Der Fall Kai Rubick: Ein Sehproblem will gelöst werden
von Ingo Rütten,
„Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Kai Rubick, der vermutlich besser bekannt ist als „einfachnur_kaiser“ auf Instagram oder „einfachnurkaiser“ auf TikTok. Zumindest dürfte er unter diesen Accounts bereits manchem Augenoptiker und mancher Augenoptikerin aufgefallen sein – und noch viel mehr Kunden und Kundinnen derselben. Warum das wichtig ist? Weil Kai dort über seine Probleme kommuniziert, die richtigen Brillengläser für sich zu finden, und nun der Lösung ein Stück näher gekommen scheint: durch Fielmann.
Weil das Sehproblem des Medienfachwirts ein komplexes ist, hat sich Kai Rubick vor einiger Zeit an eyebizz gewandt – und wir haben nun begonnen, nach Lösungen zu suchen (Foto: Kai Rubick)
Weil das aber alles komplexer ist, hat sich Kai vor einiger Zeit an eyebizz gewandt – und wir haben begonnen, unsererseits nach Lösungen zu suchen. Nach einer individuellen für Kai und einer sozusagen übergeordneten für die vielen Betroffenen, die sich nicht über Social Media oder die Fachpresse Gehör verschaffen – für die sich Rubick aber ebenfalls engagiert. Sollte das gelingen, könnte ein solcher Post vielleicht auch 1,5 oder 1,7 Millionen Mal angesehen werden (Stand Juni 2026), wie die beiden Videos, die er auf der opti gedreht hat.
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Erst einmal der Reihe nach: Vor rund 30 Jahren wird der heutige Medienfachwirt, der in diesem Jahr seine eigene Medienagentur gegründet hat (medialusion.de), mit einer bilateralen Korektopie geboren. Diese seltene, meist angeborene Augenerkrankung hat zur Folge, dass die Pupillen an beiden Augen exzentrisch verschoben sind und nicht in der Mitte der Iris sitzen. „Damit ich nicht den Rest meines Lebens schief schauen muss oder sich mein Sehen möglicherweise komplett abschaltet, wurde diese Fehlstellung operiert, als ich vier war“, sagt Kai. Keine leichte Entscheidung für die Mutter, für die der Sohn aber heute ungeachtet der seitdem existierenden Einschränkungen sehr dankbar ist.
„Eine richtige Entscheidung“, nennt Kai das heute, was er als Kindergartenkind zum Zeitpunkt der Operation noch nicht wissen konnte. Die Linsen wurden entfernt und die Pupillen durch das Anschneiden der Iris wieder in die Mitte der Augen bewegt. „Wie sich die Pupillen dabei ausrichten, war damals wohl noch nicht steuerbar. Wie solche Eingriffe heute durchgeführt werden, weiß ich leider nicht“, erklärt Kai. Auch das wollen wir im Zuge der weiteren Begleitung des Medienspezialisten erläutern.
Hohn und Spott kommentieren
„Ich sehe auf meinem linken Auge 80 Prozent und mehr, auf dem rechten etwa 17, erzählt Kai in seinen Videos, die sich manchmal auch darum drehen, dass er Hohn und Spott über sich kommentiert. Nichts Neues für einen Menschen, der seit dem vierten Lebensjahr etwa +14,75 Dioptrien beidseitig auf der Nase trägt. Unangenehm ist es ihm trotzdem bis heute, wenn er beispielsweise auf seine auffällige Bifokalbrille reduziert wird.
Im Alter von vier Jahren wurde Kai wegen seiner bilateralen Korektopie operiert. Seitdem ist er linsenlos und auf entsprechen starke Plusgläser angewiesen (Foto: Kai Rubick)
Hinzu kommt, dass die Pupille des rechten Auges eher ein breiter Strich ist. Kosmetik! Schwerwiegender sind die Doppelbilder, die mindestens seitdem auftreten, seit Kai seine alten Brillengläser nicht mehr bekommt, weil diese nicht mehr lieferbar zu sein scheinen – zumindest hierzulande nicht. Weil auch Kontaktlinsen bislang keine Lösung bringen – im Gegenteil – hat sich Kai entschieden, sein Problem öffentlich zu machen. Auf TikTok und Instagram ist er schon lange unterwegs, aber es ist recht auffällig, dass die Videos über sein Sehproblem und das der Augenoptik, eine Lösung zu schaffen, besonders viele Reaktionen hervorrufen.
