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Diese Sportbrillen empfehlen Experten

Bestes Sehen beim Rad- und Lauf-Sport

Schutz der Augen, Leichtigkeit, Belüftung und natürlich gute Gläser. Darauf kommt es bei Sportbrillen fürs Laufen und Radfahren vor allem an. Wer schlecht sieht, braucht zudem eine Korrektion. Doch welche Sport-Lösung ist die beste? eyebizz hörte sich bei neun Fassungs- und Glasherstellern um.

Sport-Brillen fürs Laufen - Siols
Bild: Siols

Es ist ein Volkssport: Im letzten Jahr gingen rund 12 Mio. Männer und 10 Mio. Frauen in Deutschland häufig oder ab und zu joggen, Wald- oder Geländelaufen (statista 2022). Doch egal, ob jemand laufend, joggend oder wandernd unterwegs ist, draußen lauern Herausforderungen fürs Sehen, Gefahren für die Augen: Temperatur-Unterschiede und plötzliche Wetterumschwünge, schwieriges Terrain, aufwirbelnder Staub und Pollen, UV-Strahlen und störende Reflexionen.

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Selbst wenn der Blick der Joggenden nicht direkt zur Sonne geht, können Blendungen von reflektierenden Flächen das Sehvermögen beeinträchtigen. Selbst wer im Alltag keine Korrektionsbrille benötigt, braucht fürs Laufen eigentlich eine Sportbrille.

Sport-Fassungen für Läufer

Einer der wichtigsten Kriterien bei der Wahl einer geeigneten Fassung für Läufer ist der Sitz, erklärt Beate Gabelt von Optic Fashion (Siols). „Durch den Bewegungsablauf bzw. das harte Aufkommen beim Laufen muss die Brille fest, aber gleichzeitig druckfrei am Kopf ansitzen. Sie sollte so leicht sein und angenehm sitzen, dass man sie nicht spürt.“

Siols: Beate Gabelt
Beate Gabelt von Optic Fashion GmbH (Siols)

Als weiteres Kriterium nennt die frühere Ultramarathonläuferin die Belüftung: „Die Brille sollte so konstruiert sein, dass sie weit genug vom Auge weg sitzt, nicht komplett abschließt und ein spezielles Belüftungssystem für schweißtreibende Sportarten aufweist.“

Sebastian Siedler, Country Manager Rudy Project, weist daraufhin, dass Belüftungsöffnungen, die strategisch am unteren Rand positioniert sind, die Luftzirkulation hinter der Brille erhöhen, um so das Risiko des Beschlagens zu verringern.

Flexibel, anpassbar und bruchfest

Ute Reichold, Director Product Group Management OH (Uvex), hebt die individuelle Handhabung hervor: „Die Fassung sollte flexibel anpassbar sein. Einstellbare Nasenpads und Bügel mit Metalleinlage und rutschhemmenden Enden sind die optimale Lösung.“

Rudy Project: Sebastian Siedler
Sebastian Siedler, Country Manager Rudy Project

Brillenfassungen für den Outdoor-Sport müssen aus leichtem, bruch- und schlagfestem Material bestehen, also Kunststoff wie Polyamid oder Nylon. Hersteller haben hier unterschiedliche Angebote, Oakley verwendet etwa spritzgegossenes thermoplastisches „O-Matter“ für den Rahmen.

„Das bietet eine höhere Festigkeit und Flexibilität als herkömmliches Acetat und ist so konstruiert, dass es Formverschiebungen oder Verformungen im Laufe der Zeit widersteht“, so Mirco Trendel, Business Brand Manager DACH bei Oakley.

Weites Sichtfeld und UV-Schutz

Kunststoffgläser mit kratzfester, harter Beschichtung sind die erste Wahl bei Fassungen. Sie haben eine deutlich höhere Bruchfestigkeit als Glas und weniger Gewicht. Grundsätzlich müssen sie großzügig geformt sein, um den Läuferinnen und Läufern ein weites Sichtfeld zu garantieren und die Augen komplett vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen.

