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Produkt: eyebizz 2/2019
eyebizz 2/2019
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NEU: Jeden Monat gibt es einen gratis Bericht der letzten EYEBizz Ausgabe

Augenoptiker Portrait: Eva Maria Trummer

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Eva Maria Trummer

Gute Neuigkeiten für Brancheninsider und EYEBizz Leser: Ab sofort gibt es jeden Monat einen EYEBizz Artikel der letzten Ausgabe gratis auf unserer Website. Heute: Unser Augenoptiker Portrait mit Eva Maria Trummer aus Erlangen.

Den Beruf des Augenoptikers kann man bekanntlich auf unterschiedlichste Weise ausüben. Viele machen vieles gleich oder ähnlich, aber manche gehen neue und andere Wege, mit Mut zum Risiko und dem Willen, ausgetretene Pfade zu verlassen. Solche Unternehmerpersönlichkeiten portraitiert EYEBizz in jeder Ausgabe. Dieses Mal ist es Eva Maria Trummer aus Erlangen.

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MANCHE AUGENOPTIKER sind 30 Jahre alt, wenn sie ihre Meisterprüfung machen – und nicht selten über 40, wenn sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Eva Trummer aus dem fränkischen Erlangen hat das alles ein bisschen schneller hinter sich gebracht: Mit 21 Jahren war sie nach erfolgreicher Prüfung im Dezember 2012 Deutschlands jüngste Augenoptikermeisterin. Ein Jahr später gründete sie die Premium Optik GmbH, und im August 2014 – mit immerhin 23 Jahren – eröffnete sie in Erlangen ihr eigenes Geschäft: Die „Optikmeisterei“. Zur Erinnerung: In diesem Alter haben manche Lebenskünstler gerade einmal ihr Abitur in der Tasche. Nach dieser schnellen Einführung die ausführlichere Version: Alles begann mit einem Schnupperpraktikum bei einem Augenoptiker.

„Ich war fasziniert davon, wie viele Facetten der Beruf des Augenoptikers hat“, erinnert sich Eva Trummer. Nach der mittleren Reife bewarb sie sich bei Fielmann, „weil der für seine gute Ausbildung bekannt ist“ – und wurde nicht enttäuscht. Dass ihre Karriere nicht bei der Gehilfenprüfung enden würde, wusste sie bald. „Ich wollte auch die richtig schwierigen Beratungen machen können; deshalb hatte ich mich schon vor der Gehilfenprüfung an der Meisterschule angemeldet“, erzählt die Jungunternehmerin. Dieses berufsbegleitende Studium, das sie dann über 18 Monate während ihrer Tätigkeit als Augenoptikergehilfin absolvierte, war alles andere als ein Zuckerschlecken. Aber sie hielt durch und war mit nicht einmal 22 Jahren Deutschlands jüngste Augenoptikermeisterin. „Das hat mich schon ein bisschen stolz gemacht. Aber im Betrieb hat es mir nicht viel gebracht: Ich war jetzt zwar Jungmeisterin, aber an die interessanten Aufgaben ich durfte ich immer noch nicht heran“, erinnert sich Eva Trummer.

Über ein Jahr lang suchte Eva Trummer, bis sie "ihren" Laden fand.
Über ein Jahr lang suchte Eva Trummer, bis sie “ihren” Laden fand.

 

Ein eigenes Geschäft in ihrer Heimatstadt war daher nur eine Frage der Zeit. Dabei war der engagierten Unternehmerin von Anfang an klar, dass sie nur im beratungsintensiven, hochmodischen und hochpreisigen Sortiment eine Chance haben würde: „Billig machen schon die mit der intensiven Fernsehwerbung, und im Mittelpreis-Sortiment gibt es allein in Erlangen über 20 Augenoptiker.“ Die Suche nach einem geeigneten Ladenlokal war dementsprechend schwierig, denn die Location sollte einem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden, eine gute Lage haben und für eine Unternehmensgründerin trotzdem bezahlbar sein. Über ein Jahr lang suchte Eva Trummer, bis sie „ihren“ Laden fand – oder der Laden sie: Erlangens ehemals älteste Apotheke in einem denkmalgeschützten Haus von 1731 in der Erlanger Innenstadt, allen Einwohnern auch als „Hof-Apotheke“ bekannt.

„Es ist bemerkenswert, wie viel Energie manche Kollegen investieren, um uns vom Markt zu verdrängen.”

„Das ‚Land der tausend Schubladen‘ war der erste Eindruck, den ich in diesem historischen Ambiente hatte“, erinnert sich die kreative Jungunternehmerin an die erste Besichtigung. „Überall gab es nur Schubladen! Es gehörte viel Phantasie dazu, in den verschachtelten Räumen und dem ehemaligen Labor ein Optikergeschäft zu sehen.“ Denn Augenoptiker-Geschäfte bestehen üblicherweise aus einem großen Verkaufsraum und mehr oder weniger zahlreichen Nebenräumen. Aber die Apotheke mit ihren alten Schränken und Schüben war einmalig. In Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt wurden die historischen Einbauten fachgerecht restauriert; parallel dazu der gesamte Laden entkernt, Türen und Wände versetzt und die gesamte Elektrik auf den neuesten Stand gebracht. Weil das Geld knapp war, machte Eva Trummer die Bauleitung einfach selbst: „Das war eine sehr, sehr spannende Zeit!“ Ende August 2014 konnte sie mit dem „Soft Opening“ ihrer „Optikmeisterei“ beginnen. Darunter versteht man eine „leise“ Geschäftseröffnung, die ohne pompöse Reden, alkoholische Getränke und Blumensträuße auskommt. Der Grund war einfach, dass angesichts des komplizierten Umbaus niemand einen festen Eröffnungstermin garantieren konnte. Und weil ein rechnender Unternehmensgründer nicht wochenlang Mitarbeiter bezahlen kann, die wegen laufender Umbauarbeiten noch gar nichts zu tun haben, musste sie die ersten Wochen eben als One-Woman-Show überbrücken.

