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Unternehmensnachfolge - Vater und Sohn - Dieses Mal:

Stefan und Jochen Hirschfelder – Die EDV-Pioniere

Von wegen Nicht-loslassen-Können. Anfang des Jahres übergab der erst 60-jährige Stefan Hirschfelder die Geschäftsführung der EDV-Optik-Partner GmbH an seinen Sohn Jochen. Fortan bestimmt der 30 Jahre junge Diplom-Wirtschaftsingenieur die Geschicke des Unternehmens in Goslar.

EDV Optik Partner: Jochen und Stefan Hirschfelder
Jochen und Stefan Hirschfelder

Der Senior hat „OPA“ 1984 als Einmannbetrieb gegründet und zu einem bis heute erfolgreichen Systemhaus für Augenoptiker ausgebaut. Später hat er die Produktpalette vorausschauend um Branchensoftware für Juweliere und Hörgeräteakustiker erweitert. Wer Vater und Sohn zum Generationswechsel befragt, bekommt gutgelaunte, sehr ehrliche und schwungvoll optimistische Antworten.

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Stefan Hirschfelder, mit 60 zählt man noch nicht zum alten Eisen, warum schon den Staffelstab weitergeben?

34 Jahre Volldampf sind genug. In den ersten zwanzig Jahren habe ich sicherlich das Doppelte der üblichen Arbeitsleistung erbracht. In den letzten Jahren ging ich es dafür ruhiger an und habe den Job zugunsten meiner Hobbys ein wenig schleifen lassen. Was lag da näher, als meinen ältesten Sohn abzuwerben? Zu allen meinen vier Kindern habe ich ein herausragend gutes Verhältnis.

Da mir mein „fünftes Kind“, der OPA, auch besonders am Herzen liegt, lag es nahe, beides zu verknüpfen und die regionalen 16 Arbeitsplätze zu sichern. Bei meinem eigenen Sohn weiß ich, was er kann, und bin sicher, dass er OPA in meinem Sinne weiterführen wird.

Wann war klar, dass Ihr Sohn in Ihre Fußstapfen treten wird?

Immer wusste ich, dass ich nicht unbedingt derjenige bin, mit dem man geschäftsführend zusammenarbeiten kann. Insofern ging ich noch bis vor wenigen Jahren davon aus, dass ich die Firma bis zum Umfallen führen werde.

Aber das große Glück mit meiner zweiten Frau zeigte mir, dass auch private Tätigkeiten erfolgreich sein können. Im letzten Jahr habe ich dann meinen Sohn vorsichtig gefragt, ob er sich vorstellen könne, die Firma zu übernehmen.

Was macht Ihr Sohn anders oder vielleicht auch besser als Sie?

Nach nur wenigen Monaten wird mir klar, dass ich viele Dinge nicht detailliert genug hinterfragt habe. Das sparte zwar Zeit und war manchmal produktiver, aber wurde gelegentlich zur Stolperfalle. Mein Sohn aber hat die Geduld, Dingen genau auf den Grund zu gehen. Ich erkenne, dass sehr akkurates Arbeiten oft besser ist.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Vielleicht hat Erich Fromm die richtigen Worte dafür gefunden: „Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht einer inneren Einstellung.“ Fleiß und positives Denken, kombiniert mit Risikofreude und Sympathie, sind meine Basis für ein glückliches Leben – beruflich wie privat.

Nennen Sie ein Highlight Ihres 34-jährigen Berufslebens!

Unsere inoffizielle Teilnahme an der damals einzigen deutschen Fachmesse für Augenoptik, der optica in Köln, Anfang der 90er Jahre. Anbieter von EDV waren noch nicht zugelassen. Es durften auch keine Parallelveranstaltungen während der Messe stattfinden. Einer unserer ersten Kunden kam auf die Idee, zwei Ausstellungswaggons der Deutschen Bundesbahn auf die Gleise des Köln-Deutzer Bahnhofs stellen zu lassen.

Dazu muss man wissen, dass das Bahngelände offiziell nicht zum Stadtgebiet Köln gehört. Also haben wir einen dieser Waggons gemietet, vier Vorführplätze dort eingerichtet und in Fachzeitschriften dafür geworben. Ergebnis: Während der gesamten Messe wurden wir von Augenoptikern nahezu überrannt.

EDV Optik Partner: Stefan und Jochen Hirschfelder
Vater und Sohn Hirschfelder beim Segeln

Jochen Hirschfelder, nach dem Studium haben Sie zunächst für verschiedene Unternehmen Software-Projekte geleitet. Warum sind Sie nicht gleich in die väterliche Firma eingestiegen?

Ich genoss zunächst die Möglichkeit, verschiedene Berufsbilder und Arbeitsstrukturen außerhalb kennenzulernen. Nur so konnte ich überzeugt die Entscheidung treffen, dass die Fortführung von OPA eine Aufgabe ist, die mich dauerhaft motiviert. Der Einblick in moderne Industrieunternehmen hat mir auch viele hilfreiche Impulse gegeben. Ich konnte unseren Familienbetrieb so unvoreingenommen kennenlernen und bin offen für Verbesserungspotenzial.

Sie sind ein gutes halbes Jahr im Amt. Wie fühlt es sich an?

Je tiefer mein Einblick wird, desto mehr Dinge sehe ich, die wir weiter verbessern können. Das fühlt sich dann manchmal als nach sehr viel auf einmal an, aber genau das motiviert mich. Toll auch, wie begeistert das ganze Team die Projekte angeht und fertigstellt (Danke, Jungs und Mädels!).

Auch meinen Vater, der seinen Beinahe-Ruhestand schon intensiv genießt, versuche ich, hin und wieder ins Büro zu locken. Denn so wichtig neue Impulse sind, so wichtig ist es auch, die Hintergründe des Bestehenden zu kennen.

Gibt es bestimmte Werte, die Sie von Ihrem Vater mitbekommen haben?

Oh ja! Die Grundwerte, die unsere Kunden und uns selbst so zufrieden machen: Großzügigkeit, Verlässlichkeit und vor allem immer freundliche und offene Kommunikation.

Gelingt Ihnen eine Work-Life-Balance?

Voll und ganz. Das Bewusstsein dafür ist ja heute deutlich ausgeprägter. Ich bin während der Geschäftszeiten immer in der Firma, um möglichst schnell und viel von meinen Mitarbeitern zu lernen. Am Abend oder Wochenende arbeite ich allerdings nur, wenn dringende Aufgaben es fordern. So bleibt genug Zeit, um regelmäßig meine Freunde zum Beachvolleyball zusammenzutrommeln oder am Wochenende zu segeln.

Wo möchten Sie in fünf Jahren mit OPA stehen?

Wir wollen mit dem, von unseren Anwendern so geliebten OPA NG ein stets aktuell bleibendes und dabei auch weiterhin stark wachsendes Produkt pflegen. Parallel dazu wollen wir auch die nächste Generation ansprechen: Ein neuer OPA wird kommen, der mit intuitivem und übersichtlichem Design auch die Digital Natives begeistern wird.

/// JUEB

 

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