Häufigste und am längsten praktizierte Transplantation

Augenlicht retten mit Hornhautspende

Im Gegensatz zur Organspende wird hierzulande viel öfter Gewebe transplantiert, so die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) mit Sitz in Hannover. Darunter fallen unter anderem Haut, Blutgefäße und: Augenhornhäute – übrigens die häufigste Transplantation und seit mehr als 100 Jahren praktiziert. Die Hornhautspende kann zu besserem Sehen verhelfen oder sogar vor Blindheit bewahren. Anders als Organe müssen Gewebespenden nicht sofort transplantiert werden, sondern können für eine gewisse Zeit aufbewahrt werden in sogenannten Gewebebanken.

Augenlid
Foto: Pixabay

Voraussetzung für die Gewebespende sei die ausdrückliche Zustimmung des Spenders oder seiner Angehörigen. Für die Hornhautspende seien auch Brillen- und Kontaktlinsenträger und sogar Personen mit Augenerkrankungen geeignet. Der Ablauf einer Gewebespende ist wie bei der Organspende genau festgelegt.

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Spendenbereitschaft im Osten größer

Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) zählt im Jahr rund 4.000 bis 4.500 Gewebespender, wobei die Spendenbereitschaft in Ostdeutschland insgesamt höher sei, so Geschäftsführer Martin Börgel.

Weit vorne mit dabei das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern: Hier gab es im vergangenen Jahr 795 Hornhautspenden, weit mehr als benötigt. 151 Augenhornhäute wurden an dortigen Kliniken transplantiert, die übrigen wurden durch die DGFG an Empfänger anderer Bundesländer weitervermittelt. Inzwischen führe die gemeinnützige Gesellschaft fast die Hälfte aller Gewebeentnahmen und -vermittlungen in Deutschland durch.

Gewebe müssen nicht sofort transplantiert werden

Im Gegensatz zu gespendeten Organen können Gewebespenden wie Hornhäute, Haut, Blutgefäße und ähnliches in Gewebebanken für eine gewisse Zeit “zwischengelagert” werden, bis ein Empfänger gefunden ist. Diese Institutionen sind in ganz Deutschland verteilt, einige davon arbeiten in Kooperation mit der DGFG; generell sind diese aber oft an größeren Kliniken zu finden.

Auch speziell nur für Augenhornhäute gibt es „Banken“, wie zum Beispiel in Freiburg. Dort gibt es seit 2003 die „Lions Hornhautbank Baden-Württemberg“. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des „Lions Club International“ gab es eine Ausstellung zum Thema Hornhauttransplantation.

 

Quellen: siehe Links

 

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