„Ich habe mich selbstständig gemacht, um endlich auch die schwierigen Sachen machen zu dürfen…”

Das Geschäftskonzept ist schnell erklärt – und doch überaus anspruchsvoll: In historischem Ambiente gibt es eine Kombination aus individuellen Angeboten, ausgefallener Brillenmode, wirklich exklusiven Designer Fassungen und hervorragender Beratung. „Ich hatte das Glück, auf Anhieb wirklich hervorragende Mitarbeiter zu finden. Ein spezielles, frisches Marketing, das auf den Bewerbermarkt ausgelegt war, hat mir sehr dabei geholfen“, freut sich Eva Trummer. Eine besondere Rolle in der Kundenansprache spielt die Homepage der Optikmeisterei. Hier erkennt jeder potenzielle Kunde schon vor seinem ersten Besuch, dass es in der Optikmeisterei viel mehr gibt als nur Brillen: Das eigentliche Produkt heißt Leidenschaft. Wozu auch gehört, dass die mittlerweile vier Mitarbeiter nicht nur Angestellte mit Arbeitsvertrag und Urlaubsanspruch sind: „Wir haben eine sehr enge Beziehung zueinander und verstehen uns wie eine Familie“, sagt die aparte Unternehmensgründerin. Das gilt auch beim Einkauf, in den alle Mitarbeiter ihre persönlichen Vorlieben einbringen dürfen und sollen: „Dadurch bekommen wir eine perfekte Auswahl und Mischung der verschiedenen Stilrichtungen“, erklärt Eva Trummer.

Eva Maria Trummer

„Bei uns finden sich Marken und Modelle, die es so in Erlangen kein zweites Mal gibt.“ Das bleibt nicht unbemerkt; inzwischen kommen sogar Kunden aus München zum Brillenkauf in die Erlanger Optikmeisterei. Beide Städte sind etwa 200 Kilometer voneinander entfernt. Auf der Unternehmens-Website, bei Facebook und auf einem eigenen Blog können Kunden und solche, die es werden wollen, sich über aktuelle Brillentrends, aber auch über Spezialthemen wie Funktionaloptometrie informieren. Darüber hinaus dienen Kundenevents zur Beziehungspflege. Und auch das Handwerk spielt in der Optikmeisterei eine wichtige Rolle: Wer möchte, kann den fränkischen Augenoptikern in ihrer gläsernen Werkstatt über die Schulter schauen. Vor einem Jahr, nur wenige Monate nach der Eröffnung, stand Eva Trummers Traum allerdings beinahe vor dem Aus: Im April 2015 räumte eine professionelle Diebesbande über Nacht den kompletten Laden leer. Sämtliche Schubladen waren durchwühlt, alle Brillenbühnen leer und die Kasse aufgebrochen; insgesamt ein Schaden von mehr als 100.000 Euro. Bei allem Ärger wähnte die junge Unternehmerin sich aber zumindest gut versichert. Denn um solche Eventualitäten nicht zur Katastrophe werden zu lassen, schließt man ja Versicherungen ab.

“Mein persönliches Lebensmotto: ‚Immer einmal öfter aufstehen als man hingefallen ist.‘”

Doch nach vier Monaten gab es den nächsten Schock: „Die Bayern Versicherung weigerte sich, den Schaden zu übernehmen“, erzählt Eva Trummer. Die Begründung war wenig kundenfreundlich: Es seien keine Spuren eines gewaltsamen Aufbruchs zu sehen gewesen; somit handle es sich nicht um Einbruchsdiebstahl, sondern nur um einfachen Diebstahl – und der sei nicht versichert, argumentierte der Versicherer mit bemerkenswerter Spitzfindigkeit. Dabei kann man in jedem mittelmäßigen Fernsehkrimi sehen, dass und wie selbst komplizierte Schlösser mit frei verkäuflichem Werkzeug geknackt werden können, ohne Spuren zu hinterlassen oder Lärm zu machen.

Nur die Unterstützung durch ihre Familie in Form eines Darlehens sowie der Einsatz ihrer Mitarbeiter verhinderte, dass Eva Trummers Traum von der Selbständigkeit an diesem Punkt platzte. „Ansonsten wären meine Existenz als Inhaberin und die Arbeitsplätze einfach verloren gewesen“, erinnert sich die junge Unternehmerin an schwärzesten Wochen ihrer jungen Karriere. Auch an anderen Stellen muss sie immer wieder kämpfen, denn nicht alle Mitbewerber reagieren fair auf neue Marktteilnehmer. „Es ist bemerkenswert, wie viel Energie manche Kollegen investieren, um uns vom Markt zu verdrängen“, erzählt Eva Trummer. „Bestimmte Hersteller, die uns bereits beliefern, ziehen ihre Waren auf Druck einzelner Wettbewerber sogar wieder zurück. Aber auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Hübsches bauen“, sagt sie verschmitzt. „Nicht umsonst heißt mein persönliches Lebensmotto ‚Immer einmal öfter aufstehen als man hingefallen ist.‘ Und außerdem habe ich mich ja selbständig gemacht, um endlich auch die schwierigen Sachen machen zu dürfen…“

Für mehr Optiker-Portraits und andere Branchen-Infos freuen Sie sich auf EYEBizz Ausgabe 4 ab 28. Juni 2016.

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