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Produkt: eyebizz 2/2019
eyebizz 2/2019
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Green Eye: Nachhaltigkeit in der Augenoptik

Botaniq bei BoDe Design: Nachhaltig rund

Immer mehr Brillenhersteller bieten Kollektionen aus nachhaltigen Materialien an. Die Marke Botaniq denkt das Thema weiter in Richtung Kreislaufwirtschaft, sammelt gebrauchte Fassungen wieder ein und führt sie einer neuen umweltverträglichen Nutzung zu. Den Deutschland-Vertrieb betreut BoDe Design.

Botaniq 7906 - BoDe Design
Brillenmarke Botaniq: Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft (Bild: BoDe Design)

Botaniq: Der Kreis schließt sich

Sich im Kreis drehen, betrachten die Meisten für gewöhnlich nicht als positiv. Wenn sich ein Kreis schließt, sieht das schon anders aus, hat es doch etwas von Ankommen, Vollenden, einem Gefühl von Zufriedenheit. Sich gut zu fühlen beim Kauf nachhaltiger Produkte, weil Ressourcen und Umwelt geschont und Plastikabfälle vermieden werden, ist immer mehr Verbrauchern wichtig.

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Im Modebereich lehnen es einer Umfrage vom Februar 2021 zufolge bereits 13 Prozent der über 16-Jährigen ab, ein Produkt zu kaufen, das nicht nachhaltig ist, 9 Prozent boykottieren entsprechende Marken sogar komplett (Quelle: Statista). Nur eine Frage der Zeit, bis diese Entwicklung bei der Brille ankommt. Da macht es Sinn, über Nachhaltigkeit nachzudenken: bei den Materialien, bei der Fertigung, am besten auch beim „Leben danach“, Stichwort Kreislaufwirtschaft.

Botaniq 7653 - BoDe Design
Botaniq (Bild: BoDe Design)

Umweltverträgliche Zweitnutzung

Die Brillenfassungen von Botaniq, derzeit 16 Modelle in je 3 Farben, werden nicht nur ausschließlich aus Materialien wie Bio-Acetat, Kork, Holz und Bambus gefertigt. Die Marke nimmt zudem gebrauchte Brillen vom Endverbraucher zurück und führt sie einer umweltverträglichen Zweitnutzung zu.

Deutschland-Vertrieb BoDe Design sammelt die nicht mehr genutzten Fassungen und schickt sie zum Produzenten Inspecs nach London. Dort kommen die ausrangierten Modelle weltweit zusammen, werden recycelt und als ökologisches Baumaterial für Spielplätze oder Kinderrutschen verwendet. Stefan Bopp (58), zusammen mit Matthias Deter (60) Geschäftsführer von BoDe Design: „Hier ist der Kreislauf geschlossen. Das macht Nachhaltigkeit erst glaubhaft und ist in dieser Form bisher vollkommen neu.“

Es sind nicht nur die Fassungen: Die Demogläser wurden so weiterentwickelt, dass sie vollständig wieder verwertbar sind. Die gesamte Logistikkette von Verpackung bis Versand ist in ihren Bestandteilen nachhaltig oder recycelfähig. Für jede verkaufte Fassung wird ein Baum gepflanzt.

Fairantwortliches Handeln

Mit Botaniq hat BoDe Design als Premium-Partner eine weitere Marke des britischen Herstellers Inspecs im Vertrieb (siehe Interview). Das Unternehmen mit Sitz in Gemünden ist seit mehr als 25 Jahren am Markt und hat bereits etliche Brillen-Kollektionen erfolgreich eingeführt. Das Kunstwort BoDe ergab sich aus den Namen der Gründer Bopp und Deter.

Botaniq 7589 - BoDe Design
Botaniq (Bild: BoDe Design)

Kundenzufriedenheit ist beiden ebenso wichtig wie „fairantwortliches“ Handeln: Seit 2015 und der Zusammenarbeit mit der Modemarke Comma ist die Firma Mitglied beim BSCI (Business Social Compliance Initiative), einem Programm zur Verbesserung der sozialen Standards in einer globalen Wertschöpfungskette. „Es bietet Unternehmen ein systematisches Überwachungs- und Qualifikationssystem an, um die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern. Dazu werden die Produktionsstätten zur Überprüfung des Umsetzungsgrades nach dem BSCI Code of Conduct auditiert“, so Bopp.

