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Eyeliner: Marken-Portrait

VAVA Eyewear: Quadratisch, minimalistisch, Kunst

Vava eyewear AB 0222 t
VAVA Eyewear AB 0222 t (© VAVA)

Die Brillen sehen nach Science-Fiction aus, tatsächlich ist die Bauhaus-Bewegung des vergangenen Jahrhunderts die Inspirationsquelle. Mit minimalistischem Design, markant und nicht zu übersehen, gewinnt das portugiesische Label VAVA Eyewear um Pedro da Silva Designpreise und immer mehr Fans weltweit, auch in Deutschland.

2013 in Berlin von Pedro da Silva aus der Taufe gehoben, steht das Brillenlabel mit Sitz in Porto für Purismus und Minimalismus. Schon der Name VAVA und das Logo sind das Ergebnis simpler Geometrie: fünf senkrechte Linien, die in einem Winkel von 90º zueinander stehen und eine geometrische Industriewelle ergeben.

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Vava eyewear Design-Skizze
VAVA Design-Skizze (© VAVA)

„Das Logo wurde aus einem Quadrat geboren, weil wir Grundformen lieben. Wir sind sehr vom Bauhaus inspiriert, glauben, dass diese Bewegung die wahre Grundlage für einfaches Design war, das sein volles Potenzial ausschöpft. Die einfachen Formen sind das Quadrat, das Rechteck, der Kreis und das Dreieck. Darauf baut unser Design auf“, erklärt der Label-Gründer.

Wichtig für das Markenkonzept ist auch die mathematische Logik hinter den Designs: „Wir arbeiten gerne mit der Zahl 4 und einem Vielfachen davon, z. B. ist unser Scharnier 4×4 cm und unsere Schachtel ist ein Rechteck aus zwei gleichen Quadraten von 8×8 cm.“

Basis

Mehr mit weniger: Maximale Effizienz durch einfache Formen und ohne überflüssige Elemente, dafür mit phänomenaler Wirkung und dem sparsamen Einsatz nachhaltiger Materialien, das ist der Grundgedanke der Brillen. Bei der Herstellung der futuristischen Modelle (rund 50 Sonnenbrillen und über 30 Korrektionsfassungen) legt das Label Wert auf umweltschonende Verfahren, nutzt Eco-Friendly-Acetate von Mazzucchelli, wiederverwertbares Aluminium und Mineral-Brillengläser von Barberini aus Zero-Waste-Produktion. Bei der Verpackung verzichtet man auf Kunststoff und versucht, möglichst wenig Papier zu verwenden.

Vava Eyewear AB 0070 t
VAVA Eyewear AB 0070 t (© VAVA)

Produziert werden die Fassungen aus Acetat und Aluminium hauptsächlich in italienischen Familienbetrieben in der Gegend von Treviso, die Nylon-Serie ist Made in Germany und entsteht im 3D-Druckverfahren, das ebenfalls Ressourcen spart.

Ungewöhnlich sind die flachen Sonnenbrillengläser in der Produktpalette. „Ästhetisch erinnern flache Gläser stark an das Industriedesign der 80er-Jahre, als geometrische, flache Formen in Mode waren. Wir betrachten flache Brillengläser auch als gläserne Wand in einer vernetzten Gesellschaft, sodass der Benutzer ein gewisses Maß an Askese und Entsagung beibehalten kann“, so die Design-Philosophie.

 

„Alle Designer sind von Natur aus von Farben besessen, aber wir sind noch besessener als die meisten.“

 

Besessenheit

„Alle Designer sind von Natur aus von Farben besessen, aber wir sind noch besessener als die meisten. Von Anfang an haben wir uns mit der wissenschaftlichen Erforschung von Industriefarben als Selbstzweck beschäftigt.“

Vava Eyewear - WL 0025 Colours
VAVA Eyewear – WL 0025 Colours (© VAVA)

Seit 2014 hat das Label in seiner Palette die Farben Rot, Gelb, Blue Navy, Light Grey und Dark Grey. Das neue Kollektionsbuch ist also nicht nach Formen und Stilen, sondern nach Farben unterteilt, z.B. mit Kapiteln wie Weiß, Schwarz, Havanna, Rot, Grün, Gelb und Crystal Matte.

Die hauptsächlich opaken Töne sind genau definiert. Der Einfluss der Künstler Josef Albers, Ellsworth Kelly und Sol LeWitt, drei wichtige Meister des Minimalismus und der Primär- und Sekundärfarben, hat Spuren hinterlassen.