Uvex: Ute Reichold
Ute Reichold, Director Product Group Management OH (Uvex)

Beim Laufen ist der Kopf leicht geneigt, der Blick geht in Richtung Boden, der in der Regel im Schatten liegt. Deshalb seien Kontrast steigernde und nicht zu dunkle Gläser eine gute Wahl, so Beate Gabelt. „Wir empfehlen ein Gradient-Glas in Kontrast verstärkenden Orange- oder rötlichen Tönungen, die auch bei schnellem Licht-Schatten-Wechsel den Dunkle-Wand-Effekt ausgleichen.“

Christina Schäfer-Butz, Produktmanagerin beim Glashersteller Rupp + Hubrach weist daraufhin, dass es das eine ideale Glas für Läufer gar nicht gibt: „Die beste Lösung ist individuell abgestimmt auf die Sehanforderungen des Brillenträgers, die Umgebung, in der die Sportart hauptsächlich ausgeübt wird, und die Lichtverhältnisse, die dort in der Regel vorherrschen.“

Getönte und selbsttönende Gläser

Sie empfiehlt gleich zwei Brillengläser: „Eine Brille mit leichter, z.B. gelber oder oranger Filtertönung für bewölkte Tage und späte Stunden und ergänzend dazu eine Brille für starke Sonneneinstrahlung mit Kontrast steigernder 80-prozentiger Tönung (Brillant Braun/Grau/Grün) oder Polarisationsfilter.“

Letztere filtern diffus gestreute Lichtstrahlen, die durch Reflexion entstehen, etwa im Winter bei tiefstehender Sonne. Neuschnee reflektiert das Licht zu etwa 85 %, Sand zu mehr als 30 %.

Oakley: MircoTrendel
Mirco Trendel, Business Brand Manager DACH bei Oakley

Eine Alternative sind selbsttönende Gläser, die sich schnell an den Wechsel von heller Umgebung auf schattiges Umfeld und umgekehrt anpassen. Besonders beim Laufen in den Bergen ist das hilfreich. Solche phototropen Gläser werden von vielen Sportbrillenglas-Herstellern angeboten, mitunter mit zusätzlichen Features.

In die farbigen photochromatischen Gläser des Herstellers Rudy Project ist ein HDR-Filter eingearbeitet, der die Umgebungskontraste verstärkt, ohne die Farbwahrnehmung zu beeinflussen.

Im April dieses Jahres hat Zeiss mit PhotoFusion X eine neue Generation phototroper Brillengläser auf den Markt gebracht, die laut Hersteller bis zu 80 % schneller klar und bis zu 60 % schneller dunkel werden als bislang.

Brille und Helm für den Rad-Sport

Beliebter als Laufen ist nur noch Radfahren. Mit 81 Mio. war in Deutschland der Bestand an Fahrrädern 2021 so hoch wie nie, 8,5 Mio. davon sind E-Bikes (statista 2022).

Rupp + Hubrach: Christina Schaefer-Butz
Christina Schäfer-Butz, Produktmanagerin bei Rupp + Hubrach

Sportbrillen für Radfahrer müssen ähnliche Anforderungen erfüllen wie die für Läufer. Belüftung, Passform, fester Sitz und Gewicht sind wesentliche Kriterien, wobei letzteres beim Biken keine so große Rolle spielt. Wichtig aber sei, so Florian Riedel, Sportmarketing Manager D/A/CH bei Julbo, dass Radbrillen, ohne zu drücken, unter einem Helm getragen werden können: „Die Bügel dürfen nicht mit dem Helm kollidieren.“

Besonders Rennradfahrer und Triathleten fahren mit unterschiedlichen Kopfhaltungen. Bike-Brillen sind deshalb in der Regel mit Features wie individuell einstellbaren Bügeln und verstellbarem Nasensteg ausgestattet.

„Generell sollte die Frontscheibe größer sein als beim Laufen, damit sie mehr Windschutz für höhere Geschwindigkeiten bietet“, meint Beate Gabelt. Dass Shield-Brillen schon lange im Trend liegen, ist daher kein Zufall. „Die Panoramascheiben sind so designt, dass sie ein maximales seitliches sowie vertikales Sichtfeld garantieren“, so Matthias Adler, Head of PM Eyewear & Protective Gear.

Phototrope Gläser auch fürs Radfahren?

Ob selbsttönende Gläser für Radfahrer in jedem Fall empfehlenswert sind, da scheiden sich die Geister. „Geht es um ‚Ausflugs-Radle‘, sind phototrope Brillengläser ratsam“, meint Thomas Bäcker, Produktmarketing Zeiss Vision Care Deutschland, „geht es hingegen um ambitioniertes Radfahren (z.B. Downhill oder Mountainbiken) ist von einer phototropen Lösung eher abzuraten, da die Sportlerinnen und Sportler bedingt durch ständige Lichtwechsel teilweise schnell reagieren müssen. Daher bieten sich eher Kontrast steigernde Brillengläser mit einer Grundtönung an.“

