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Elias Zimmermann unterstützt Peru-Projekt

EDA: Wissen zu teilen heißt, Zukunft zu gestalten

In der eyebizz-Ausgabe (6.2025) haben wir unter dem Titel „Extrameilen“ einen jungen Mann vorgestellt, der als Vorbild für den Berufsnachwuchs gelten könnte: Tom Luis Platten. Einer, auf den das minde­stens genauso zutrifft, ist Elias Zimmermann, der ebenfalls in die Fußstapfen des Vaters tritt und der im Oktober 2025 viel unterwegs war. Zum Beispiel in Peru, wo er ehrenamtlich ein langjähriges Projekt des Entwicklungsdienst Deutscher Augenoptiker (EDA) unterstütze.

EDA Elias Zimmermann und Team Instituto Eurohispano Americano de Optometría in Lima
Zwei Wochen unterstützte der deutsche Augenoptikermeister und Optometrist Elias Zimmermann das Team des Instituto Eurohispano Americano de Optometría in Lima.

Der EDA hat vor einigen Jahren in Lima, der Hauptstadt von Peru, den Grundstein für eine praktische augenoptische Ausbildung gelegt. Zur Erinnerung: EDA, das sind Augenoptiker und Augenoptikerinnen meistens aus Deutschland, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen augenoptischen Ausbildung nicht an Hindernissen scheitern zu lassen, wie sie oft in sogenannten Entwicklungsländern vorherrschen. „Ziel ist es, Menschen in ihren Heimatländern zu befähigen, damit sie dort erfolgreich sein können. In vielen armen Ländern stellen Ausbildung und medizinische Versorgung nach wie vor große ­Herausforderungen dar“, erklärt der EDA-Vorsitzende Reinhard Müller dazu auf der EDA-Website (eda-information.com).

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So reisen die Aktivsten der EDA-Mitglieder stets für einige Wochen in andere Kulturen, um sich dort zu engagieren. So wie Zimmermann, der zwei Wochen in Lima im Instituto Eurohispano Americano de Optometría und in dem mit Unterstützung des EDA errichteten Augenoptikgeschäft samt Werkstatt tätig war, um das Team des Instituts zu unterstützen. In den modernen Geschäftsräumen werden sowohl Optometristen als auch Augenoptiker praxisnah ausgebildet – ein wichtiger Schritt für die fachliche Ausbildung vor Ort.

Instituto Eurohispano Americano de Optometría EDA Augenoptikgeschaeft und Werkstatt
Im Erdgeschoss des Instituto Eurohispano Americano de Optometría ist das mit Unterstützung des EDA errichtete Augenoptik-Geschäft samt Werkstatt beheimatet.

Zimmermann, Augenoptikermeister und Optometrist aus Dinkelscherben bei Augsburg, engagiert sich bereits seit seiner Zeit als Auszubildender beim Entwicklungsdienst und hat schon etliche internationale Projekte begleitet. Zuletzt war er 2023 in Uganda im Einsatz, nun also Peru, „eine Erfahrung, die mich fachlich und menschlich sehr bereichert hat“, sagt er. Nach einer vierwöchigen Rundreise durch das südamerikanische Land bekam er die Aufgabe, an der Pazifikküste in der Hauptstadt das „Rapid-Glasses-System“ vorzustellen. „Das ist eine moderne und effiziente Methode, um Brillengläser schnell und präzise in Fassungen einzuschleifen“, erklärt Zimmermann.

In Zusammenarbeit mit Institutsleiter Professor Severo Sánchez, dessen Sohn und den beiden Töchtern, die vor allem tatkräftig beim Übersetzen halfen, konnte er das System dort sowohl den Lehrkräften als auch den Studierenden nahebringen. Außerdem hielt er eine Unterrichtsstunde über Abbildungsfehler sphärischer Brillengläser ab – „eine neue und spannende Erfahrung, da das Interesse und die Motivation der Teilnehmenden beeindruckend groß war“.

Optovision Congress 2025

Damit war aber noch nicht Schluss für den jungen Mann aus der Nähe von Augsburg. Denn im Oktober vergangenen Jahres ging in Lima im Los Delfines Hotel & Convention Center auch der Optovision Congress über die Bühne. Zimmermann war zu der wichtigen Fachveranstaltung in Lateinamerika mit über 200 teilnehmenden Augenoptikern, Optometristen und Augenärzten eingeladen, um einen Vortrag auf dem Kongress zu halten! „Ich entschied mich, über die Zukunft der Optometrie in Deutschland` zu sprechen, und berichtete über die wachsende Bedeutung präventiver Screenings in der Augenoptik.“ Ein Thema, das Zimmermann aufgrund der zunehmenden Wartezeiten auf Augenarzttermine seiner Kundinnen und Kunden auch in Deutschland fasziniert. Zusätzlich referierte und warnte er bei seinem Vortrag – im Einklang mit den Em­pfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – vor der wachsenden Zahl junger Menschen, die durch exzessive Bildschirmnutzung und Bewegungsmangel unter visuellen Problemen leiden.

Das sind Erfahrungen, die ihm niemand mehr nehmen kann, und die Zimmermann „besonders berührt“ haben. „Vor allem, wie herzlich und offen mich die Menschen in Peru aufgenommen haben. Ihr Interesse, ihr Respekt und ihre Freude am Lernen haben mich tief beeindruckt. Ich bin mit großer Dankbarkeit und Demut nach Deutschland zurückgekehrt – dankbar für unser gutes Gesundheitssystem, aber auch tief beeindruckt von der Stärke der Menschen, die trotz schwieriger Bedingungen täglich ihr Bestes geben.“

Blick in die Zukunft

In Deutschland möchte Zimmermann zukünftig im Geschäft des Vaters, das er kürzlich übernommen hat, das Ziel verfolgen, die Menschen in Deutschland weiterhin bestmöglich augenoptisch zu versorgen. „Aber ich werde gleichzeitig weiter internationale Projekte unterstützen, wo immer ich gebraucht werde. Nach meinem Einsatz in Uganda 2023 war Peru eine weitere wertvolle Erfahrung, die mir gezeigt hat: Wissen zu teilen heißt, Zukunft zu gestalten.“

/// IR

 

Fotos: Elias Zimmermann / Instituto Eurohispano Americano de Optometría, Lima

 

Artikel aus der eyebizz 2.2026 (März/April)