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Umfrage unter mehr als 1.000 Schülern

Berufsorientierung immer öfter über Social Media

Jobsuche
Neben der Jobsuche findet auch die Berufsorientierung der Jugendliche immer öfter digital und auf Social Media statt (Bild: Pixabay)

Die Corona-Pandemie hat etliche Möglichkeiten zur Berufsorientierung für Jugendliche wie Ausbildungsmessen, Berufspraktika oder Schnuppertage ausfallen lassen. Schüler setzen deshalb vermehrt auf Social Media, wie eine aktuelle Studie zeigt. Augenoptiker*innen sollten sich bei der Suche nach Auszubildenden vor allem dort mit ihrem Unternehmen präsentieren.

Vor allem Instagram und YouTube seien laut der KOFA-Studie Ende Juni bei Jugendlichen beliebt, um sich über Berufe zu informieren. Die Umfrage des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) ergab, dass mehr als jeder vierte Jugendliche Social-Media-Kanäle zur Berufsorientierung nutze. Die mehr als 1.000 befragten Schüler bewerteten YouTube mit 83,4 Prozent und Instagram mit 60,2 Prozent als besonders hilfreich, um mehr über Ausbildung und Arbeitsleben zu erfahren.

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Mix aus klassischen und digitalen Angeboten

Die Studie untersuchte, über welche Wege sich Jugendliche in Sachen Berufsorientierung informieren. Neben den Eltern als erste Ansprechpartner der Jugendlichen wird aber auch die digitale Berufsorientierung immer wichtiger. Um Angebote während der Corona-Pandemie zu ermöglichen, hätten viele Akteure kurzfristig digitale Möglichkeiten geschaffen, wie virtuelle Ausbildungsmessen oder Online-Praktika.

Auch wenn diese digitalen Berufsorientierungsmaßnahmen kein vollständiger Ersatz sind, würden sie auch von den Jugendlichen gut angenommen: Etwa 28 Prozent der Befragten haben bereits eines oder mehrere digitale Berufsorientierungsangebote in Anspruch genommen. Dabei waren digitale Berufsberatungen die am häufigsten angebotenen Formate. Digitale Berufsmessen wurden an den Schulen nur bei etwa jeder bzw. jedem zehnten Befragten angeboten. Noch weniger verbreitet waren digitale Unternehmertalks.

Social Media immer wichtiger

Social Media spiele ebenfalls eine wichtige Rolle. Mehr als jede bzw. jeder vierte Befragte nutzte entsprechende Kanäle zur Berufsorientierung. Vor allem die (audio)visuellen Plattformen Instagram und YouTube seien bei Jugendlichen beliebt und würden von ihnen als hilfreich angesehen.

Auf diesen Plattformen können Unternehmen in kurzen Videos ihr Unternehmen, das Team und den Ausbildungsalltag zeigen. 83,4 Prozent der YouTube-Nutzerinnen und -Nutzer sahen die Videoplattform als besonders hilfreich an. Instagram wurde von 60,2 Prozent als hilfreich bei der Berufsorientierung eingeschätzt.

Social Media
Von Social Media sind besonders Instagram und YouTube zur Berufsorientierung bei den Jugendlichen beliebt (Bild: Pixabay / Gerd Altmann)

Über 80 Prozent der Befragten wünschen sich aber auch praxisnahe Angebote zur Berufsorientierung von Unternehmen. Am häufigsten wurde der Wunsch nach Unterrichtsbesuchen von Betrieben genannt.

Eltern bei der Berufsorientierung Vorbild

Mädchen und Jungen nutzen Angebote der Berufsorientierung übrigens unterschiedlich stark: Während die Mädchen mehr über das Internet und Social-Media-Kanäle recherchierten und auch mehr das Informationsmaterial der Schulen und der Berufsberatung der Arbeitsagentur nutzten, griffen mehr Jungen auf das Informationsmaterial von Unternehmen zurück und nutzten Betriebsbesuche vor Ort.

Auf die Frage, ob die Aufteilung von Beruf und Haushalt, wie ihre Eltern sie vorleben, ein Vorbild für die Befragten ist, sagen etwas mehr Jungen (27,5 Prozent) als Mädchen (24,7 Prozent), dass sie sich ihr späteres Leben genauso vorstellen. Je mehr Stunden die Mutter arbeitet, desto eher wird die elterliche Aufteilung von Beruf und Arbeit auch als Vorbild gesehen. Wenn dagegen die Mutter gar nicht arbeitet, sagte ein Großteil der Jugendlichen, dass sie später eine andere Aufgabenteilung wählen möchten.

Darüber hinaus hat die Berufstätigkeit der Mutter auch Auswirkungen auf die eigene Karriereplanung. So zeigt sich, dass Jugendliche eher wissen, welchen Beruf sie ergreifen wollen, wenn die Mutter arbeitet.

Studium oder Ausbildung?

Nur etwa 13 Prozent der Befragten interessierten sich für eine berufliche Ausbildung. Über ein Drittel der Befragten würde gern einen Studienberuf ergreifen, ein weiteres Drittel machte keine Angabe. Einer von zehn Jugendlichen wusste noch nicht, ob sie oder er eine Ausbildung oder ein Studium wählen möchte.

Besonders aufgeschlossen für eine berufliche Ausbildung waren Jugendliche, die sich für kaufmännische Berufe interessierten. Häufig genannte Berufswünsche waren zum einen die kaufmännischen Berufe wie Bürokaufleute oder ein BWL-Studium, zum anderen MINT-Berufe (Abkürzung für Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik) wie eine Ausbildung zur Laborantin/zum Laboranten oder Ingenieursstudiengänge.

Nach wie vor sind die Berufswünsche stark geschlechtstypisch geprägt: Während junge Männer sich stärker für MINT-Berufe interessieren, seien junge Frauen eher an Gesundheits- und sozialen Berufen interessiert.

 

KOFA-Studie 2/2021: Neue (digitale) Wege in der Berufsorientierung

 

Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Das KOFA unterstützt Unternehmen dabei, Fachkräfte zu finden, zu binden und zu qualifizieren.

 

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