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Erhöhung im Südwesten ab 2022

SWAV: Mehr Vergütung für Augenoptik-Azubis

Die SWAV-Delegierten-Versammlung stimmte Anfang Oktober 2021 über eine Erhöhung der Vergütung für Auszubildende der Augenoptik im Südwesten zum 1. August 2022 ab. Eine Anpassung war notwendig geworden. Die letzte Erhöhung gab es 2016/2017. Neben gesetzlichen Vorgaben müsse man die Wünsche zukünftiger Azubis im Blick behalten.

Folgende Vergütungen wurden im Rahmen der Sitzung im Aus- und Weiterbildungszentrum Karlsruhe für alle Ausbildungsverhältnisse in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen beschlossen: So gibt es ab August 2022 im ersten Lehrjahr 750 Euro, im zweiten Lehrjahr 850 Euro und im dritten Lehrjahr 950 Euro.

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Keine Änderungen gibt es bei der Wochenarbeitszeit und der Urlaubsregelung. Der SWAV (Südwestdeutscher Augenoptiker- und Optometristen-Verband) empfiehlt weiterhin, eine 40-Stunden-Woche zu vereinbaren und den Jahresurlaub auf 27 Werktage festzusetzen.

SWAV: Letzte Erhöhung 2016/2017

Zuletzt zum Ausbildungsbeginn 2016/2017 wurden die Ausbildungsvergütungen im Nachgang zu einer groß angelegten Mitgliederbefragung erhöht. Die seitdem geltenden Beträge (600/700/850 Euro) mussten nach fünf Jahren einer Prüfung unterzogen werden.

Mindestausbildungsvergütung und Vergleich der Gewerke

Grundlegender Gedanke, neben dem Ausgleich der Inflation, war für die Delegierten des SWAV die seit April 2019 gesetzlich vorgeschriebene, stetig ansteigende Mindestausbildungsvergütung. Mit den aktuell gültigen Vergütungen konnte diese nur noch bis zum Beginn des Ausbildungsjahres 2022/2023 abgefangen werden. Eine Anpassung war also gewünscht und notwendig.

Augenoptiker Südwesten SWAV - Vorsitzender Matthias Müller
Matthias Müller, Vorsitzender des Südwestdeutschen Augenoptiker- und Optometristen-Verbandes – kurz SWAV (Bild: ZVA/Magner)

Daher sprachen sich die SWAV-Delegierten für einen größeren Sprung bei den Vergütungen aus: „Wir müssen uns immer wieder fragen: Was ist den jungen Menschen wichtig, um sie für eine Ausbildung zu begeistern? Und ihre Prioritäten liegen ganz klar auf möglichst angenehmen Arbeitszeiten, die in unserem Beruf nicht so einfach zu beeinflussen sind, und einer nicht zu geringen Ausbildungsvergütung, denn das ist ihr erstes „Gehalt“, welches sie mit nach Hause bringen“, erklärt Matthias Müller, Vorsitzender des SWAV.

Basis der Vergütungen

Peter Kupczyk, Geschäftsführer des SWAV, führt weiter aus: „Neben den gesetzlichen Vorgaben müssen wir sowohl die Wünsche zukünftiger Auszubildender im Blick haben als auch den Anstieg der Vergütungen bei den Top10-Handwerksberufen. Nur so können wir konkurrenzfähig bleiben. Mit diesem Beschluss haben wir einen großen Schritt für die Ausbildung im Südwesten getan und werden die Vergütungen in drei Jahren – also im Jahr 2024 – wieder auf den Prüfstand stellen.“

 

Quelle: SWAV

 

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Es freut mich sehr, dass die Vergütung der Auszubildenen erhöht wurden.
    Nur so kann ein Anzeiz für diesen schönen Beruf erhalten bleiben und auch konkurenzfähig.
    Was ist jedoch mit den Gehältern der ausgebildeten Gesellen und Meistern? Seit 20 Jahren gibt es den selben Tarif. Das ist beschämend und auch fast peinlich. Ich traue mich als Meisterin kaum Freunden von meinem Gehalt zu erzählen.
    Die Umsätze sind in Geschäften absolut ausreichend, um eine engagierte Arbeitskraft auch angemessen zu bezahlen. Auch wenn ich bereits ubertariflich bezahlt werde, reicht das zum Leben überhaupt nicht aus. Nicht einmal ansatzweise würden jemals diese Tarifgehälter der Inflation angepasst.
    Ich würde mich sehr über eine Erklärung dieser Nichtentwicklung bekommen.
    Wer möchte diesen Beruf trotz angepasster Ausbildunhsvergütung ergreifen, wenn man davon nicht einmal nach kostspieliger Meisterausbikdung eine Familie ernähren kann?
    Mit freundlichen Grüßen

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