Anzeige
Anzeige
Zwei Beispiele für ein Dankeschön an alle

Sie kommen drauf, wie ich das meine

Liebe eyebizz-Community,

ich weiß natürlich nicht, ob Sie Marcel Michitsch kennen, aber man könnte sich beinahe über ihn ärgern. Der Enduro-Motorradfahrer ist Fan seiner Ortho-K-Linsen, die ihm sein Augenoptiker nie empfohlen habe. Vorher trug Marcel Tageslinsen, auch hierbei wundert er sich noch, dass er nie darauf angesprochen wurde, obwohl er auf der Suche nach einer geeigneten Sehhilfe für seinen Sport einige Fachgeschäfte besucht habe.

Anzeige

Sind wir ehrlich, Marcel hält uns den Spiegel vor. Rein statistisch werden Kontaktlinsen viel zu selten angeboten, na klar, weil wir uns lieber um andere Dinge kümmern. Ich schreibe extra wir und uns, um nicht vom Schreibtisch aus anklagend zu wirken. Aber besser wird es dadurch auch nicht. Kontaktlinsen gehören zur Augenoptik. Das hat sich in dem Vierteljahrhundert, seitdem ich nicht mehr im Anpassraum stehe, nicht geändert.

Themenwechsel: Was sich geändert zu haben scheint, Brillen werden so gut wie nicht mehr repariert. Ich sehe mich noch im Aceton tunkend dasitzen und kitten; heute verkauft mir die Augenoptikerin meiner Tochter gleich eine neue Brillenfassung, weil „Mittelteile werden ja nicht mehr geliefert“. Wirklich?

Was sie mir nicht angeboten hat, ist eine Brillenversicherung, obwohl sie damit arbeitet – und obwohl sie meiner Sechsjährigen die Brille verkauft hat, die der Ball der Nachbarstochter auf dem Gewissen hat. Vielleicht frag ich sie mal nach Kontaktlinsen, aber da hat die Englischlehrerin meines Sohnes ja schon gesagt, dass das bei Kindern nicht geht. Sei‘s drum: Stellvertretend für alle Versicherungen haben wir im Heft dazu etwas, weit hinter Marcel am Ende.

Und dann ist da noch Prof. Prokar Dasgupta, der aus London über eine Glasfaserverbindung einen vierarmigen Roboter in Gibraltar steuerte, um seinem über 2.000 Kilometer entfernten ­Pa­t­ienten mit einer Prostatektomie das Leben zu retten. Der Roboter entfernte ferngesteuert die Prostata des Krebspatienten. Zur Sicherheit stand in Gibraltar ein Ärzteteam bereit, das nicht eingreifen musste, weil die Operation des Professors für Urologie und Leiter des robotischen Kompetenzzentrums der London Clinic problemlos verlief.

Ingo Ruetten c Focusblue Fotografie
© Focusblue Fotografie

Warum ich das erzähle? Weil Sie mit diesem Wissen vielleicht anders auf die Story ab Seite 9 blicken. Nicht wegen des Glasfaser-Netzausbaus in Deutschland: vielmehr wegen der fantastischen Möglichkeiten der Technologie, aber bitte auch oder noch mehr wegen des Ersatz-Ärzteteams! Ich bin sicher, Sie kommen drauf, wie ich das meine.

 

Ihr Ingo Rütten

 

Editorial aus der eyebizz 2.2026 (März/April)