Anzeige
Anzeige
Ein Geschenk des Freiheitskämpfers von 1920

Brille von Gandhi für Rekordsumme versteigert

Ab und zu gibt es diese Geschichten über wertvolle verschollene Kunstschätze, die beim Entrümpeln von Dachstühlen oder Kellern auftauchen und bei Auktionen Rekordpreise erzielen. Jetzt wurde so ein besonderes Stück einem britischen Auktionshaus gebracht: Eine Brille von Mahatma Gandhi aus der Zeit um 1920, heute für eine Rekordsumme versteigert. [13448]

Gandhi-Statue mit Brille
Gandhi-Statue mit Brille (Bild: Pixabay / Naeim)

Auktionator Andrew Stowe staunte Anfang August nicht schlecht, als er nichts ahnend Montag morgens einen Umschlag mit Nickelbrille und Notiz aus dem Briefkasten der East Bristol Auctions fischte. „Diese Brille gehörte Gandhi, rufen Sie mich an“, war darauf zu lesen. Das tat Stowe dann auch und erfuhr vom Verkäufer, einem älteren Herrn, dass der berühmte Pazifist diese Brille in der Zeit um 1920 dessen Onkel geschenkt hatte.

Gandhi Brille - East Bristol Auctions
Gandhis Brille (© East Bristol Auctions)

Als Recherchen die Echtheit der goldenen Nickelbrille bestätigten, sei Stowe „beinahe vom Stuhl gefallen“. Das Auktionshaus setzte den Wert für die Versteigerung auf 15.000 Pfund an. Der Verkäufer musste aber erst mal vorsichtig auf diese Summe vorbereitet werden; offensichtlich hatte dieser keine Ahnung um den Wert des berühmten Nasenfahrrads, hatte er doch noch am Telefon gemeint: „Wenn sie nichts wert ist, schmeißen Sie sie weg.“ Bei einem persönlichen Treffen mit dem berühmten Freiheitskämpfer in Südafrika um 1920 herum habe ein Onkel von ihm sie erhalten und sie sei dann innerhalb der Familie immer weitergereicht worden.

Gandhi verschenkte oft seine Brillen

Dieser Auktionstag wird den Auktionatoren in Bristol sicher im Gedächtnis bleiben. 600 Posten wurden vorgestellt, in der Mehrzahl kleine Militär-Erinnerungsstücke aus den beiden Weltkriegen, mit Verkaufspreisen von 15 bis ein paar hundert Pfund, einzelne Objekte kommen sogar über die 1.000-Pfund-Hürde. Und ganz zum Schluss das Highlight: eine Brille von Mahatma Gandhi.

Street Art zu Gandhi
Street Art zu Gandhi – der Freiheits- und Unabhängigkeitskämpfer predigte gewaltlosen Protest und inspirierte ganze Generationen (Bild: Pixabay / TuendeBede)

„Gandhi’s Glasses: One Chance in a lifetime“

Schon vor der Online-Versteigerung am späten Nachmittag des 21. August stieg das Gebot mittags auf 130.000 britische Pfund, selbst für den erfahrenen Auktionator Andrew Stowe eine faustdicke Überraschung, der höchstens mit 50.000 Pfund gerechnet hatte. Es handelte sich um eine der ersten Brillen überhaupt, die der Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung trug, mit noch wenigen Dioptrien.

Auktion der Gandhi-Brille - East Bristol Auctions - Aug 21 2020
Auktion der Gandhi-Brille am 21. August 2020: Schon am Mittag übertrafen die Gebote alle Vorstellungen (Bild: East Bristol Auctions)

Auf der Website des Auktionshauses heißt es in der Beschreibung: „Die Brille war ein wichtiger und in gewisser Weise ikonischer Teil von Gandhis Gesamterscheinung. Es ist bekannt, dass er oft seine alten oder ungeliebten Brillen an Bedürftige oder jene verschenkte, die ihm geholfen hatten. Der Onkel des Verkäufers arbeitete damals für British Petroleum und war in Südafrika stationiert, und es kann vermutet werden, dass diese als Dank von Gandhi für eine gute Tat geschenkt wurden.“

Kurz vor dem Posten 600 gibt es noch mal eine kurze Pause, um die Telefonleitungen zu checken. Bei den Geboten hierfür darf nichts schiefgehen. Am Ende kommt die Brille eines der bekanntesten Brillenträger überhaupt für 260.000 Pfund unter den Hammer, umgerechnet rund 290.000 Euro.

// PE

 

Mohandas Karamchand „Mahatma“ Gandhi (2. Oktober 1869 – 30. Januar 1948) war ein indischer Rechtsanwalt, antikolonialer Nationalist und politischer Ethiker, der gewaltlosen Widerstand leistete, um die erfolgreiche Kampagne für die Unabhängigkeit Indiens von der britischen Herrschaft anzuführen, und der seinerseits Bewegungen für Bürgerrechte und Freiheit in der ganzen Welt inspirierte.

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.