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Laut Ranking des Weltwirtschaftsforums

Deutschland ist innovationsfreundlichster Standort weltweit

Deutschland gilt trotz seiner Wirtschaftskraft im Bereich der Digitalisierung nicht unbedingt als Vorreiter. Überraschenderweise setzt das aktuelle Ranking des World Economic Forums (WEF) den Exportweltmeister bezüglich seiner Wettbewerbsfähigkeit dennoch auf Platz drei – hinter den USA und Singapur, und das unter besonderem Blick auf die Anforderungen des digitalen Zeitalters.

World Economic Forum: Ranking 2018
World Economic Forum: Ranking 2018

Die Denkfabrik aus Genf habe 140 Länder untersucht und auf einer Skala von null bis 100 bewertet. Mit einem Wert von 86 Punkten habe die USA die Schweiz von der Spitze verdrängen können. Ausschlaggebend seien dabei die wirtschaftliche Dynamik, der Unternehmergeist und das liquide Finanzsystem in den Vereinigten Staaten gewesen.

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Laut Studie habe Deutschland überraschend noch vor den USA als der innovationsfreundlichste Standort weltweit abschnitten, was die Autoren unter anderem „mit der hohen Zahl der Patentanmeldungen, der hohen Qualität der Forschungsarbeit von Unternehmen und Wissenschaft sowie der internationalen Vernetzung im Innovationsprozess“ begründen.

Fast 40 Jahre nach seiner ersten jährlichen Bewertung der Weltwirtschaft verwende der Bericht des Weltwirtschaftsforums 2018 eine neue Methodik, um die vollen Auswirkungen des vierten industriellen Revolution zu verstehen, und habe dabei festgestellt, dass Faktoren wie Humankapital, Agilität, Widerstandsfähigkeit, Offenheit und Innovation immer wichtiger werden.

Andere Studien sehen Deutschland eher im Mittelfeld

Andere Untersuchungen zeigen sich nicht so begeistert, wie z.B. die des IMD World Competitive Centers in Lausanne. Sie sieht unsere Volkswirtschaft nur auf Platz 15 von 63 untersuchten Ländern, unter anderem wegen „Schwächen in der Infrastruktur, gerade auch in der Bildung in Schulen und Universitäten. Außerdem sei man hierzulande zu wenig offen gegenüber neuen Einflüssen und Ideen“, wie das Handelsblatt berichtet.

Dass man bei WEF-Ranking so viel besser dasteht, liege laut Experten daran, weil bei dieser Studie „auch die Performance der Unternehmen mit einbezogen wird und nicht nur gesamtwirtschaftliche und wirtschaftspolitische Faktoren“.

Und vielleicht auch daran, dass weltweit die Vorbereitung auf die Digitalisierung nicht so optimal läuft, wie in der Studie betont wird: „So liegt der globale Durchschnittswert bei 60 Punkten – also weit weg von der Bestmarke. Insbesondere der Innovationsprozess von der Erfindung bis hin zur Kommerzialisierung bereitet vielen Ländern enorme Schwierigkeiten.“ Deutschland liegt bekanntlich bei der Einführung des mobilen Internets oder des Ausbaus von Breitbandanschlüssen nur im Mittelfeld.

Digitale Spaltung vermeiden

WEF-Gründer Klaus Schwab warne angesichts der großen Abstände in der Wettbewerbsfähigkeit vor einer digitalen Spaltung zwischen den Pionieren und den Nachzüglern. „Der internationale Wettbewerb ist kein Nullsummenspiel. Jeder kann davon profitieren“, wird der 80-jährige deutsche Ingenieur im Handelsblatt zitiert. „Gerade jene Länder mit offenen Grenzen und wenig Handelsbarrieren seien auch die Innovationsführer.“

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