Gleichgesinnte

Zu den Farb-Serien kommen die Kapsel-Kollektionen: Das Label arbeitet mit Künstlern und Designern zusammen, die ähnliche Visionen verfolgen, darunter Architekten wie Kengo Kuma aus Tokio oder Alvaro Siza aus Porto. „Unsere Brillen sind wie Gebäude gerahmt und nutzen das Gesicht als eine Landschaft. Es gibt eine starke Wechselwirkung zwischen den Designelementen der Architektur und VAVA. Da Brillen ein starres Objekt sind, müssen sie sich perfekt an das Gesicht anpassen, um ein mechanisches Teil des Körpers zu werden.“

Vava Eyewear Silmo d'Or 2021 mit Patricia Mamona
Zusammenarbeit mit Olympia-Dreispringerin Patrícia Mamona aus Portugal: 3D-Druck-Modell CL0016 von VAVA erhielt den „Spezialpreis der Jury“ beim Silmo d’Or 2021 (© VAVA)

Sportler waren bis 2021 nicht vertreten, dann begann die Zusammenarbeit mit Patrícia Mbengani Bravo Mamona, einer portugiesischen Olympia-Dreispringerin mit angolanischen Wurzeln (Silbermedaille 2020 in Tokio). „Mamona ist die Verkörperung der Kraft des Engagements und des Willens, über das Erwartete hinauszugehen. Außerdem steht sie für Gleichheit und Vielfalt. Und genau diese kraftvolle Botschaft wollten wir in den heiklen Zeiten der Pandemie vermitteln.“.

Gewinner VAVA

Kraftvolle Botschaften kommen gut an. Das Modell CL0016, in Zusammenarbeit mit Athletin Patricia Mamoma entwickelt, gewann beim Silmo d’Or im September 2021 den „Spezialpreis der Jury“ für sein dynamisches Design mit variablen Clipteilen.

Mit dem IOFT „Grand Prix Award“ in Tokio erhielt im November desselben Jahres ein weiteres Modell den nächsten Designpreis. WL0049 ist eine Sonnenbrille in Top-Bar-Form mit Barberini-Mineral-Kristallgläsern aus der Kollektion White Label, 100 % recycelbar aus Bio-Acetat und einem leichten Aluminiumscharnier.

In der Begründung der Jury heißt es: „Der verspielte Rahmen, der für Sonnenbrillen einzigartig ist, hat Aufmerksamkeit erregt. Es scheint, dass man ein Gespräch entwickeln kann, wenn man von jemandem angesprochen wird und sagt: ,Eigentlich berücksichtigt die Brille auch die Umwelt.’ Man kann sehen, dass es dem Designer selbst Spaß macht, sie zu entwerfen.“

Zukunft

Die Zukunft des Unternehmens legte Pedro da Silva im vergangenen Jahr unter dem Einfluss der Corona-Pandemie mit einer noch größeren Verpflichtung zur Nachhaltigkeit fest. Auf der Agenda des „Theorems“ stehen: Lieferketten checken, Arbeitsbedingungen verbessern, Abfall reduzieren und den ökologischen Fußabdruck verringern.

 

„Unsere Brillen sind wie Gebäude gerahmt und nutzen das Gesicht als eine Landschaft.“

 

„Wir werden auch in Zukunft lokale Projekte oder Unternehmen unterstützen. Aber diese Reise muss über diese Ziele hinausgehen. Es ist zwingend notwendig, auf globaler Ebene zu handeln“, so Pedro da Silva.

Vava Eyewear AB 0905 t
VAVA Eyewear AB 0905 t (© VAVA)

Als Mitglied des World Business Council for Sustainable Development mit Sitz in der Schweiz hat sich VAVA zu den Grundsätzen einer guten Unternehmensführung bekannt. Das Unternehmen will auch die act4nature-Verpflichtungen unterzeichnen. „2022 werden wir unsere laufende Arbeit in diesem Bereich vorstellen, um die biologische Vielfalt zu stärken und unsere Verpflichtungen einer öffentlichen Prüfung zu unterziehen.“

Märkte

Derzeit ist das Label bei rund 300 Augenoptiker*innen in 52 Ländern vertreten. Die größten Märkte sind Italien, Frankreich, Belgien und die USA. Der jüngste Markt ist Mexiko, der schwierigste China aufgrund von Urheberrechtsverletzungen und Zollkomplexität.

Langsam, aber ziemlich sicher erobern die Brillen mit der klaren Formensprache auch die DACH-Region. Derzeit sind sie in Deutschland in 24, der Schweiz in 11 und in Österreich in 8 Geschäften erhältlich, darunter Brille 54 (Berlin), Brillen Manufaktur (Wien) und Gaité (Zürich). Alle drei Märkte wachsen. Die Erfolgsgeschichte des portugiesischen Labels, das in Berlin seinen Anfang nahm und von der Bauhaus-Bewegung so kraftvoll beflügelt wird, ist noch lange nicht zu Ende.

