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Technologie populationsübergreifend vergleichbar wirksam

Definierter Ablauf fürs Myopie-Management

Zeiss möchte für das Myopie-Management einen klar definierten Ablauf von der Früherkennung über die Brillenglasversorgung bis hin zur kontinuierlichen Kontrolle des gesamten Betreuungsprozesses anbieten. Die Basis dafür bieten die Studien rund um MyoCare, die Brillengläser werden durch ein wachsendes Ökosystem aus Diagnostik, Software und Workflow-Unterstützung ergänzt.

Zeiss MyoCare Myopie-Management
Produktseitig bekommt MyoCare im kommenden Frühjahr im DACH-Markt Unterstützung, dann soll die neue Generation von „Myopie-Gläsern“ auf den Markt kommen –mit variabel angeordneten Mikroelementen für unterschiedliche optischen Stärken (Foto: Zeiss)

Zeiss Vision Care hat seine bei der ARVO 2026 präsentierten neuen klinischen Daten zu den Myopie-Management-Brillengläsern aus Aalen im Nachgang mit eyebizz noch einmal geteilt. Denn bei der weltweit größten Fachkonferenz für Sehforschung und Ophthalmologie Anfang Mai in Denver (USA) konnte Zeiss erneut erfreuliche Ergebnisse rund um die Wirksamkeit von Zeiss MyoCare verkünden – was sowohl für asiatische als auch für europäische Kinder gilt, wenn man diesen Unterschied heute überhaupt noch machen möchte.

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Bei asiatischen Kindern reduziert Zeiss MyoCare die Myopieprogression nach Angaben des Herstellers über drei Jahre im Durchschnitt um 0,62 Dioptrien gegenüber Einstärkengläsern; in Augenachslänge gemessen sind das 0,28 Millimeter weniger Wachstum. Für die Variante Zeiss MyoCare S für Kids ab zehn Jahre liegen die Werte bei 0,45 Dioptrien und 0,18 Millimeter. Wegen dieser Resultate bekommt der methodische Hinweis von Zeiss eine besondere Bedeutung: Die Dreijahres-Daten sind teilweise modelliert, weil die Kontrollgruppe nach zwei Jahren aus ethischen Gründen in Interventionsgruppen überführt wurde.

Für europäische Kinder liegen nur Zweijahres-Daten vor, aber auch sie zeigen eine signifikante Reduktion um 0,38 Dioptrien und 0,22 Millimeter Achslänge. Bemerkenswert: Die Unterschiede zwischen beiden Populationen sind gering und liegen im Bereich statistischer Schwankungen. Zeiss wertet das als Beleg dafür, dass die Technologie populationsübergreifend vergleichbar wirksam ist.

Weniger Risiko für schnelle Progredienz

Besonders aufschlussreich ist laut Zeiss die Analyse der Progressionsraten innerhalb der Studienkohorte: Kinder mit Einstärkengläsern sind deutlich häufiger in der Gruppe der schnell voranschreitenden Myopien vertreten als Kinder mit MyoCare. Die Intervention könne die Progression zwar nicht stoppen, sie jedoch signifikant abschwächen, so dass bei einem Teil der Kinder ein allzu schnelles Fortschreiten des Augenlängenwachstums verhindert werden könne. Diese Fakten dürften auch für die Beratungsgespräche mit Eltern ein starkes Argument sein.

Vier Bausteine, ein Workflow

Parallel zu den Studiendaten stellt Zeiss derzeit ein integriertes Versorgungskonzept vor, das Augenoptiker bei der strukturierten Betreuung myoper Kinder und Jugendlicher unterstützen soll. Das System setzt sich aus vier aufeinander abgestimmten Bausteinen zusammen. Produktseitig bekommt MyoCare im kommenden Frühjahr im DACH-Markt Unterstützung, dann soll die neue Generation von „Myopie-Gläsern“ auf den Markt kommen: Zeiss MyoActive. Die Gläser setzen auf die sogenannte Move-Technologie: Statt fester Ringstrukturen kommen variabel angeordnete Mikroelemente mit unterschiedlichen optischen Stärken zum Einsatz.

In der Diagnostik misst ab sofort der Myo-200-Biometer die Achslänge des Auges und die zentralen Hornhautradien, basierend auf der bewährten IOL-Master-500-Technologie. Und zusätzlich soll die hauseigene Software MyoConsult digitale Datenverwaltung, Verlaufsdokumentation und Entscheidungsunterstützung ermöglichen – inklusive eines aussagekräftigen Elternreports.

/// IR

 

Artikel aus der eyebizz 4.2026 (Juli/August)