Anzeige
Anzeige
Giesa Optik in Neuruppin

Heike Maaß: Augenoptik-Meisterin mit 47

Heike Maaß war als Augenoptikerin bei Optik Giesa in Neuruppin über viele Jahre zufrieden und hatte nie vor, eine Ausbildung zur Meisterin zu machen. Als es vor einigen Jahren um die Nachfolge ihres Chefs und Geschäfts-Inhabers Burkhard Giesa ging, wurde das Thema doch aktuell und sie drückte mit Mitte 40 noch mal die Schulbank.

Giesa Optik: Heike Maaß Augenoptik Meisterin
Heike Maaß von Giesa Optik: 2017 begann sie das berufsbegleitende Meisterstudium (Bild: Giesa Optik)

Heike Maaß begann 1990 ihre Ausbildung bei dem alteingesessenen Augenoptikbetrieb in der Karl-Marx-Straße im Herzen des 30.000-Seelen-Städtchens Neuruppin (Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Nordwesten von Brandenburg). Dass sie 30 Jahre später als Meisterin und sogar Inhaberin den Laden schmeißen würde, war so nie geplant. Eigentlich hatte die gebürtige Neuruppinerin Zahntechnikerin werden wollen, aber ihr Vater kannte den Augenoptikermeister Burkhard Giesa und dessen Suche nach einer Auszubildenden. Ein Probetag genügte, und die Entscheidung war gefallen.

Anzeige

Nach dem Gesellenabschluss 1993 sammelte Heike Maaß über Jahrzehnte Berufserfahrung in Kundenberatung, Anpassung von Brillen und Kontaktlinsen. Die zahlreichen Stammkunden kommen gerne in den rund 120 qm großen Betrieb mit Verkaufs- und Refraktionsraum, zwei Lagerräumen, zwei Werkstätten sowie Aufenthaltsraum und Büro, günstig gelegen in der langen Einkaufsstraße im Zentrum, übrigens ebenso wie zwei weitere traditionelle Augenoptik-Geschäfte und ein Filialist.

Warum nicht selbst übernehmen?

Weil der Sohn des Inhabers den Laden nicht übernehmen wollte, bemühte sich Burkhard Giesa um einen Verkauf. Doch es meldeten sich nur Interessenten ohne Meistertitel, die die langjährige Angestellte mit Meisterschulung zur Geschäftsführerin machen wollten. „Nachdem ich für den vermeintlich neuen Chef Teil 1 und 2 der Meisterausbildung, also den fachlichen Part, absolvieren sollte, um übernommen zu werden, fragte ich Herrn Giesa, was wohl dagegen spräche, den kompletten Meister zu machen und das Geschäft selber zu übernehmen. Er war begeistert von der Idee.“

2017 begann sie das berufsbegleitende Meisterstudium: „Ich meldete mich in Rathenow in der Augenoptikerinnung des Landes Brandenburg an. Dort wurde mir Mut gemacht, dass ich es auch gut schaffen könne, obwohl ich schon länger aus der Schule heraus bin.“

Die Älteste in der Klasse

Wie fühlte es sich an, wieder dort zu sitzen? Heike Maaß sieht die Zeit als Älteste in der Klasse insgesamt sehr positiv: „Für mich war es nicht so außergewöhnlich, wieder die Schulbank zu drücken. Seit vielen Jahren besuche ich diverse Kurse an der Volkshochschule. Mir macht das Lernen Spaß.“

Die langen Wochenenden in Rathenow boten zudem Abwechslung vom Alltag und nette Gespräche mit den Mitschülern, die oft vom Alter her fast ihre Kinder hätten sein können. „Besonders toll fand ich die lockere Atmosphäre in der Schule. Wir haben so viel gelacht mit den Dozenten, alles war eher familiär“, so die zweifache Mutter.

 

„Die alleinige Verantwortung zu übernehmen und meine eigene Chefin zu sein, das hat mich gereizt.

 

Aber Maaß merkte auch, dass Lernen mit zunehmendem Alter immer schwerer fällt. In diesem Fall war es ja nicht nur just for fun. „Plötzlich war Druck dahinter: Familie, Arbeit, Studium – alles musste unter einen Hut. Aber ich wusste ja, worum es geht.“ Nach über drei Jahren (mit Verzögerungen durch die Corona-Pandemie) erlangte sie im Dezember 2020 einen guten Meisterabschluss bzw. „Bachelor Professionell“.

Kritische Stimmen gab’s auch

Auch wenn sie die späte Ausbildung als gar nicht so aufreibend empfand wie anfänglich befürchtet, war es doch ein großartiges Gefühl, den Meisterbrief in den Händen zu halten, und auch Stolz dabei, es den kritischen Stimmen in ihrem Umfeld, die es auch gab, gezeigt zu haben. „Ich würde es wieder tun, weil es mir sehr viel gebracht hat. Nach 30 Jahren Berufserfahrung wusste ich schon das Wichtigste, aber jetzt verstehe ich die Hintergründe viel besser.“

Ebenso lange war Heike Maaß auch schon bei Herrn Giesa tätig, sodass die Geschäfts-Übernahme ihr auch rückblickend stimmig erscheint: „Ich hatte schon lange viele Freiheiten im Geschäft, aber wichtige Entscheidungen musste ich am Ende immer mit ihm absprechen. Die alleinige Verantwortung zu übernehmen und meine eigene Chefin zu sein, das hat mich gereizt. Ich habe es nie bereut!“

Auf ihrem Weg zur Meisterin hätten Kunden immer wieder nachgefragt, wie es so läuft, auch das motivierte. Kunden, die länger nicht da waren und jetzt den Meisterbrief sehen, gratulierten und freuen sich mit ihr.

Brillen nach Maaß

Die Geschäftsübernahme ging glatt über die Bühne. Giesa Optik führt sie jetzt mit dem selbstbewussten Zusatz „Brillen nach Maaß“ und bietet in erster Linie hochwertige Brillenfassungen und Brillengläser, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen, Ferngläser und vergrößernde Sehhilfen an. Unterstützt wird die heute 49-Jährige von Sohn Hannes, der ebenfalls die Augenoptik für sich entdeckt hat. Der 19-Jährige ist derzeit im dritten Lehrjahr.

Für ihre Hobbys – mit Stand-up-paddle oder Boot auf dem See unterwegs sein oder sich im Verein mit Standard- und Lateintänzen zu vergnügen – hat sie jetzt nicht mehr so viel Zeit wie früher. Aber sie liebt ihren Beruf – und Weiterbildung bleibt ein Thema: „Noch während meines Studiums hatte ich den Plan, anschließend den Optometristen-Lehrgang mitzumachen, doch dann war die Luft erst mal raus. Aber ich liebäugele immer wieder damit, vielleicht wenn mein Sohn mit seiner Ausbildung fertig ist.“ Lernen macht ihr offenbar wirklich Spaß.

/// PE

www.giesa-optik.de

 

Artikel aus der eyebizz 5.2023 (August/September)

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.