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Preisverleihung am 11. November in Aalen

Karl Amon Award für Jessica Gruhl und Maximilian Aricochi

2022 geht der Karl Amon Optometry Award an Jessica Gruhl und Maximilian Aricochi. Die beiden Jahrgangsbesten des berufsbegleitenden Master-Studiengangs Vision Science and Business (Optometry) erhielten am 11. November die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung im Rahmen einer Veranstaltung an der Hochschule Aalen.

Karl Amon Optometry Award 2022 Nagl Aricochi Gruh Amon
Karl Amon Optometry Award 2022 (von links): Prof. Dr. Anna Nagl von der Hochschule Aalen, die beiden Preisträger Maximilian Aricochi und Jessica Gruhl sowie Karl Amon (Bild: Samuel Burkhart)

Bereits zum 15. Mal in Folge wurde der Karl-Amon-Preis in Aalen verliehen „für herausragende wissenschaftliche Arbeiten mit hohem praktischem Nutzen für die Augenoptik-Branche“ – im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung zu 40 Jahren Diplom- bzw. Bachelorstudiengang Augenoptik/Optometrie und 20 Jahren Masterstudiengang Vision Science and Business (Optometry) und des Symposiums zur Zukunft der Augenoptik / Optometrie am Freitag.

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Erstes deutschsprachiges Handbuch zum Myopie-Management

Zu langes und zu nahes Lesen insbesondere auch am Handy und PC und zu wenig Aufenthalt im Freien führten insbesondere auch bei Kindern zu stark steigenden Fallzahlen der Myopie-Erkrankung auch in Deutschland. So kristallisierten sich für Maximilian Aricochi bei der Analyse der aktuellen Situation im deutschsprachigem Markt für Myopie-Management zwei Problemstellungen heraus, welche in seiner Masterthesis gelöst werden.

Bei der ersten handelt es sich um die Tatsache, dass z. B. durch das stark steigende Interesse an Myopie-Management viele praktizierenden Augenspezialisten vor demselben Problem stehen. Bis dato gibt es keine Lektüre in deutscher Sprache, welche sämtliche Facetten der Myopie-Prävention abdeckt. Bei der zweiten Herausforderung geht es darum, dass noch zu viele kurzsichtige Kinder mit Einstärken-Brillengläsern versorgt werden, obwohl speziell in der englischsprachigen Literatur belegt ist, dass diese Art der Versorgung keinen hemmenden Einfluss auf das Fortschreiten der Myopie hat.“

Für diese beiden Problemstellungen wurde von Maximilian Aricochi eine breit gefächerte Literaturarbeit durchgeführt. Die Ergebnisse werden in dem von ihm verfassten, über 200-seitigen Handbuch in systematischer Reihenfolge dargestellt, sodass dem Leser die Umsetzung der theoretischen Kenntnisse in die Praxis erleichtert wird. „Es gibt nichts Schöneres, als eine erfolgreiche Versorgung mit myopie-hemmenden Maßnahmen durchzuführen und zu wissen, etwas Positives für die Zukunft des Kindes beitragen zu können. Dieses Gefühl der Zufriedenheit möchte ich mit dieser Arbeit an so viele Berufskollegen:innen wie möglich weitergeben”, so Aricochi.

Das Handbuch ist bei der Fa. Visus Sehteste erschienen. Von der Praxisseite her wurde diese Arbeit von Pascal Blaser aus der Schweiz betreut.

Wirkungszonengrößen nach Anpassung von Ortho-K-Linsen

Jessica Gruhl beschäftigte sich in ihrer Masterthesis mit der Frage, welche Faktoren Einfluss auf die Oberflächenform der Hornhaut, also die topographische Wirkungszone nach der Anpassung von Orthokeratologie-Kontaktlinsen nehmen. Durch kleinere Wirkungszonen könne die Effektivität der Orthokeratologie bei der Hemmung des Augenlängenwachstums myoper Kinder nachweislich gesteigert werden. Kleinere Wirkungszonen könnten aber auch die Sehqualität durch Herabsetzen der Kontrastsensitivität negativ beeinflussen.

Die wünschenswerte Größe der Wirkungszone richte sich also nach der Indikation für die Anpassung. Aus Studien sei bisher bekannt, dass die Größe der Wirkungszone durch Veränderung des zentralen Innenoptikzonen-Durchmessers der Orthokeratologie-Kontaktlinse vergrößert oder verkleinert werden kann. Wenig wisse man über den Einfluss der individuellen Ausgangsparameter des Auges auf die resultierende Größe der Wirkungszone.

Im Rahmen ihrer Masterthesis untersuchte Jessica Gruhl daher den Einfluss der Ausgangsrefraktion sowie der Hornhaut-Topographie-Daten auf die resultierende Größe und Form der Wirkungszone. Basierend auf den Ausgangsparametern des Auges und den Daten der verwendeten Kontaktlinse ließen sich Berechnungsmodelle zur Vorhersage der resultierenden Wirkungszonengröße erstellen.

Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des Topographie-Profils nach Orthokeratologie und liefert eine Orientierung für weitere Untersuchungen mit dem Ziel der Vorhersage der Wirkungszonengröße“, so die Autorin.

Initiiert wurde die Thesis von Frank Widmer von der Hecht Contactlinsen GmbH. Als Mitbetreuer stand Dr. Stefan Bandlitz von der Höheren Fachschule für Augenoptik Köln Jessica Gruhl mit Rat und Tat zur Seite, auch für die sehr statistik-intensiven Auswertungen.

 

Quelle: HS Aalen

 

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