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Brillenglas-Innovationen aus Basel

Optiswiss: Verlässlichkeit Made in Switzerland

Optiswiss Swissness
„Wofür stehen wir?“ hat man sich beim Brillenglas-Hersteller Optiswiss aus Basel gefragt und festgestellt: die Antwort „Swiss Made“ funktioniert auch in der Bildersprache (Bild: Optiswiss)

Sie verstehen sich als Innovationstreiber, möchten Kunden und Geschäftspartner mit „spannenden Produkten“ beliefern, ihnen einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Sie haben sich neue Werte gegeben, die Firmenphilosophie geschärft und Schlagzeilen mit Kooperationen, Personalien und Innovationen gemacht. Sie – die Optiswiss AG aus Basel – hat aber noch mehr vor. eyebizz wollte Einzelheiten wissen.

Im Herbst vergangenen Jahres kündigte die Optiswiss AG aus der Schweiz nicht nur die Kooperation mit Luxexcel aus den Niederlanden bei der Herstellung von 3D-gedruckten „smarten“ Brillengläsern an, sondern machte auch mit einer weiteren Zusammenarbeit Schlagzeilen: Zum einen, weil die Oculus Optikgeräte GmbH nicht irgendein Gerätehersteller aus Deutschland ist, der nun mit dem Brillenglas-Hersteller aus Basel gemeinsame Sache macht, sondern weil erst beide zusammen die biometrischen Gleitsichtgläser von Optiswiss möglich machen. Damit ist Vorreiter Rodenstock nicht mehr der einzige Brillenglas-Hersteller, der auf die Strategie setzt, messbare biometrische Parameter für noch individuellere und laut Hersteller noch bessere Brillengläser einzusetzen.

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„Made in Switzerland“

Wie das deutsche Pendant „Made in Germany“ steht das Label in erster Linie für Vertrauen. Vertrauen, das der Käufer eines Produktes „Swiss Made“ oder „Made in Switzerland“ in die Qualität und Herkunft des Produktes haben darf. Die Verwendung dieser Labels ist in der Schweiz durch die Markenschutz-Verordnung von 1992 geregelt. 2015 hat der eidgenössische Bundesrat zudem eine neue Gesetzgebung verabschiedet, die den Schutz der Herkunftsbezeichnung „Schweiz“ noch strenger regelt, um eventuellen Missbräuchen vorzubeugen. So müssen mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten eines industriellen Produktes in der Schweiz anfallen und der wichtigste Fabrikationsschritt muss in der Schweiz getätigt worden sein.

„Davon abgesehen bedeuten für die Optiswiss AG das Label Swiss Made und die feste Verankerung in Basel die Basis für die hier an den Tag gelegte Mentalität und Nachhaltigkeit in den Facetten: ökologischer Footprint, gesellschaftliche Verpflichtung und soziale Verantwortung am Arbeitsmarkt“, erklärt Optiswiss-CEO Samuel Frei.

 

Optiswiss Samuel Frei
Samuel Frei, seit 2019 Geschäftsführer bei Optiswiss mit dem Ziel, den Kunden „einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen“ (Bild: Optiswiss)

Der Launch der „be 4ty+ Biometrics“, die Kooperationen und die überarbeiteten Unternehmenswerte sind nicht die einzigen News aus Basel, die Mitbewerber aufhorchen lassen: Die Schweizer haben in Vertrieb und interne Strukturen investiert. Bereits im Juni letzten Jahres hat die Firmenspitze Detlef Göttlich in den Verwaltungsrat berufen. Im September folgte Johannes Schubart als Head of Global Marketing, Product Management & Tools. Göttlich war viele Jahre Vice President bei Rodenstock, auch Schubart hatte zuletzt bei den Münchnern Expertise eingebracht, als Leiter des Produktmanagements und Produktmarketings sowie des Schulungsbereiches in der DACH-Region.

