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eyeditorial der eyebizz 6.2022

Zauber-Gummi

Zauber-Gummi Kaugummi
Bild: Pexels / Marek Piwnicki

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Kaugummi-Industrie ist (wie wir alle) seit Jahren in der Krise, der Absatz zäh geworden. Wer denkt, das hätte mit Corona oder der „Fridays for Future“-Bewegung zu tun, kennt nur die halbe Wahrheit. Da Kaugummis niemals auf einer Einkaufsliste stehen, sind sie aufdringlich auf den letzten Metern zur Kasse platziert. Und weil das Warten dort so peinigt, schweift der Blick und landet eher früher als später beim Süßwarenständer. Impulskauf! So war das früher, jetzt nicht mehr.

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Schuld hat das iPhone. Seit jeder eines hat, starren wir nur noch auf Bildschirme, wenn wir Schlange stehen. Die einen sagen: Prima, endlich ernähren wir uns gesund, schließlich bestehen Kaugummis fast nur aus Zucker und erdölbasiertem Plastik. Die anderen meinen: Fortschritt? Nein! Hier wird nur eine Sucht gegen die andere getauscht, zudem das Sehen strapaziert, was unsere Branche allerdings nicht stören muss.

Doch Kaugummis müssen nicht vor dem Aus stehen. Der Pharmazeut Prof. Dr. Lorenz Meinel von der Uni Würzburg erfand einen Zauber-Gummi: Schlägt der Geschmack beim Kauen nach zwei Minuten ins Bittere um, ist klar, im Mundraum versammeln sich unliebsame Bakterien. So wird der Kaugummi zum Medizinprodukt, das Diagnosen stellt. Doch die Hersteller müssen sich absichern: Das Lebensmittel, so der Warnhinweis, soll bestehende diagnostische Tests nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

Augenoptiker*innen dürfte das vertraut vorkommen. Immer häufiger screenen sie die Netzhaut, messen den Augeninnendruck, müssen jedoch vorsichtig mit den Ergebnissen umgehen. Empfehlungen dürfen sie geben, keine Diagnosen stellen.

Das ist richtig, andererseits ist Bewegung ins Thema gekommen. Denn die optometrischen Leistungen, die Augenoptiker*innen jetzt schon anbieten, werden zunehmen. Da stellen sich viele Fragen, etwa die, ob Krankenkassen solche Leistungen nicht anerkennen sollten. Das jedenfalls fordert ein Augenoptiker, der an unserer aktuellen eyebizz-Umfrage teilnahm. Alle Ergebnisse dazu lesen Sie in unserem Extra „Optometrie im Aufschwung“, ebenso Beiträge über den Status quo der Optometrie und einen Best Case aus Sachsen.

Bei der Gelegenheit möchte ich Sie auf die kostenfreie Webinar-Reihe „KI vadis Augenoptik“ hinweisen, die eyebizz und partnerauge gemeinsam durchführen. Mit Branchenexperten und Industrievertreten erörtert Ingo Rütten, welche Chancen die fortschreitende Technologie Augenoptiker*innen bietet und noch bieten wird. Am 29. November ist Startschuss für die im Sechs-Wochen-Rhythmus stattfindende Reihe.

Eine Überraschung war die Silmo. Veranstalter, Aussteller, Besucher – alle zeigten sich in Bestform, selbst die trüben Wirtschaftsprognosen für 2023 änderten nichts an der phantastischen Stimmung (unser Messebericht). Besonders gefreut hat sich Oliver Frank, Geschäftsführer von Wallenfels Eyewear, der in Paris unseren eyebuzz Award bekam. Wir werden ihn spätestens auf der opti wiedersehen.

 

eyebizz Editorial Jürgen BräunleinEinen schönen Herbst wünscht Ihnen

Ihr Jürgen Bräunlein

(Chefredakteur eyebizz)

 

 

 

Artikel aus der eyebizz 6.2022 (Oktober/November), erscheint am 20. Oktober 

 

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