Bei BoDe Design werden die Brillen der neuen Marke ab Ende August ausgeliefert. „Wir müssen beobachten, wie die Marke Botaniq von Augenoptiker*innen und Endverbrauchern angenommen wird. Was dann kommt, werden wir sehen. Aber ohne eine nachhaltigere Wirtschaftsweise wird es keine Zukunft geben.“

 


„Der Aufschlag beträgt weniger als zehn Prozent“

BoDe Design - Matthias Deter und Stefan Bopp
BoDe Design – die Gründer und Geschäftsführer Matthias Deter und Stefan Bopp (Bild: BoDe Design)

Stefan Bopp, Gründer und Geschäftsführer von BoDe Design, im eyebizz-Interview über Inspecs, Brexit und Brillenpreise.

Herr Bopp, BoDe Design ist Premium-Partner des britischen Unternehmens Inspecs. Was bedeutet das?

Mit Inspecs verbindet uns eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit. Wir sind in Deutschland ein wichtiger Vertriebspartner. Es ist uns gelungen, die Premium-Marke Superdry in Deutschland und angrenzenden Ländern mit unserem Vertriebskonzept erfolgreich am Markt zu platzieren.

Inspecs hat vor kurzem den deutschen Brillenhersteller Eschenbach übernommen. Wieso ging der Deutschland-Vertrieb von Botaniq dennoch an Sie?

Wir haben uns während der Corona-Krise Gedanken gemacht, wie wir BoDe Design für die Zukunft aufstellen. Uns war klar, dass wir mehr in Bezug auf Werbung, Online-Marketing und Digitalisierung machen müssen. Also haben wir in neue Webseiten investiert und auf einen leistungsfähigeren Online-Shop umgestellt. Wir hatten Glück, für alle diese Projekte die perfekten Partner zu finden. In diesem Zuge haben wir ein Vermarktungskonzept für Botaniq erstellt, das Inspecs überzeugt hat.

Beeinträchtigt der Brexit die Lieferkette aus Großbritannien bzw. den Rückversand der gebrauchten Brillen?

Planung ist alles. Am Anfang gab es ein paar Anlaufschwierigkeiten, aber mittlerweile haben wir die veränderte Handelsbeziehung mit Großbritannien im Griff und es läuft gut. Die zurückgegebenen Brillen werden wir bei BoDe Design sammeln und dann gebündelt zurücksenden. Da sehen wir kein Problem.

Wie aufwändig war die Entwicklung der neuen Linie Botaniq?

Inspecs hat sehr lange am Projekt Botaniq gearbeitet und es geschafft, einen wirklich geschlossenen Kreislauf („closes loop“) zu verwirklichen. Für alle Hersteller und Materialien der Brillenfassungen kann das Unternehmen Zertifizierungen vorlegen.

BoDe Design - Nachhaltigkeit Kreislauf - Botaniq Brillen
Nachhaltige Brillen von Anfang bis Ende: Botaniq im Deutschland-Vertrieb von BoDe Design (Bild: BoDe Design)

Das war eine große Herausforderung und hat lange gedauert. Mit dieser Marke sind Brillen entstanden, die viele andere nachhaltige Brillenmarken überstrahlen.

Das Thema Nachhaltigkeit erhielt durch Corona noch mehr Aufmerksamkeit. Welchen Anteil hat die Pandemie an der neuen Marke?

Die Entwicklung von Botaniq hat schon lange vor der Corona-Pandemie begonnen. Den Leuten von Inspecs ist das wirklich eine Herzensangelegenheit. Das haben wir bei allen Gesprächen immer wieder heraushören können.

Umweltbewusste Produkte kosten meist mehr als konventionell produzierte. Um wie viel höher liegt der Preis für eine Botaniq-Brille?

Natürlich hat Nachhaltigkeit auch seinen Preis. Alles andere wäre eine Mogelpackung. Aber wir haben bei der Kalkulation gesehen, dass es gar nicht so viel mehr kostet, wie viele glauben. Durch eine durchdachte Produktionskette lassen sich heute wirklich nachhaltig produzierte Brillen vermarkten, der Aufschlag beträgt meist weniger als 10 Prozent.


/// PE

 

www.bode-design.de

 

Beitrag aus der eyebizz 5.2021 (August/September)

 

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