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Die Macherinnen der Augenoptik - Dieses Mal:

Julia Löwen – Die Zielstrebige

Ebenso spannend wie ihr beruflicher Werdegang ist die private Biografie der 30-jährigen, mehrfach ausgezeichneten Optometristin aus Berlin. Im Jahr 2000 kam Julia Löwen mit ihren Eltern aus Russland nach Deutschland. Ihre deutschen Vorfahren waren im Zuge des historischen „Einladungsmanifests“, das Katharina die Große 1763 unterzeichnet hatte, einst dorthin ausgewandert. Als Julia Löwen 14-jährig in Deutschland ankam, sprach sie kaum Deutsch, doch das Verständigungsproblem war rasch behoben. Heute arbeitet sie an der Charité Berlin in der Klinik für Augenheilkunde.

eyebizz 70 Frauen: Julia Löwen arbeitet als Optometristin an der Charité Berlin

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Früh schon zu Selbständigkeit und Eigeninitiative erzogen, entschied sie sich nach dem Abitur für eine Lehre zur Augenoptikerin. Die Berufe der Eltern – der Vater Ingenieur, die Mutter im medizinischen Bereich tätig – blieben nicht ohne Einfluss. Es folgten ein Bachelor-Studium an der FH Lübeck und ein Master-Studium der Optometrie an der BHT in Berlin. Die Abschlussarbeit „Multifokale Elektrophysiologie bei Makuladegeneration mit Zentralskotom“ brachte ihr den renommierten R+H-Wissenschaftspreis.

Fast schon systematisch hat Julia Löwen während ihres Doppelstudiums in viele Bereiche der Augenoptik hineingeschnuppert. Bei R+H machte sie ein Praktikum im Bereich der Brillenglasherstellung, in einem Kontaktlinseninstitut wurde sie zur Expertin auch dieser Sehhilfen. Während eines vierwöchigen Aufenthalts in Moskau hielt sie Vorträge auf der „Optikmesse“ und unterstützte einen russischen Unternehmer und Augenoptiker bei Schulungen und der Erhebung von Daten zur Marktforschung.

„Ich war immer viel auf Schulungen und Kongressen“, betont Julia Löwen. Auf einem Kongress lernte sie dann auch die Leiterin der Klinik für Augenheilkunde an der Charité Berlin kennen. Selbstbewusst stellte sich vor und wurde prompt zu einer Bewerbung ermutigt. Nach drei Monaten bekam sie die Stelle. Als sie im März 2015 in der Charité anfing, war sie die erste Optometristin dort. Sie untersucht Patienten und liefert damit die Grundlage für eine mögliche Therapie, die dann von einem Augenarzt übernommen wird. Regelmäßig hält sie eine refraktive Sprechstunde und schult die angehenden Augenärzte in Refraktionsbestimmung. Für interne und externe Studien arbeitet sie auch weiterhin wissenschaftlich. Julia Löwens Mission: Sie möchte unbedingt, dass das Berufsbild des Optometristen in Deutschland viel besser akzeptiert wird: „In anderen europäischen Ländern oder auch Amerika ist man da schon viel weiter.“

Wo sich die Optometristin getäuscht hat, ist ihr Privatleben. Nie wollte sie eine Beziehung mit einem Berufskollegen eingehen. Es kam anders. Ihr Freund, den sie auf einem Kongress kennengelernt hat, ist ebenfalls Optometrist, wenn auch anderweitig spezialisiert. Doch da sich beide nach Kräften wechselseitig unterstützen, sieht Julia Löwen auch zukünftigen Herausforderungen – etwa eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf – entspannt entgegen.

||| JUEB

 

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