Die personelle Verstärkung symbolisiert das Selbstbewusstsein, für das das Unternehmen als Marktführer unter den Brillenglas-Herstellern in der Schweiz schon bekannt ist und das die Eidgenossen auch auf dem deutschen Markt unter Beweis stellen möchten. Seitdem Samuel Frei 2019 als Nachfolger von Denis-André Zaugg als CEO an der Spitze eines mittlerweile 250-Köpfe-starken Teams in Basel steht, konzentriert sich der 1937 gegründete Brillenglas-Hersteller zunehmend auf seine Grundwerte mit dem Ziel, „den Status von Optiswiss als wichtigen Akteur und Innovationstreiber weiter zu festigen und auszubauen“, so Frei.

Neue, besondere Herausforderungen

Der heutige Markt in der Augenoptik stellt Brillenglas-Hersteller vor zum Teil neue und besondere Herausforderungen. Frei: „Die Vertikalisierung, die Digitalisierung, die zunehmend wachsenden Konkurrenten auf der einen, Preisdruck, Lieferketten und Rohstoffknappheit auf der anderen Seite begleiten auch die augenoptische Industrie.“ Nicht zuletzt seien auch die Ansprüche der Augenoptiker*innen an ihren Glashersteller gestiegen. Gründe genug, die Frage, „wofür stehen wir, warum wir und nicht die anderen“ in Basel auf den Prüfstand zu stellen.

Optiswiss Coating
Verlässliche Qualität auch beim Coating der Optiswiss-Brillengläser (Bild: Optiswiss)

So hat das Unternehmen seine Werte in der Folge neu formuliert. Das macht die Firmenphilosophie greifbarer, „stellt den Fachhandel glaubhaft in den Vordergrund und kommt auch dem Zeitgeist entgegen, sich das eigene Bestreben niedergeschrieben immer wieder vor Augen zu führen und danach das eigene Handeln auszurichten“, erläutert Frei die Intention.

Die Basler haben drei Basisanforderungen von Augenoptiker*innen an einen Brillenglas-Lieferanten erkannt, von denen sie überzeugt sind, dass sie diese alle erfüllen: „Verlässliche Qualität, Geschwindigkeit über den gesamten Prozess und spürbare Innovationskraft.“ Johannes Schubart ergänzt diese Reihe um Merkmale, „bei denen wir das Potenzial haben, uns positiv von der Konkurrenz abzugrenzen: echte Partnerschaft – Services mit Mehrwert – 100 Prozent Swiss-made!“ Als bester unabhängiger Brillenglas-Hersteller möchte Optiswiss laut eigener Aussage der Partner erster Wahl für die Augenoptiker sein – in und außerhalb der Schweiz.

Geschäftsmodell unterstützt Vision

Unter diesem Aspekt kann die Liaison mit Oculus in Sachen biometrische Gleitsichtgläser noch weiter interpretiert werden. Die be 4ty+ Biometrics sind für die Fachleute in Basel die konsequente Weiterentwicklung der Premium-Gleitsichtglas-Familie des Hauses. Nach außen in den Markt stellen sie die benannte Innovationsfreude in den Vordergrund mitsamt dem Anspruch, den unabhängigen Augenoptikern*innen Produkte mit Alleinstellungsmerkmalen für eine erfolgreiche Zukunft anzubieten.

Auch die biometrischen Gleitsichtgläser sind Made in Switzerland, doch möglich wird diese Produktkategorie erst durch deutsche High-Tech-Messtechnologie. Die für die exakte Berechnung der Brillengläser nötigen Messungen nimmt der Augenoptiker mit dem Myopia Master von Oculus vor, die Berücksichtigung der ermittelten biometrischen Parameter der Augen sollen in Kombination mit den bekannten Individualparametern eine genaue Anpassung der Brillengläser an das visuelle System zulassen.

Optiswiss QualityControl
Optiswiss verfügt nach eigenen Aussagen über hochmoderne Produktionsstraßen, die zu den größten in Europa gehören, doch bei der Qualitätskontrolle sind immer noch Handarbeit und Augenmaß gefragt (Bild: Optiswiss)

„Genauer geht nicht. Und weniger reicht eben auch nicht, um in unserer Entwicklung ein neues Niveau zu erreichen“, sagt Schubart in Bezug auf die erhobenen Messdaten. Erstmals könne eine richtig gemessene Baulänge des Auges der Berechnung des Brillenglases zugrunde gelegt werden, was auch eine optimale Versorgung von Menschen mit Intraokularlinsen möglich machte.