/// PE

Vava Eyewear AB 0857 t3
VAVA Eyewear AB 0857 t3 (© VAVA)

„Berlin inspirierte mich, eine moderne Marke zu gründen.“

VAVA wurde in Berlin gegründet. Was bedeutet Ihnen die Stadt?

Pedro da Silva: Als ich einige Jahre in Stuttgart für Hugo Boss gearbeitet habe, war Berlin war für mich die perfekte Wochenendstadt. Über die Jahre habe ich viele Leute kennengelernt und fing schon an, mich ein bisschen wie ein Berliner zu fühlen.

Als ich in Italien lebte, entdeckte ich zufällig eine Gruppe aus Brillen-Designern, Herstellern und großartigen Optikern. Eine jahrhundertealte Industrie voller Knowhow und Expertise. Plötzlich war mir klar, dass ich mein eigenes Nischen-Brillenlabel gründen wollte, angetrieben von der Idee, mich durch die Kreation von zeitgemäßen, zeitlosen Brillen auszudrücken – im Gegensatz zur Schnelllebigkeit der Mode.

So zog ich 2013 von Mailand nach Berlin, um dort mein Unternehmen zu gründen. Die Stimmung der Stadt, die entspannte Haltung, die Qualität der Kunst- und Musikszene, die Offenheit der Menschen, die Kulturszene, das postindustrielle Gefühl, die Grünflächen. All das hat mich fasziniert und beeinflusst, eine moderne Marke zu schaffen. Meine Idee war es, von dort auszugehen und trotzdem etwas Neues zu schaffen.

Haben Pandemie und Klimawandel Ihre Vorstellung von gutem Brillendesign verändert?

Eigentlich kaum. Ich glaube, dass es uns schon 2014 gelungen ist, ein nachhaltiges Produkt zu konzipieren. Aber in den zwei Jahren der Pandemie wurde uns klar, dass wir viel mehr tun müssen, weil die erforderlichen Veränderungen einfach nicht schnell genug vonstatten gehen. Da wir auf unser 10-jähriges Bestehen zugehen, haben wir 2021 unser „Theorem“ eingeführt, eine Agenda, in der Nachhaltigkeit die Hauptrolle spielt.

Vava Eyewear - Pedro da Silva
Pedro da Silva: Gründer, Geschäftsführer und Kreativdirektor von VAVA Eyewear. 1997 Abschluss in Textiltechnik, danach Senior Manager in Unternehmen wie Mephisto, Inditex (Zara), Hugo Boss und VF Corporation. Seit langem fasziniert von der Detroiter Techno-Szene, dem Bauhaus, dem Minimalismus und dem italienischen Futurismus (© VAVA)

„Gutes Brillendesign” bedeutet auch, ein Produkt herzustellen, das lange hält. Billigere und weniger haltbare Produkte sind schlechter für die Umwelt. Studien zeigen, dass Verbraucher in Zeiten von Pandemien eine umweltbewusstere Haltung einnehmen. Sie bewahren Waren auch länger auf und geben sie eher weiter als sie wegzuwerfen, wenn sie sie nicht mehr brauchen. Deshalb stellen wir Brillen her, die lange halten.

Gehört der Unisex-Philosophie die Zukunft?

Auf jeden Fall. Wir stellen uns eine Zukunft vor, die ohne Rassen, ohne Geschlechter und ohne Alter auskommt, indem wir Begriffe wie Gleichheit und Vielfalt verwenden. Wir übersetzen diese Gleichheit, indem wir eine neutrale Figur schaffen. Sie hat uns geholfen, eine minimale monochromatische Silhouette zu schaffen, die sich in der Brille als minimalistisches architektonisches Stück wiederfindet.

Diese Philosophie ist mit monochromen Primärformen in Primär- und Neutralfarben verbunden. Ein Zustrom klarer und stromlinienförmiger Formen aus Techno-Materialien in Verbindung mit der Weltraum- und Science-Fiction-Vorstellung der Menschen.

Ihr Brillendesign ist minimalistisch. Ist das auch Ihr privater Lebensstil?

Absolut, ich liebe einen einfachen, minimalistischen und dennoch subtil futuristischen Look. Immer zeitlos und ikonisch, aber nicht laut. Aus denselben Gründen liebe ich auch den Porsche 911.

 

VAVA Eyewear Lda

Firmensitz: Porto, Portugal

Gründung: 2013

Gründer, Designer und CEO: Pedro Passos da Silva

www.vavaeyewear.com

 

Artikel aus der eyebizz 2.2022 (Februar/März)

 

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