Bericht im NDR-Magazin „Markt“

Feuchte Brillenputztücher getestet

Brillenträger greifen für die Reinigung ihrer Brillengläser gerne mal zu feuchten Putztüchern: Das NDR-Magazin Markt ließ jetzt sechs feuchte Brillenputztücher an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena testen und sendete am 31. Oktober das Ergebnis. Halten die Putztücher, was sie versprechen? Und wie wirkt die Nutzung dieser Tücher auf die Brillengläser aus?

Sechs Brillenputztücher in unterschiedlichen Preisstufen wurden an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena untersucht (Preis pro 100 Tücher), und zwar von: Aldi (1,65 Euro), Lidl (1,65 Euro), Budni (1,71 Euro), Rossmann (1,78 Euro), Sidolin (5,58 Euro) und Zeiss (6,50 Euro).

Hier geht es zum Video:

Video-Brillenputztücher-Test-ndr

Bestandteil Alkohol nicht unproblematisch

Die üblicherweise verwendeten Duftstoffe und sogenannten Tenside werden in einigen Fällen auch mit Alkohol kombiniert, was aber bei einigen getesteten Produkten nicht ausdrücklich angegeben war. Die Hersteller sind erst ab einem Anteil von 20% dazu verpflichtet, dies auch zu deklarieren.

Alkohol kann aber laut Prof. Dr. Stephan Degle von der Ernst-Abbe-Hochschule bestimmte Kunststoffe angreifen, zum Beispiel Brillengläser aus Polycarbonat, die oft in Sport- und Kinderbrillen zum Einsatz kommen.

Der Fett-Test

Im Putz-Test sollten die Brillenputztücher dann mit Fett präparierte Gläser reinigen. Hier war das Ergebnis sehr ernüchternd, denn fast alle Tücher konnten das Fett nicht beseitigen, sondern lediglich verschmieren. Das beste Ergebnis erzielten die Brillenputztücher von Sidolin.

Zum Vergleich: Mit einem Mikrofasertuch ließ sich der Fettfilm fast komplett entfernen. Das Markt-Magazin fragte bei den Herstellern nach: Die feuchten Brillenputztücher seien nicht als Dauerlösung gedacht, gab zum Beispiel Zeiss als Stellungnahme ab.

Fazit

Von der Verwendung feuchter Reinigungstücher rät Degle in der NDR-Sendung ab, weil die Gläser damit in der Regel nicht richtig sauber würden, und empfiehlt stattdessen, die Brille unter Wasser abzuspülen, eventuell noch mit Spülmittel dazu, und anschließend mit einem weichen Tuch trocken zu reiben.

 

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Redaktion
Ein Kommentar zu “Feuchte Brillenputztücher getestet”
  1. Helmut Gaudek

    Vergesst doch bitte mal das Spülmittel bei der Brillenglasreinigung. In jedem Spülmittel ist eine rückfettende Komponente als Händeschutz. Ein Bierglas mit Spülmittel gespült hat einen einen Fettfilm, es hält kein Schaum. Wieso soll das beim Brillenglas anders sein? Gerade die Kundinnen, die stolz erzählen, dass sie ihre Brillengläser mit Spülmittel “reinigen” haben haben nahezu immer fettige Gläser. Wir empfehlen anstatt Spülmittel einen Glasreiniger wie Sidolin oder Ajax-Glasrein etc. Damit werden Brillengläser fettfrei sauber. Wichtig ist auch der Tipp, das vorhandene Mikrofasertuch nach spätestens 10 Einsätzen zu waschen.
    Übrigens: Ein vom Optikhandel verkauftes Brillenglaswässerchen enthält auch kein Spülmittel. Also bitte beratet Eure Kundschaft fachgerecht. Vielen Dank!

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