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Mehrwert der Spezialisierung bei Personalsuche

Employer Branding macht Betriebe zur Marke

Die Zahlen sprechen für sich, wenn man Argumente für einen Fachkräftemangel in Deutschlands Augenoptik sucht. Es braucht also Lösungen. Besonders wirkungsvoll ist das Employer Branding. Die Spezialisierung seines Geschäftsmodells als Teil davon kann ein möglicher Weg sein, um für Arbeitnehmer attraktiv zu sein.

Laut aktuellen Erhebungen des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) suchten 42 Prozent der augenoptischen Betriebe in den vergangenen sechs Monaten Personal. Bei den Unternehmen mit einem Umsatz über 500.000 Euro sind es sogar mehr als die Hälfte – je größer der Betrieb, desto höher der Bedarf.

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Ganz ehrlich: Wie oft hört man bei Branchen-Treffen seit geraumer Zeit immer wieder die Aussage von Kolleginnen und Kollegen, dass ihr Betrieb personell chronisch unterbesetzt sei, man niemanden finde und dadurch der Arbeitsdruck auf das Team und auf die Inhaber enorm zugenommen habe? Sehr oft! Es geht sogar so weit, dass aufstrebende Unternehmen ihre Expansionspläne begraben müssen, weil sie keine Mitarbeitenden dafür finden. Vor allem Gesellinnen und Gesellen sind gesucht: zu 91 Prozent gegenüber 58 Prozent Meister oder äquivalente Qualifikation (z.B. Studium BA, MA).

Arbeitsmarkt Augenoptik 2022 ZVA
Der Arbeitsmarkt in der Augenoptik (Quelle: ZVA)

Laut Informationen der Ausbildungs-Stätten sind deren Klassen gut gefüllt, heißt also, dass genug Berufsnachwuchs auf den Markt kommen müsste. Das Problem müssen also – nach wie vor – die vielen Aussteiger sein. Da sehr viele junge Frauen den Weg in die Augenoptik wählen, ist eine Ursache der erhöhten Fluktuation die Gründung einer Familie. Doch ist dies der Hauptgrund? Oder kann es sein, dass der Beruf und seine Entwicklungs-Möglichkeiten doch nicht so attraktiv sind?

Eine Frage, die sich etwas runtergebrochen auch jeder stellen sollte, der nach Verstärkung Aussicht hält. Denn, vor allem sollte man sich überlegen, wie man die selbst zu vergebene Arbeitsstelle und damit den den Beruf attraktiver gestaltet.

Employer Branding: Identifikation schafft Loyalität

Employer Branding bezieht sich auf die Art und Weise, wie ein Unternehmen seine Arbeitgeber-Marke aufbaut und präsentiert. Es geht darum, wie ein Unternehmen sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert, um qualifizierte Talente anzuziehen und langfristig zu binden. Dies umfasst verschiedene Aspekte wie die Unternehmens-Kultur, die Arbeitsbedingungen, die Karriere-Möglichkeiten und die Werte des Unternehmens.

Ein starkes Employer Branding kann dazu beitragen, dass sich Mitarbeitende von anderen Unternehmen – also potenzielle Bewerberinnen und Bewerber – angezogen fühlen und dass bestehende Mitarbeitende stolz darauf sind, für das Unternehmen zu arbeiten. Stolz und Identifikation sind starke Motivatoren für viele Menschen. So kann man zum Beispiel stolz auf etwas sein, was andere nicht oder nicht so gut können wie man selbst. Das kann in der Augenoptik und Optometrie auch ein Fachgebiet sein, auf das man sich spezialisiert hat.

Augenoptik Gesuchtes Fachpersonal ZVA Feb 2023
Gesucht wird folgendes Fachpersonal (Quelle: ZVA)

Oft ist der Weg raus aus der Masse – hin zur Spezialisierung – eine erfolgreiche Strategie, die für die Kundschaft und auch die Mitarbeitenden sehr gewinnbringend ist und die Loyalität steigert. Was kann man sich als Unternehmer oder Unternehmerin mehr wünschen als eine loyale Kundschaft und ebensolche Mitarbeitende? Darum gilt auch für den Aufbau einer Arbeitgeber-Marke: Das beste Markenkonzept ist das gelebte.