PM: Matthias Adler
Matthias Adler, Head of PM Eyewear & Protective Gear

Beate Gabelt empfiehlt Radfahrern grundsätzlich keine phototropen Scheiben: „Die Scheiben reagieren einerseits viel zu langsam bei schnellem Licht- Schatten-Wechsel (auch die ganz performanten!) und haben auch zu wenig Kontrast verstärkende Wirkung. Wenn man sich in der Höhe aufhält, verdunkeln sie auch, wenn es ohnehin dunkel ist, da sie auf UV-Strahlung reagieren.“

Johannes Schubart, Head of Global Marketing/Product Management & Tools bei Optiswiss, empfiehlt Rennradfahrern, die hin und wieder auf nassen Fahrbahnen unterwegs sind, POL-Filter zur Reflexminderung.

Radfahrer sind, im Vergleich zu Läufern, sehr stylisch orientiert, darauf weisen fast alle befragten Experten hin, wie überhaupt der Modeaspekt beim Sport immer wichtiger geworden ist (Laufbekleidung Trends 2022). Ein Mountainbiker trägt einen anderen Look als ein Rennradfahrer. Die unterschiedlichen Stylecodes beim Fassungsdesign müssen Augenoptiker*innen kennen, um entsprechende Angebote machen zu können.

Two-in-one: die Lauf- und Radbrille

Menschen, die regelmäßig laufen, schwingen sich häufig auch aufs Rad, wollen aber für beide Aktivitäten aus Kostengründen oder Bequemlichkeit oft mit nur einer Sportbrille auskommen. Die Hersteller haben sich auch darauf eingestellt. „Generell eignen sich Sportbrillen, die sehr leicht, anpassbar sind und guten Schutz bieten, zum Laufen gleichermaßen wie zum Radfahren“, sagt Sebastian Siedler von Rudy Project.

Julbo Sportbrillen für Rad-Sport
Bild: Julbo

Die Sportbrillenmarke Siols bietet ein Baukastensystem an. „Jeder aktive Sportler kann damit seine Sportbrille komplett individuell anpassen, aufrüsten und je nach Aktivität umrüsten. Er wechselt einfach kostengünstig die Frontscheibe mit der sportgerechten „ACM-Belüftung“ (AirCirculationManagement), so Beate Gabelt.

Pünktlich zum Frühling bringt die Marke eine neue Linie auf den Markt, zunächst gedacht fürs Radfahren, später auch erhältlich in einer „stärker belüfteten 6c Running, polarisierenden, Vario- und Styling-Version“. Charakteristisch für die Aero-Modelle sei ihr „hoher Styling-Faktor“.

Julbo: Florian Riedel
Florian Riedel, Julbo Sportmarketing Manager DACH

Bringen Sportbrillenhersteller Innovationen für Radfahrer oder Läufer auf dem Markt, denken sie die andere Zielgruppe gleich mit.

Das betrifft Evad-1 von Julbo, laut Hersteller die erste Sportsonnenbrille, die Parameter wie Geschwindigkeit, Distanz oder Herzfrequenz in Echtzeit im Sichtfeld anzeigt.

„Gerade für ambitionierte Amateure und Profis bieten solche Connected-Eyewear-Lösungen einen großartigen Zusatznutzen, der in Zukunft immer mehr Anwendung finden wird“, glaubt Florian Riedel von Julbo.

Pro und Kontra Direktverglasung

41,1 Mio. Erwachsene (ab 16 Jahren) tragen eine Korrektionsbrille. Betreiben sie einen Lauf- oder Radsport, brauchen sie nicht nur eine Sportbrille, die ihre Augen schützt, sondern müssten dabei auch ihre Fehlsichtigkeit berücksichtigen. Doch lediglich 5 % aller Brillenträger verwenden beim Sport eine Spezialbrille. Jeder Zweite (IfD Allensbach) nutzt hingegen seine normalen Korrektionsgläser, die jedoch niemals den Erfordernissen einer Sportbrille entsprechen.

Direkt verglaste Sportbrillen, ausgestattet mit individuellen Korrektionsgläsern, nennen die meisten der befragten Hersteller als die beste Lösung für fehlsichtige Sportler. Hervorgehoben wird das große periphere Blickfeld mit sehr guter Abbildungsqualität und wenig Reflexionen, aber auch die Einfachheit des Reinigens (gegenüber Clip-Varianten). Der Markt, so die allgemeine Annahme, dürfte hier stark wachsen.