 

Optiswiss: 10.000 Brillengläser täglich

Brillenglas-Hersteller Optiswiss wurde 1937 von zwei Augenoptikern aus Basel gegründet. In der Unternehmensgeschichte war der Technologie- und Produktionsstandort in der Schweiz nicht immer unabhängig, vielmehr gehörte das Unternehmen mehrfach zu größeren Konzernen. Auch unter Zeiss Vision Care oder American Optical machte der Hersteller auf sich aufmerksam, auch durch stetes Bestreben nach erneuter Unabhängigkeit. „Aufgrund des kontinuierlichen Wachstums über Jahrzehnte ist Optiswiss heute ein international agierendes Unternehmen und führender Brillenglas-Produzent der Schweiz“, heißt es in einem firmeneigenen Imagetext des nach eigenen Angaben größten unabhängigen Brillenglas-Herstellers in Europa.

Nun ist „Größe“ etwas, das unterschiedlich interpretiert werden kann, aber die Zahlen sind eindrucksvoll: 250 Mitarbeitende in Basel, wo am Produktionsstandort rund 10.000 Brillengläser gefertigt werden, sechs Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Die Brillengläser „Made in Switzerland“ gehen in mehr als 20 Länder, dort schätzt man die eingesetzte und gern kommunizierte modernste Technologie, die strengen Qualitätskontrollen und die ausgereifte Logistik der Schweizer.

 

Den Ingenieuren in Basel sei es gelungen, wesentliche biometrische Parameter in das Design des Brillenglases zu integrieren. „Wir berücksichtigen bei der Berechnung neben der Augenbaulänge auch den Augendrehpunkt und den Pupillendurchmesser und ermöglichen so Gleitsichtgläser mit außergewöhnlichem Sehkomfort unabhängig von der individuellen Anatomie“, erklärt der Marketingchef, der betont, dass jedes menschliche Auge einzigartig ist, und dieser Umstand berücksichtigt werden sollte: „Es gibt wahrscheinlich kein zweites mit exakt denselben Parameter.“

Die biometrischen Gleitsichtgläser sollen weniger eine Kampfansage an die unmittelbare Konkurrenz darstellen, sondern bedeuten für Optiswiss vielmehr ein innovatives Gesamtkonzept mit eigener Strahlkraft: „Die Messung und anschließende digitale Übertragung der biometrischen Daten garantieren ein absolut individuelles Brillenglas, das perfekt für das Auge seines Trägers zugeschnitten ist“, so der Geschäftsführer.

Ganzheitliches System statt nur Brillenglas

Frei und sein Team möchten „klare Mehrwerte und Differenzierungs-Möglichkeiten für den Fachhandel bieten, durch Produkte und Services“. Deswegen, so scheint es, wird in der Kommunikation vor allem auch die Kooperation mit dem deutschen Gerätehersteller nach vorne getragen. Schubart: „Die Augenoptiker*innen erhalten ja nicht nur ein Gleitsichtglas von exzellenter Qualität und Technologie, sondern ein ganzheitliches System optimal aufeinander abgestimmter Bausteine.“ Gemeint ist die Messung aller relevanter Parameter des Auges mit dem Myopia Master, der darüber hinaus für weitere Anwendungen genutzt werden kann, zum Beispiel zum Myopie-Management.

optiswiss - Detlef Göttlich
Detlef Göttlich, Ex-Vice President bei Rodenstock, wurde 2021 in den Verwaltungsrat der Optiswiss AG berufen (Bild: Optiswiss)

In die Partnerschaft von Optiswiss und Oculus sind für die Kunden des Brillenglas-Herstellers exklusive Leistungen integriert, sodass sie die vielfältigen Messmöglichkeiten des Myopia Master auch für die Gleitsichtglas-Optimierung nutzen können. Umfangreiche Marketing- und Trainingsunterstützung sollen das Angebot abrunden. „Nach Freischaltung ist es neuen, aber auch bestehenden Myopia-Master-Kunden möglich, sich unter Zuhilfenahme der exakt gemessenen Augenbaulänge auch den Augendrehpunkt bestimmen zu lassen. Die transparente und dem Kunden gegenüber einfach zu erläuternde Ausgabe sowie die direkte digitale Übertragungsmöglichkeit via Schnittstelle zählen ebenfalls zu den besonderen Erfolgen dieser produktiven Kooperation“, so Schubart.