Der Mehrwert der Spezialisierung

Ob Brillen-Boutique mit exklusivem Sortiment und tollem Ambiente oder Optometrie- und Kontaktlinsen-Praxis mit High-Tech-Equipment: Der Schlüssel zum Erfolg ist das persönliche Engagement und die Begeisterung für das berufliche Tun. Als fortschrittlicher Arbeitgeber muss man ein Umfeld schaffen, das es erlaubt, diese beiden Faktoren zu fördern und zu entwickeln.

Wenn sich eine Firma zum Beispiel dazu entschieden hat, die tollsten Brillen in der Stadt zu haben und sich klar vom Mainstream abheben will, dann empfiehlt es sich, diese Strategie im Team umzusetzen. Dazu gehört die Teilnahme an Messen, der gemeinsame Einkauf, der Besuch und die Weiterbildung bei Herstellern sowie nicht zuletzt die Entwicklung eines Storytellings zu den jeweiligen Marken für den Verkauf.

Somit werden Sie zum Spezialisten und kreieren einen Mehrwert für Ihre Kunden und Kundinnen. Und auch Ihre Mitarbeitenden identifizieren sich mit den Produkten und der Philosophie des Herstellers, der dahintersteht. Das Gleiche gilt auch für Kontaktlinsen oder Brillengläser. Je besser Ihr Team Bescheid weiß, desto mehr Beratungs-Kompetenz und Begeisterung resultieren daraus. „Menschen kaufen von Menschen“, dieses Zitat enthält sehr viel Wahrheit, da es die Wichtigkeit der Emotionalität eines Verkaufsgesprächs auf den Punkt bringt.

Was erzählt Ihr Mitarbeiter zu Hause über Ihre Firma?

Weiter ist wichtig, sich als Firma zu fokussieren. Dazu gehört es auch immer wieder zu reflektieren, ob man auf Kurs ist oder ob Korrekturen nötig sind. Dies ist ein Team-Prozess, der als Teil der Firmenkultur etabliert werden muss. Der Begriff „Firmenkultur“ ist keine Worthülse: Sie gehört zum Kern eines Unternehmens. Über die Firmenkultur wird auch unter Mitarbeitenden und am Abend zuhause viel gesprochen. Das ist menschlich, nimmt die Arbeit doch einen wesentlichen Teil unseres Lebens ein.

Die Frage ist aber, wie über die Firma und deren Kultur gesprochen wird. Negatives wird viel schneller aufs Tapet gebracht als Positives. Auch das ist sehr menschlich. Darum ist es so essenziell, an seinem „Ruf“ zu arbeiten. Mitarbeitende sind auch Botschafter. Sie erzählen ihrem Umfeld, wie es ist, in ihrem Unternehmen zu arbeiten. Dazu gehören auch Berufskollegen und -kolleginnen, die beim Mitbewerb arbeiten oder die man auf Kongressen trifft.

In solchen Gesprächen wird die Marke einer Firma gebildet. Dieses Bewusstsein gilt es zu stärken und dafür zu sorgen, dass es gelebt wird. Denn wenn das Unternehmen einen guten Ruf hat, ist es viel einfacher, Fachkräfte zu finden und anschließend zu binden.

Die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt hat schon viele Unternehmen in der Augenoptik dazu gebracht, diesbezüglich tätig zu werden und den Mitarbeitenden einen Mehrwert zu bieten, der über das reine Salär-Denken hinausgeht. Der Job muss auch Spaß machen und man muss sich wertgeschätzt fühlen.

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Marcel Zischler ist Consultant, Trainer und Publizist für Augenoptik, Kontaktlinsen, Betriebswirtschaft und Führung: Zischler Visionplus

 

Artikel aus der eyebizz 6.2023 (Oktober/November)

 

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