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Jürgen Bräunlein aus Berlin

Corona Diary (7) Telefonieren statt Fertigsuppe

Corona Diary 7 Jürgen BräunleinLadenhüter. Es gibt jetzt leider jede Menge davon. Aber nicht nur. Manches geht auch weg wie warme Semmeln: Fertigsuppen, Spielkonsolen, Bartschneider, Brotbackmaschinen, Bürostühle, Puzzles, Klopapier und Kondome. Zu Letzterem gibt es auch einen gegenläufigen Trend. Zum Jahreswechsel 2021 wird die Geburtenrate nach oben schnellen, prophezeien einige. Die Scheidungsrate leider auch, sagen andere.

Erfrischend an solchen Gedanken ist, wir beschäftigen uns wieder mit der Zukunft und nicht mit irgendwelchen Versäumnissen in der Vergangenheit. Mittlerweile ist sogar schon Platz, nüchtern zu schauen, wie das betriebliche Krisenmanagement aktuell so funktioniert. Und welche neuen Erfahrungen man da macht, die man für Post-Corona-Zeiten gut gebrauchen kann.

Von Augenoptikern höre ich zum Beispiel, dass sie so viel telefonieren wie kaum je zuvor. Mit der Agentur für Arbeit (Kurzarbeitsregelung), Finanzamt (Antrag auf Steuerstundung), Lieferanten (bestellte Ware sonstwo hängengeblieben). Aber sie telefonieren auch mehr mit ihren Kunden. Da geht es dann um Termine, anstehende Brillenreparaturen, hie und da sogar Beratung, aber auch um die Psyche des ebenfalls Corona-Krise-gebeutelten-Anrufers.

Aktuelle Verkäufe sind das nicht, aber die Kommunikation per Telefon ist doch ganz besonders: So nah war die Stimme des Kunden noch nie am Ohr des Augenoptikers – und umgekehrt. Es stärkt die Bindung, verursacht keine Tröpfchenübertragung und ist eigentlich das Gegenteil von „Social Distancing“. Darauf lässt sich bauen. Denn der nächste Brillen(ver)kauf kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.

 

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