsmittel. Egal bei welcher Aktivität, ich mache mir keine Gedanken mehr um Schmutz oder den Verlust meiner Kontaktlinsen. Das beste Hilfsmittel ist eigentlich gar kein Hilfsmittel – und Orthokeratologie kommt dem sehr nahe.
Was bedeutet das für Ihren Alltag?
Beruflich teste ich Fahrzeuge. Früher war die Brille ständig im Weg und dadurch oft verschmutzt und verbogen. Heute denke ich nicht mehr über mein Sehen nach, es funktioniert einfach.
Und welche Bedeutung hat das für die Ausübung Ihres Sports?
Eine sehr große. Ich weiß gar nicht, ob ich noch Lust hätte, meinen Sport in dieser Art auszuüben, wenn ich keine Kontaktlinsen mehr tragen könnte. Selbst im Urlaub und bei anderen Sportarten wie Schnorcheln oder Snowboarden möchte ich dieses Sehgefühl nicht mehr missen.
Dabei hat es zunächst in Sachen Beratung gehapert, wie Sie bei opti erzählt haben?
Ich hätte mir gewünscht, alle Optionen angeboten zu bekommen. Als ich durch eigene Recherche von Orthokeratologie erfahren habe, konnte ich kaum glauben, wie lange es diese Möglichkeit schon gibt. Selbst die Tages-Kontaktlinsen habe ich nur durch Eigeninitiative erhalten. Von meinem Augenoptiker wurde ich nie aktiv darauf angesprochen.
Und hat sich durch die Kontaktlinsen die Beziehung zu Ihrem Augenoptiker verändert?
Auf jeden Fall. Als ich noch Brille getragen habe, habe ich auch öfter das Fachgeschäft gewechselt. Für meine Kontaktlinsen nehme ich heute sogar eine Stunde Hin- und Rückfahrt zu meinem Anpasser in Kauf. Der kennt mich und meine Augen am besten.
(Mehr zu Marcel auf Instagram unter one_legged_racer)
Wer auf die Initiative der Kunden und Kundinnen baut, vergibt Chancen
Das Gespräch mit Marcel Michitsch, der ja nicht zufällig zur opti eingeladen wurde, aber auch Gespräche mit anderen Sportlerinnen und Sportlern zeigen, dass das Potenzial von Kontaktlinsen nach wie vor nicht ausgeschöpft wird. Wer auf die Initiative der Kunden und Kundinnen baut, vergibt Chancen in einem attraktiven und zukunftsfähigen Versorgungsbereich. Schon die einfache Frage nach sportlicher Aktivität kann Gespräche über Kontaktlinsen eröffnen. Wer Kontaktlinsen wertungsfrei und selbstverständlich in die Beratung integriert, kann die Kundenzufriedenheit und -bindung nachhaltig stärken. Gerade beim Thema Kontaktlinsen ist Vertrauen und Kontinuität entscheidend für den langfristigen Erfolg.
Tomorrow Vision hat gezeigt, welches Potenzial entsteht, wenn die Branche gemeinsam agiert. Sport ist dabei mehr als ein Trendthema. Es ist ein Mehrwert für Sicherheit und Lebensqualität.
Für Augenoptikerinnen und Augenoptiker bedeutet das: Kontaktlinsen gehören nicht an den Rand der Beratung, sondern in deren Mitte. Wer das Thema heute aktiv und selbstverständlich anbietet, schafft Relevanz für seine Kundschaft, das Fachgeschäft und die gesamte Branche.