Kunden-Tipps für Hygiene und Tragezeiten

9 Don’ts für Kontaktlinsenträger

Der prozentuale Anteil der Kontaktlinsenträger in Deutschland bleibt weiterhin niedrig, trotz innovativer Produkte und guter Beratung. Woran liegt’s dann also? Hier gibt es neun wichtige Tipps für Ihre Kontaktlinsenkunden, was man als Linsenträger tunlichst lassen sollte.

Vor kurzem hat die Organisation Euromcontact ihren Bericht “A Comparison of European Soft Contact Lens and Lens Care Markets in 2016” vorgelegt, in dem sie die Zahlen von elf Ländern analysiert hat. Der Markt der weichen Kontaktlinsen hat demnach um 4,8 Prozent zugelegt; während die Tageslinsen um 9,5 Prozent zulegten, sei der Anteil der Wochen-, Zwei-Wochen- und Monatslinsen um 0,14 Prozent gesunken und der der konventionellen Weichlinsen um 8,5 Prozent.

Generell fänden sich in Schweden prozentual die meisten Kontaktlinsenträger (15,2 Prozent), vor Dänemark (13,1 Prozent) und Norwegen (11,1 Prozent). Deutschland liegt mit Spanien am Ende des Rankings mit einem Anteil von jeweils 4,1 Prozent.

Über die Vorteile von Kontaktlinsen braucht man wohl nicht lange zu diskutieren: Man kann seine Fehlsichtigkeit fast perfekt kaschieren, kann Brillen endlich mal just for fun – zum Sonnenschutz oder beim Sport – tragen, ohne gleich alle mit Dioptrien versehen zu müssen, genießt ein uneingeschränktes Blickfeld und kann sich insgesamt „freier und ungebundener“ fühlen. Da sollte man doch meinen, dass angesichts solcher Hammer-Pluspunkte so ein paar Spielregeln zum Umgang mit den Kontaktlinsen kein Problem sein dürften. Aber weit gefehlt, womit wir schon beim vermutlich größten Manko der Linsen wären: dem Träger selbst bzw. seiner laxen Einstellung bei Hygiene und Tragezeiten der „Haftschalen“.

Was man nie tun sollte, wenn man Kontaktlinsen trägt

Immer wieder finden sich Tipps in den Medien, was man als Kontaktlinsenträger beachten muss:

  1. Vor dem Essen Hände waschen nicht vergessen. Genau, und vor dem Berühren von Kontaktlinsen und/oder Auge auch nicht. Die Hände gut abtrocknen und am beste noch mal mit Reinigungsflüssigkeit zusätzlich abspülen. noch Damit verhindert man nämlich das Übertragen von Keimen und Bakterien, die dann durch minimale Verletzungen der Augenoberfläche Entzündungen und Infektionen von Horn- und Bindehaut verursachen können. Wie gefährlich das werden kann, dazu später mehr.
  2. Sofern man keine Ein-Tages-Linsen nutzt, muss man die Kontaktlinsen täglich und gründlich reinigen – und auch die Reinigungsflüssigkeit sollte regelmäßig ausgewechselt werden. Tut man dies nicht, können sich auch in dieser Lösung Bakterien ansammeln. Außerdem leidet die Sehschärfe durch Ablagerungen auf der Linse und die Sauerstoffdurchlässigkeit nimmt ab, was der Hornhaut auch nicht gut tut.
  3. Dauertragen der Linsen: Auch wenn die Materialien immer besser werden und man heutzutage Kontaktlinsen sicher länger tragen kann als früher, sollte man es nicht übertreiben und der Hornhaut Erholungszeit gönnen. Eine Unterversorgung mit Sauerstoff und mit Tränenflüssigkeit kann nämlich zu weiteren Problemen, wie zum Beispiel dem Sicca-Syndrom, führen.
  4. Bei Juckreiz die Augen reiben: Dadurch kann die feine Quernetzung der in der Hornhaut parallel liegenden Fasern gelöst werden und eine weiche und instabile Hornhaut entstehen, die wiederum zu verstärkter Kurzsichtigkeit, irregulärer Hornhautverkrümmung oder reduzierter Sehschärfe führen.
  5. Kontaktlinsen mit der Zunge abschlecken! Kaum zu glauben, dass es wirklich Linsenträger gibt, die so etwas machen . . . Ähh ja, im Mund tummeln sich sehr viele Bakterien, die wiederum aufs Auge gebracht für schlimme Infektionen sorgen können (siehe Punkt 1).
  6. Bei Augen-Irritationen Linsen tragen: Es hat einen Grund, warum ein Auge gerötet ist, tränt oder juckt. Bevor die Ursache nicht geklärt ist, sollten Kontaktlinsen Pause haben und doch die Brille zum Einsatz kommen.
  7. Mit Linsen ins Schwimmbecken: Kontaktlinsen können sich zum Beispiel mit dem Chlor aus dem Wasser oder doch noch vorhandenen Rest-Bakterien vollsaugen, was Augenreizungen auslösen kann, oder sie kommen gleich ganz abhanden, weil sie aus dem Auge gespült werden. Also ohne Linsen schwimmen gehen oder Schwimmbrille verwenden.
  8. Mit Linsen Duschen! Außer die Augen bleiben während der gesamte Dusche fest geschlossen oder es läuft kein Wasser über das Gesicht.
  9. Die Linsen nach dem Schminken ins Auge setzen. Linsen werden vor dem Schminken eingesetzt, da sonst leicht kleine Partikel von Make-Up unter die Linse geraten können.

Eine Akanthamöben-Übertragung auf Kontaktlinsen ist äußerst gefährlich

Wer also nicht Dauergast beim Augenarzt werden will, sollte die Dos und Don’ts beim Umgang mit Kontaktlinsen unbedingt beherzigen. Was im Extremfall passieren kann, wenn man als Kontaktlinsenträger nicht wirklich höllisch gut aufpasst, zeigt ein Fall aus Großbritannien. Was 2011 mit einem juckenden Auge begann, wurde als Akanthamöben-Keratitis diagnostiziert. Die 36-jährige Frau hatte sich nach Kontakt mit Leitungswasser die Hände nicht richtig abgetrocknet und sich so die Akanthamöben erst auf die Linsen und damit dann aufs Auge gebracht. Weder die antiseptischen Augentropfen schlugen an, noch half eine Hornhaut-Transplantation 2013 dauerhaft; die Keratitis kam immer wieder durch. Komplikationen bei einer weiteren OP 2014 taten ihr Übriges; die Britin ist nun auf dem rechten Auge blind.

 

Quellen: siehe Links

 

Redaktion eyebizz
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