Einsatz smarter Brillengläser beschleunigen

Wie produktiv die Kooperation mit Luxexcel werden kann, muss sich hingegen noch zeigen. Die gemeinsame Herstellung von 3D-gedruckten Korrektionsgläsern „Made in Switzerland“ soll zunächst den Einsatz smarter Brillengläser beschleunigen. Als Basis dient die von Luxexcel neuentwickelte VisionPlatform7, die bereits in Basel im Einsatz ist und dort die „zukunftsweisenden, hochmodernen Produktionsstraßen, die zu den größten in Europa gehören, komplettiert“ (Frei). Die Plattform ermögliche viele neue Anwendungsfelder zur Fertigung unterschiedlicher Korrektionsbrillengläser – beispielsweise für Augmented Reality – oder selbsttönende Brillen.

Optiswiss 3D-Drucker Luxexcel
In Kooperation mit Luxexcel sollen bei Optiswiss in Basel auch 3D-gedruckte Brillengläser schnellstmöglich für den Einsatz in Datenbrillen produziert werden (Bild: Optiswiss)

Für den CEO sind 3D-gedruckte Brillengläser die Blaupause für das, wofür das Unternehmen stehen soll: „Wir arbeiten bereits seit einigen Jahren mit Luxexcel zusammen. Mit der VisionPlatform 7 verfügen wir ab sofort über eine digitale Fertigungsplattform, um Brillengläser mithilfe modernster Drucktechnologie herzustellen. Dabei verfolgen wir das Ziel, in Kürze Serienreife zu erlangen. Gemeinsam mit Luxexcel können wir neuartige Produkte entwickeln und diese in kurzer Zeit in den Markt bringen. Durch den Einsatz solcher innovativer Technologien werden wir zukünftig hoffentlich in der Lage sein, unseren Kunden und Geschäftspartnern spannende Produkte anzubieten und ihnen einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen.“

Nahbar und beweglich

Die Technologie ist die Basis für einen Brillenglas-Hersteller, aber er muss auch nahbar und beweglich sein. Für ein Unternehmen der Größe von Optiswiss mag die Unabhängigkeit insgesamt vorteilhaft sein, doch sie bringt auch die Verpflichtung mit sich, mit Engagement und der nötigen Schnelligkeit zu reagieren. Neue Ideen gehören dazu, aber in Basel glaubt man zu wissen, was häufig in erster Linie von ihnen erwartet wird: Verlässlichkeit.

Optiswiss Johannes Schubart
Johannes Schubart, seit Herbst 2021 Head of Global Marketing, Product Management & Tools bei Optiswiss (Bild: Optiswiss)

Man spreche die Sprache der Augenoptiker*innen und sei mit deren Herausforderungen vertraut, erklärt Schubart. „Wir setzen auf Wertschätzung und einen persönlichen Umgang, in dem auch Emotionen und Spaß Raum haben. Wir wollen Vorreiter und ein nahbarer Partner auf Augenhöhe sein und dabei höchste und verlässliche Produktqualität sowie raffinierte Tools und Dienstleistungen bieten. Immer mit dem Ziel, dass die Augenoptiker*innen, die mit uns zusammenarbeiten, ihren eigenen hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden und ihre Ziele erreichen können.“

Schubart hat die Werte seines neuen Arbeitgebers schnell verinnerlicht, er wird sie ebenso in den Markt tragen wie der Kollege Göttlich und andere neue Gesichter in der Firmenzentrale in Basel oder verstreut in den Homeoffices und im Vertrieb der angrenzenden Länder. Optiswiss wird sicherlich weiterhin für Schlagzeilen sorgen, um auch hierzulande dauerhaft eine ernstzunehmende Alternative zu werden.

/// BERND REISINGER

 

www.optiswiss.com

 

Artikel aus der eyebizz 2.2022 (Februar/März)

 

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