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Viele Ursachen möglich

Bindehautentzündung: Was steckt dahinter?

(Düsseldorf) – Das Auge ist rot, es juckt und brennt. Das sind typische Symptome einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis), der mit Abstand häufigsten Augenkrankheit. Dr. Ludger Wollring, Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) erläutert, weshalb auf jeden Fall eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll ist.

BVA - Bindehautentzündung - gesunde Kontrollzellen
Kontrollzellen: Gesunde Bindehautzellen unter dem Mikroskop (Bild: BVA)

Mit einer Bindehautentzündung reagiert die Bindehaut des Auges auf ganz verschiedene Auslöser: Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Viren sind häufig die Ursache, doch es können auch Bestandteile von Make-up oder Medikamenten sein, die eine allergische Reaktion auslösen. Wer Heuschnupfen hat, erlebt oft, dass auch die Augen auf die Allergene reagieren. Umweltreize wie Staub, Zugluft, Rauch oder grelles Sonnenlicht können ebenfalls zu einer Bindehautentzündung führen. Und sie kann schwerwiegende Augenkrankheiten wie eine Entzündung der Hornhaut, der Regenbogenhaut und der Lederhaut begleiten.

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Es kann aber auch sein, dass hinter den Symptomen, die der Betroffene für eine harmlose Bindehautentzündung hält, etwas anderes steckt, zum Beispiel eine Hornhaut-Verletzung, die man vielleicht gar nicht wahrgenommen hat, oder ein Fremdkörper. Eine augenärztliche Untersuchung schaffe hier Klarheit und eine sichere Diagnose als Grundlage für das weitere Vorgehen.

Bindehautentzündung: Vorsicht mit Hausmitteln

Denn so verschieden die Ursachen einer Bindehautentzündung sind, so unterschiedlich ist dann auch die Behandlung. Hier einfach wahllos Augentropfen zu nehmen, die einem Bekannte empfehlen oder auf vermeintlich altbewährte Hausmittel zu setzen, kann das Problem noch vergrößern.

BVA - Konjunctivitis epidemica
Konjunktivitis epidemica (Foto: BVA)

Wenn beispielsweise Viren die Bindehautentzündung auslösen und man nun Augentropfen mit Antibiotika und/oder Kortison verwendet, dann richtet man damit möglicherweise zusätzlichen Schaden an, erklärt Dr. Wollring.

Wie zum Beispiel bei der Konjunktivitis Epidemica: Eine extrem ansteckende Bindhautentzündung, die häufig durch Übergreifen auf die Hornhaut zu Sehstörungen führt. Sie wird durch Adenoviren verursacht. Infizierte Personen müssen wegen der Ansteckungsgefahr den Kontakt zu anderen meiden.

Es sei auch keine gute Idee, Beutel mit Kamillentee auf gerötete Augen aufzulegen: „Viele Menschen reagieren an Augen und Lidern allergisch auf Kamille“, weiß Dr. Ludger Wollring vom BVA. Deshalb ist es wichtig, zuerst einmal den Auslöser der Beschwerden festzustellen und dann die passende Therapie zu wählen.

Antibiotika mit Bedacht einsetzen

Augentropfen mit Antibiotika sollten ausschließlich gegen von Bakterien verursachte Entzündungen eingesetzt werden, denn sonst fördert man die Entwicklung von Resistenzen. Dann können immer mehr Bakterienstämme entstehen, gegen die diese Wirkstoffe nichts mehr ausrichten. Wenn Augenärzte aber doch einmal Antibiotika verordneten, dann nach dem Motto „klotzen, nicht kleckern“: Über mehrere Tage erfolge eine intensive Behandlung, damit die Krankheitserreger im Auge keine Chance haben.

Bei einer Herpes-Infektion der Augenoberfläche, die häufig anfangs sehr ähnliche Beschwerden wie eine bakterielle Bindehautentzündung verursacht, helfen Antibiotika nicht, und es muss möglichst frühzeitig eine spezielle Augensalbe gegen die Herpes-Viren eingesetzt werden, um dauerhafte Schäden zu verhindern.

Nebenwirkungen im Blick haben

Bei bestimmten Augenkrankheiten wie einer Entzündung der Iris und umgebendem Gewebe seien Augentropfen, die Kortison enthalten, das Mittel der Wahl. Doch dann gelte es, mögliche Nebenwirkungen zu beobachten: Kortison kann den Augeninnendruck erhöhen, so dass es zum Glaukom (Grüner Star) kommt. Auch eine Linsentrübung (Grauer Star) ist bei länger dauernder Behandlung eine mögliche Folge. Werden kortisonhaltige Augentropfen unkritisch bei einer Infektion mit Bakterien, Herpes-Viren oder Pilzen eingesetzt, dann bestehe die Gefahr, dass die Krankheit noch schlimmer wird. Denn das Kortison verringert die körpereigene Abwehr.

Wollrings Fazit: „Eine Bindehautentzündung kann viele Ursachen haben. Eine augenärztliche Untersuchung stellt sicher, dass die richtige Therapie gewählt wird, damit die Beschwerden rasch abklingen.“

 

Quelle: BVA

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