Der letzte Brillenpass mit den Gläsern, mit denen Kai bestens zurechtkam, ziert das Zeiss-Logo. Mit den Bifo CT25 in der Fassung von Colibri’s konnte „ich vernünftig sehen. Es kann doch nicht sein, dass diese Gläser nicht mehr lieferbar sind“, klagt jemand, der nicht nur für sich schaut, „weil ich überzeugt bin, dass es etliche andere gibt, die wie ich nach guten Lösungen suchen“. Eine Überzeugung, die sich durch das Feedback auf die angesprochenen Videos nährt. „Als die Schwierigkeiten mit der Bifokalbrille aufkamen, habe ich diesen Weg dann mit der Kamera begleitet und regelmäßig Videos dazu veröffentlicht. Dadurch habe ich viele Tipps und Anregungen von Optikern erhalten, aber auch zahlreiche Nachrichten von Betroffenen und Eltern betroffener Kinder. Das hat mich sehr motiviert, nicht nur eine Lösung für mich selbst zu finden, sondern hoffentlich auch anderen einen Mehrwert bieten zu können.“
Fielmann ergriff die Initiative
Und damit gewissermaßen zum Anfang dieses Artikels. Nach einigen Ideen und Unterstützung diverser Brillenglashersteller, wandte sich Kai an eyebizz, obwohl auch Fielmann bereits Hilfe signalisiert hatte. Fielmann lud ihn in den Flagshipstore auf der Mönckebergstraße in Hamburg ein und stattete Kai mit einer Bifokalbrille mit einem geraden Nahteil aus, das der alten Brille sehr nahe kommt. Nur am Bildschirm performt sie nicht so wie die geliebte alte – und gerade da verbringt ein Mediengestalter viel Zeit. Außerdem sei die Fassung, bedingt durch die Dicke der Brillengläser, recht schwer.
„einfachnur_kaiser“ auf Instagram oder „einfachnurkaiser“ bei TikTok: Kai Rubick hat aus seinem Sehproblem ein erfolgreiches Social-Media-Format gemacht (Foto: Kai Rubick)
Trotzdem steht Fielmann zunächst einmal als Punktsieger da, Glückwunsch nach Hamburg und Glückwunsch an Kai. Was bleibt und was steht jetzt noch an? Zum einen klagte der junge Mann über Doppelbilder, die er beim nächsten Augenarzttermin einmal ansprechen wolle. Daraus entstand die Idee, ihn einmal zu einem Experten aus unseren Kreisen zu schicken. Ein Termin bei Simon Jäkel in Kelheim ist deswegen bereits vereinbart, alleine schon deswegen, damit die Follower und Fans von „einfachnurkaiser“ ebenfalls von einer solchen Option erfahren. Außerdem haben wir natürlich bei Zeiss nachgehakt, es gibt Alternativen, lautet das erste kurze Ergebnis dieser kleinen Anfrage.
Gut so, denn eyebizz ist nach dem Gespräch mit Simon Jäkel, der sich bereits gut mit der Story Kais und dessen Krankheit sowieso auskennt, überzeugt, dass hier noch weitere Storys verborgen sind, die es zu erzählen lohnt. Erst recht, wenn wir eine noch bessere als die bereits recht gute Lösung von Fielmann finden. Vielleicht sogar eine, die für alle anderen ähnlich Betroffenen hilfreich ist – zumindest aber eine, die Kai weiter verbreiten kann. Über Probleme hat er nun genug kommuniziert, Fielmann kann nur der Anfang sein, über Lösungen zu sprechen; gehen wir den richtigen Weg noch einen Schritt weiter: Fortsetzung folgt.
/// IR
Simon Jäkel war Feuer und Flamme, als er von Kais Fall erfuhr, den er bereits von dessen Videos kennt. Auch wenn er nichts versprechen wolle und der Meinung ist, Kai habe bereits eine Lösung gefunden, will er den Versuch und die Idee von eyebizz gerne unterstützen. Wir möchten die Story weiter erzählen, wir werden auch über die Randthemen berichten, die Jäkel bereits in diesem Zusammenhang erwähnte.
Foto: Simon Jäckel
Der Geschäftsführer der Optik Jäkel GmbH in Kelheim leitet ein modernes Optometriezentrum. Jäkel ist Optometrist und Augenoptikermeister, und er hat sich mit diversen Vortrags- und Beratungstätigkeiten über die Branche hinaus einen Namen gemacht. Daneben ist er auch in Augenkliniken aktiv. Dort unterstützt er nicht nur die Kontaktlinsenversorgung – unter anderem die Versorgung von Säuglingen – sondern engagiert sich auch in der Schulung von Augenärzten.
Regelmäßig ist er als Referent auf Augenärztetagungen sowie in Kliniken tätig. Mit seinem Master in Vision Science and Business (Optometry) und internationalen Studienerfahrungen bringt Jäkel fundiertes Fachwissen und eine globale Perspektive in seine Arbeit ein. Darüber hinaus engagiert sich der Kontaktlinsenspezialist in der VDCO und trägt mit Vorträgen und Fachbeiträgen zur Weiterbildung des kontaktlinsenanpassenden Optometristen bei.