Frohe (Vor-)Ostern

Einzelhandel: Umsatz-Erwartungen in 2018

Mal Motor, mal Bremse: Der Kalender mischt 2018 beim Umsatz des Einzelhandels massiv mit, vor allem zum Osterfest, wie der GfK Consumer Index vom November 2017 feststellt.

Eigentlich soll der Kalender ja Ordnung in den Takt des Lebens bringen. Manchmal tut er aber auch das Gegenteil. Obwohl Weihnachten 2017 wie jedes Jahr auf den 25. und 26. Dezember fiel, musste man diesmal Lebensmittel horten, als stünde eine neue Eiszeit bevor. Auch die Diskussion um die Ladenöffnung am Sonntag (Heiligabend) war plötzlich wieder da; die Meinungen waren – immerhin weihnachtlich friedlich – geteilt.

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Vor allem für den stationären Handel macht es eben doch einen Unterschied, ob die Geschäfte in der wichtigsten Saison ein paar Stunden länger aufhaben. Zumal es immer mehr Akteure gibt, die Wunschzettel einsammeln und Geschenke verschicken. Während der Online-Handel im Weihnachtsgeschäft 2017 um mehr als zehn Prozent zulegte, musste der stationäre Handel sich mit deutlich weniger zufriedengeben (Pressemeldung des HDE vom 17.12.2017). Anders gesagt: Als so mancher Einzelhändler in den Innenstädten noch aufs Christkind wartete, klingelten bei Amazon bereits die Glocken.

Feiertage sorgen 2018 für Umsatz-Turbulenzen

Auch im neuen Jahr 2018 sorgt der Kalender wieder für Turbulenzen; es gibt kräftige Aufwinde, aber auch massive Luftlöcher. So fällt der Ostersonntag heuer genau auf den 1. April. Das ist kein Aprilscherz, sondern quasi ein süßes Osterei, vor allem für den Lebensmittelhandel. Denn zu Ostern geht es weniger ums große Verschenken als vielmehr um die ‚kleinen Freuden‘, um das genussvolle Miteinander in der Familie und mit Freunden. Und darin kennen sich der LEH und die FMCG-Hersteller schließlich bestens aus.

GfK: Kalendereffekte beim Umsatz 2018

Durch die Verschiebung des beweglichen Osterfestes vom 16. April 2017 auf den 1. April 2018 (jeweils Ostersonntag) rutscht das Ostergeschäft mitsamt der einkaufsstarken Karwoche diesmal komplett in den März. Dadurch sind für den Handel im März 2018 gegenüber dem Vorjahr sieben Prozent mehr Umsatz drin – theoretisch. Denn so nahe der tatsächliche Einkaufseffekt dem rechnerischen Kalendereffekt aller Erfahrung nach fast durchweg kommt, ein Automatismus ist dieser Zusammenhang nicht. Allein deshalb, weil mehr Zeit zum Einkaufen ist, kaufen die Verbraucher noch nicht unbedingt mehr ein. Das gilt für die typischen Saisonartikel, erst recht aber für den ‚normalen‘ Einkauf. Und dann wäre da auch noch die Konkurrenz, die ja sprichwörtlich ‚nicht schläft‘.

Zudem gilt es, im kalenderbegünstigten Monat März Vorsorge für das vorhersehbare Desaster im Monat April zu treffen. Denn dem April kommt 2018 das im Vorjahr doch recht umfängliche Ostergeschäft komplett abhanden. Auch wird dann ein einkaufsstarker Samstag von einem nachfrageschwachen Montag ersetzt. Rein rechnerisch könnten die sieben Prozent Mehrumsatz vom März deshalb schon Ende April wieder futsch sein: Wie gewonnen, so zerronnen!

GfK: Umsatz-Bedeutung der Wochentage

Im Jahresverlauf 2018 gibt es für die Händler weitere Gelegenheiten, durch Engagement und Einfallsreichtum Kunden anzulocken. Der September ist in kalendarischer Hinsicht eine echte Herausforderung, der Oktober wiederum eine große Chance. Von Monat zu Monat fährt der Kalender Achterbahn mit dem stationären Handel, auf dass es diesem ganz schwindelig werden könnte. Und dass es für ihn zum Jahresende 2018 ein ‚Geschenk‘ gibt, ist angesichts der Entwicklung des Online-Handels in den letzten Jahren dann doch eher fraglich.

 

Quelle: GfK

 

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Um als Augenoptiker gerade bei hohen Besucherzahlen Kunden bestmöglich zu beraten, ist das Wissen über die 7 größten Fehler die Augenoptiker im Verkauf machen und damit erhebliche Umsatzeinbußen haben, ein großer Wettbewerbsvorteil: http://augenoptik-verkaufsoffensive.de

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