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Feuerwehrmann gründet Start-up

Blut-Filterbrille Rubi hilft Einsatzkräften

Viele Ersthelfer werden beinahe täglich mit blutigen Bildern konfrontiert und haben Angst vor den psychischen Belastungen bzw. Spätfolgen. Um die Psyche der Hilfskräfte besser zu schützen, entwickelte der Feuerwehrmann Martin Jahr deshalb die „Blut-Filterbrille“ und gründete 2021 das Start-up Rubi Glas.

Allein in Deutschland befinden sich derzeit über 1.000.000 Feuerwehrfrauen und -männer im aktiven Dienst. Jeder Zehnte (!) habe laut aktuellen Studien in seiner Zeit bei der Feuerwehr mit einer nachgewiesenen PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) zu tun.

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Das Thema verdiene mehr Aufmerksamkeit, so Martin Jahr, selbst seit Jahren aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr seines Heimatortes Wilhelmshorst bei Potsdam. Besonders die blutigen Einsätze prägten sich ins Gedächtnis ein. Um die Psyche der Hilfskräfte besser zu schützen, entwickelte der 34-Jährige deshalb die „Blut-Filterbrille“ und gründete 2021 das Start-up Rubi Glas.

Rubi Glas Filterbrille - Martin Jahr (Mitte)
Martin Jahr (Mitte) will mit seiner Erfindung Einsatzkräfte in blutigen Einsätzen schützen (Bild: Rubi Glas)

Ziel ist es, allen Einsatzkräften die Möglichkeit zu bieten, bei Bedarf diese spezielle Brille nutzen zu können. Beim Blick durch die Gläser sieht Blut nicht rot, sondern schwarz aus. Der Trick ist kein einfacher Farbfilter, sondern eine spezielle Beschichtung.

„Rubi“, benannt nach seiner Tochter, breche die langen Lichtwellen, wodurch sich intensive Rottöne dunkel verfärben. Rottöne, die von einem Blutrot abwichen, wie etwa Warnschilder, würden nicht schwarz – erblassten lediglich leicht durch die Beschichtung. Andere Farben wie Grün, Blau oder Gelb sollen weiterhin zu erkennen sein.

Rubi „entfärbt“ die intensive Blutfarbe

Die ersten Ansatzpunkte, die intensive Blutfarbe zu „entfärben“, erhielt Martin Jahr vom Prinzip des Schwarz-Weiß-Fernsehens, das die Farbe des Blutes in Krimis in Grau darstellte. Polarisierende Brille für farbenblinde Menschen brachten ihn schließlich auf die Idee, die Wirkung umzukehren, also eine Beschichtung auf Brillengläser so aufzutragen, dass sie die Farbe des Blutes anders darstellt, die anderen Farben aber original wiedergibt. Und tatsächlich: Die Beschichtung verfärbt keine Warnschilder, die den Ersthelfern anzeigen, ob am Einsatzort Strom fließt, Explosionsgefahr besteht, Erstickung droht etc.

„Es ändert sich grundsätzlich nichts an der Situation eines Einsatzes bei schlimmen Unfällen, aber das verstörende Bild verliert an Intensität durch die Umwandlung der roten Farbe des Bluts in neutrales Schwarz und Grau. Damit wird die automatische Langzeit-Speicherung dieser Bilder im Gehirn unterbunden“, so Jahr.

Die Einsatzkräfte können sich mit der Filterbrille besser konzentrieren, da sie sich nicht in der gewohnten Intensität mit den blutigen Bildern am Unfallort auseinandersetzen müssen, damit steige auch die allgemeine Wachsamkeit und somit der Schutz aller beteiligten Helfer.

Rubi Glas Schutzbrille für Einsatzkräfte
Eine von zwei Varianten der Rubi-Schutzbrille für Einsatzkräfte, die auch mit Sehkorrektur versehen werden können (Bild: Rubi Glas)

In den kommenden Monaten sollen die ersten produzierten Brillen von Feuerwehr-Einsatzkräften in Deutschland, Österreich und der Schweiz getestet werden.

 

Quelle: Rubi Glas

 

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