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GfK-Studie für März 2022

Konsumklima: Ukraine-Krieg beschleunigt Abwärtstrend

Der Krieg in der Ukraine hinterlässt auch bei der Verbraucherstimmung der Deutschen deutliche Spuren und führte im März zu einer erheblichen Eintrübung beim Konsumklima. Konjunktur- und Einkommens-Aussichten brechen ein und verzeichnen teilweise neue Rekordtiefs nach der Finanzkrise 2009. So prognostiziert GfK für den April –15,5 Punkte und damit sieben Zähler weniger als im März dieses Jahres.

GfK Konsumklima Indikator Entwicklung 2022-03 und 2022-04
Entwicklung des Konsumklima-Indikators im Verlauf der letzten Jahre mit Prognose für den April 2022 (Quelle: GfK)

Konsumklima trübt sich erheblich ein

Damit setzt sich der Abwärtstrend beim Konsumklima nicht nur fort, sondern wird erheblich beschleunigt. Ein deutlicher Anstieg der Sparneigung im März verstärkt die Abwärtsbewegung weiter.

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„Noch im Februar waren die Hoffnungen groß, dass sich mit den absehbaren Lockerungen der Pandemie bedingten Beschränkungen auch die Konsumstimmung deutlich erholen kann. Mit Beginn des Ukraine-Krieges hat sich dies jedoch schlagartig in Luft aufgelöst. Steigende Verunsicherung sowie die Sanktionen gegenüber Russland haben vor allem die Energiepreise explosionsartig in die Höhe schnellen lassen und drücken damit spürbar auf die allgemeine Verbraucherstimmung“, erklärt GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Einkommens-Aussichten rutschen ab

Dies zeigte sich besonders an den Einkommens-Aussichten der Bundesbürger, die im März gegenüber dem Vormonat 25 Punkte verlieren und auf –22,1 Punkte abrutschen. Das ist der niedrigste Wert seit Januar 2009, als infolge der Finanzkrise der Einkommens-Indikator auf –22,9 Zähler zurückging. Durch die stark gestiegenen Preise für Gas, Heizöl und Benzin sehen die Verbraucher ihre Kaufkraft dahinschmelzen.

Dies bestätigte eine kürzlich von GfK durchgeführte Befragung zu den Folgen des Ukraine-Kriegs: Neun von zehn Bundesbürgern machen sich sehr große oder große Sorgen um die stark gestiegenen Preise im Energiesektor. Bei Lebensmitteln liegt der Anteil der Besorgten bei 80 Prozent.

GfK Indikatoren März 2022
Entwicklung der einzelnen Indikatoren im März 2022 im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr (Quelle: GfK)

Und Bürkl weiter: „Eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas kann es nur dann geben, wenn es zu einem raschen Waffenstillstand mit anschließenden Friedens-Verhandlungen kommt. Dann wird auch die Binnenkonjunktur durch die sinkende Verunsicherung wieder einen wichtigen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten, und die Lockerungen der Pandemie bedingten Beschränkungen würden ebenfalls ihre positive Wirkung entfalten können.“

Verbraucher sehen zunehmend Risiken für die Konjunktur

Nach zwei Anstiegen in Folge musste – ähnlich der Einkommens-Erwartung – auch die Konjunktur-Erwartung im März einen Einbruch hinnehmen. Der Indikator verliert 33 Punkte und fällt damit auf –8,9 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt während des ersten Pandemie bedingten Lockdowns im Frühjahr 2020 gemessen (Mai 2020: –10,4 Punkte).

Die Verbraucher sehen zunehmend Gefahren für die deutsche Konjunktur. Sanktionen, hohe Energiepreise sowie unterbrochene Lieferketten haben das Risiko einer Rezession sprunghaft ansteigen lassen. Die Risikofaktoren stellen damit die positiven Impulse, die aus den Lockerungen zu erwarten sind, klar in den Schatten.

Anschaffungs-Neigung verliert vorerst nur moderat

Im Gegensatz zu den Konjunktur- und Einkommensaussichten verliert die Anschaffungs-Neigung im März nur sehr moderat. Der Indikator sinkt um 3,5 Zähler und weist aktuell –2,1 Punkte auf. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt vor knapp zwei Jahren mit –4,6 Punkten im April 2020 gemessen.

Erfahrungsgemäß reagiert die Anschaffungs-Neigung auf steigende Preise negativ. Vor allem der Benzinpreis als wichtiger Signalpreis spielt in diesem Zusammenhang eine signifikante Rolle, da Verbraucher ihn im Alltag kontinuierlich monitoren und sofort entsprechend reagieren können.

 

Quelle: GfK

 

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