Optiswiss: Johannes Schubart
Johannes Schubart, Head of Global Marketing bei Optiswiss

Gerade bei verglasten Brillen für den Radsport mit in der Regel großen Fassungsscheibenwinkeln und Vorneigungen sollten Sportler, so Johannes Schubart von Optiswiss, Produkte wählen, „in deren Berechnung und Fertigung diese individuellen Parameter berücksichtigt werden können. Dies gilt insbesondere für Gleitsichtprodukte, da sonst die nutzbaren Sehbereiche stark reduziert werden könnten.“

Christina Schäfer-Butz empfiehlt, „bei Gleitsicht-Sportbrillen die Addition nur so hoch wie unbedingt nötig zu wählen, um periphere Abbildungsfehler möglichst gering zu halten. Eine niedrigere Addition als in der Alltags-Gleitsichtbrille ist in den meisten Fällen auch problemlos möglich, da Sportbrillen in der Regel hauptsächlich für die Ferne oder für Zwischenentfernungen (z.B. beim Blick auf den Boden) genutzt werden.“

Hohe Sehstärke als Problem

Allerdings gibt es physikalische Grenzen bei der technischen Umsetzung und der individuellen Verträglichkeit. Aufgrund der höheren Außenkurven und der meist großen Durchmesser können Sportbrillen nicht mit sehr hoher Sehstärke verglast werden oder das Ergebnis überzeugt den Kunden nicht, weil die Gläser dann sehr dick sind.

Zeiss: Thomas Bäcker
Thomas Bäcker, Produktmarketing Zeiss Vision Care Deutschland

Hier versucht Zeiss mit der „Cosmetic Edge“-Technologie gegenzusteuern. Bei einer Direktverglasung und großen Fassungen ermöglicht die Technologie eine Dicken-Einsparung im Randbereich von bis zu 30 Prozent. Thomas Bäcker, Produktmarketing Zeiss Vision Care Deutschland: „Das kommt insbesondere allen zugute, die eine hohe Verordnung im Minusbereich haben, bei der das Glas über den Rand der Fassung hinausragt und mindestens die Ästhetik trübt.“

Eine Direktverglasung bei Sportbrillen hat aber noch andere Nachteile: Die Belüftung ist nicht immer so optimal wie bei herkömmlichen Sportbrillen, es landet auch viel Geld in der Tonne, wenn die Gläser verkratzt sind, denn eine Direktverglasung ist nicht ganz billig.

Clip-ins und Kontaktlinsen

Preisgünstiger sind Clip-ins. Hier werden Korrektionsgläser von innen zwischen Schutzglas und Augen geklemmt. Gegenüber der Direktverglasung hat das einen nicht unerheblichen Vorteil: Die Sportbrille kann auch in Kombination mit Kontaktlinsen getragen werden.

Genau das ist eine weitere Option für fehlsichtige Läufer und Radfahrer. Beim bewegungsintensiven Mannschaftssport, z.B. Fußball, sind Kontaktlinsen meist ohnehin die bessere Alternative (siehe auch: Fehlsichtigkeit beim Fußball).

Abstriche beim Komfort gibt es bei Clip-ins allerdings auch: So kann der Sichtbereich eingeschränkt sein, weil die Clips kleiner sind als fest eingebaute Korrektionsgläser. Gegen diese Tücken helfen Brillen, bei denen die Korrektionsgläser von außen durch die durchgebogene Frontscheibe fixiert werden.

Aktive Best Ager
Aktive Best Ager benötigen für den Sport Sportbrillen mit Gleitsichtgläsern (Bild: Pixabay / Carme Lafay)

Siols hat hierzu ein speziell entwickeltes Frontload-Verglasungs-System auf den Markt gebracht. Beate Gabelt: „Dabei haben wir das optische Glas in einen Adapter gesetzt, der von vorne in den Rahmen eingeklickt wird und fest drinsitzt. Dadurch hat der Sportler fast den gleichen Augenabstand wie bei einer Alltagsbrille. Eine Verglasung in XL 54er-Größe kommt dem Blickfeld einer Direktverglasung sehr nahe.“

Zielgruppe: ältere Sportler

Die Produkt-Verbindung von Sportbrillen und Korrektion – insbesondere das Segment Gleitsichtgläser – wird zunehmend wichtig werden. Thomas Bäcker von Zeiss meint dazu: „Immer mehr ältere Menschen sind sportlich aktiv und möchten und können gerade beim Laufen oder Radfahren (Stichwort E-Bike) nicht laufend ihre Brille wechseln. Für den schnellen Blick auf die Smartwatch oder das Navi am Fahrrad sind Gleitsichtgläser unerlässlich.“

/// JUEB

 

Artikel aus der eyebizz 3.2022 (April/Mai)

 

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