Anzeige
Anzeige
Seit zehn Jahren aktiv

EinDollarBrille: Der Jahresrückblick 2022

Im Juli 2022 feierte die EinDollarBrille ihren 10. Geburtstag. 2012 von Martin Aufmuth mit ein paar Kolleginnen gegründet, ist die Organisation heute in zehn Ländern der Welt aktiv. Das große Ziel: eine augenoptische Grundversorgung für alle Menschen weltweit. Das tat sich unter anderem in diesem Jahr.

EinDollarBrille - Martin Aufmuth in Afrika
Martin Aufmuth, Gründer und Vorsitzender von EinDollarBrille e.V., in Afrika (Bild: EinDollarBrille)

Projektstart in Kolumbien

Mehr als drei Jahre hat das Team um Südamerika-Koordinator Max Steiner benötigt, um alle bürokratischen Hürden für einen Projektstart in Kolumbien zu nehmen. Im August war es dann endlich so weit und die ersten Augencamps konnten starten. Natalia Buitrago ist gebürtige Kolumbianerin und eine erfahrene Projektmanagerin. Sie hat zwei kleine Kinder und spricht fließend Spanisch, Englisch und Deutsch. Von Anfang an leitete Natalia das Projekt mit größtem Engagement.

Anzeige

Da die Brillengläser und Rahmen in Kolumbien unter das Medizinproduktegesetz fallen, müssen sie von einer Partnerfirma im Reinraum geprüft und aufbewahrt werden.

EinDollarBrille Kolumbien Mobiles Sehzentrum
EinDollarBrille in Kolumbien: Mobiles Sehzentrum (Bild: Lentes al Instante)

Das Gesetz in Kolumbien schreibt außerdem vor, dass Sehtests von EinDollarBrille nur in Innenräumen und getrennt von Brillenanpassungen durchführt werden dürfen. Deshalb hat die Organisation ein mobiles Sehzentrum konstruiert, das über zwei Räume verfügt – einen für die Sehtests und den anderen, um die Brillen anzupassen.

Augencamps in Indien

Viele Menschen in Indien und anderswo wissen gar nicht, dass sie eine Brille brauchen. Ob mit der Auto-Rikscha oder zu Fuß, macht das Team von EinDollarBrille vor Ort die Menschen auf die Arbeit des Vereins und die Augencamps aufmerksam.

EinDollarBrille Indien Augencamp
In Indien, wie auch in den anderen Projektländern, führt EinDollarBrille Augencamps in Schulen durch: Für die meisten Schülerinnen und Schüler ist es der erste Sehtest ihres Lebens – oft auch für ihre Lehrer (Bild: Antje Christ)

Ashok Sah ist Zwiebelhändler. Als er morgens zum Augencamp kam, stellte sich heraus, dass er dringend eine Brille benötigt. Er hatte kein Geld und bat: „Gebt mir Zeit bis heute Abend, dann habe ich meine Zwiebeln verkauft und kann euch die Brille bezahlen.“ Er ging zum Markt und verkaufte den ganzen Tag lang Zwiebeln. Abends, als das Team schon einpackte, kam er und bezahlte stolz seine Brille. Sie habe ihm heute sehr bei der Arbeit geholfen, sagte er.

Zusammen mit dem örtlichen Priester wurde eines der neuen Sehzentren eröffnet. Dort kann man jederzeit einen Sehtest machen lassen und eine günstige Brille kaufen. Fünf solcher Vision-Center wurden dieses Jahr in Indien eröffnet.

Malawi im Süden Afrikas

Eines der ärmsten Länder dieser Welt. Schon seit 2013 führt EinDollarBrille dort Augencamps durch. Außerdem kämpft die Organisation für die Anerkennung ihrer Kurzausbildung für mehr augenoptische Fachkräfte: Besonders auf dem Land gibt es kaum Hilfe für Menschen mit Augenproblemen.

EinDollarBrille Malawi
Malawi: Stephen kann nicht laufen – mit einem Handrad fährt er jeden Tag zu seiner Arbeit. Seine Arbeit mit Blech und Metall fiel ihm die letzten Jahre immer schwerer, weil er nicht mehr richtig sehen konnte. Mit seiner neuen Brille von EinDollarBrille gehe alles viel einfacher, sagt er (Bild: Jakob Neundorfer)

Frauenpower in Peru

Das Team in Peru hat sich entschlossen, eine eigene Brillen-Produktion aufzubauen. Nur mit Frauen. Produktionsleiter Franz aus Bolivien reiste extra nach Lima, um die meist alleinerziehenden Mütter auszubilden.

EinDollarBrille Peru Frauenpower
EinDollarBrille: Frauenpower in Peru durch eine eigene Brillen-Produktion – mit dabei: Raquel (3. von links) (Bild: Martin Aufmuth)

Eine der Produzentinnen ist Raquel. Sie lebt in einer kleinen Hütte in den wüstenartigen Randgebieten von Lima. Rund 40 Minuten läuft sie jeden Tag nach der Arbeit den Berg hinauf nach Hause. Bevor Raquel zur EinDollarBrille kam, schälte sie Knoblauch, um sich und ihre Kinder zu ernähren. Umgerechnet 25 Cent bekam sie pro Kilo, rund 50 Euro im Monat. Durch den scharfen Knoblauch waren ihre Finger sehr angegriffen und sie hätte die Arbeit eigentlich gar nicht mehr machen dürfen. Sie ist glücklich über ihre erste richtige Stelle bei der EinDollarBrille.

Am Rio Xingu in Brasilien

Der Rio Xingu schlängelt sich durch den Regenwald im Bundesstaat Mato Grosso nach Norden in Richtung Amazonas. Das unzugängliche Gebiet ist Heimat und Rückzugsort der Xingu. Sie leben traditionell in Hütten aus geflochtenem Holz und Stroh in kleinen Dörfern. Hauptnahrungsmittel sind Maniok, Gemüse und Fische aus dem Fluss.

EinDollarBrille Brasilien Xingu
Für viele der Dorfbewohner sind Brillen etwas völlig Neues. Dieser Xingu-Mann untersucht mit Hingabe die vergrößernde Wirkung einer Lesebrille von EinDollarBrille (Bild: Martin Aufmuth)

Für viele der Dorfbewohner sind Brillen etwas völlig Neues. Als Maruta ihre Brille zum ersten Mal aufsetzte, konnte sie gar nicht glauben, wie gut sie plötzlich sah. Aus Dankbarkeit kam sie am nächsten Tag zu Fuß nochmals die rund zehn Kilometer zurück und schenkte jedem vom Team ein selbstgeflochtenes Armband.

EinDollarBrille 2023

„Durch unsere Arbeit können Kinder endlich lernen, Erwachsene können wieder arbeiten und für ihre Familien sorgen. Dafür gehen unsere Teams auch 2023 an die entlegensten und ärmsten Orte der Welt: in den Dschungel Brasiliens, die Dörfer Malawis, die Slums Nairobis und Indiens und ins Hochland der Anden“, so Martin Aufmuth, Vorsitzender EinDollarBrille e.V.

 

Spenden an EinDollarBrille e.V. an IBAN: DE56 7635 0000 0060 0444 15

oder online unter www.eindollarbrille.de

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.