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„Mit Windkraft schneller, als im Ort erlaubt“

Windsurfer Stephan Gölnitz und seine Sehlösungen

Maschinenbau-Ingenieur Stephan Gölnitz hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Als stellvertretender Chefredakteur der Zeitschriften Surf und SUP hält der gebürtige Bochumer in München die Windsurf-Fahne hoch. Rund zwölf Wochen im Jahr verbringt er auf dem Wasser, testet Boards und Segel. Aufgrund einer nicht unerheblichen Weitsichtigkeit ist das eine enorme Herausforderung für seine Augen.

Windsurfen Stephan Gölnitz Sportoptik
Stephan Gölnitz in seinem Element – fürs Windsurfen findet er Einstärken-Kontaktlinsen als beste Option

Echte Windsurfer-Freaks haben mehrere Wetter-Apps auf ihrem Smartphone geladen, erzählt Stephan Gölnitz. „Vor allem wenn sie auf Bergseen surfen, kann sich schnell etwas zusammenbrauen, ein Sturm aufziehen, mit dem niemand gerechnet hat.“ Windstärke 5 (29 bis 38 km/h) ist für Normalsterbliche vielleicht lästig, für Windsurfer ein Gedicht. Dann geht die Post ab. Die Geübten kommen sogar über 50 km/h. Anfänger können auf einen kleinen Weiher mit Windstärke 2 beginnen, schnell lernen und erste Erfolgserlebnisse feiern.

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Trendsport der 90er

Das Mutterland des Surfsports ist Hawaii. „Surfin‘ U.S.A.“, 1963 erschienen und von den Beach Boys gesungen, wurde zur Hymne der Fans. Als Trendsport hatte das Windsurfen in Deutschland Anfang der 90er Jahre seinen Höhepunkt, geblieben ist das gute Image, eine treue Fangemeinde und ein lebendiges Vereinsleben. Auch am Nachwuchs fehlt es nicht, die Surfschulen laufen gut, sagt Gölnitz, der schon während des Studiums damit angefangen hat.

 

„Ich habe mir selbst viele Steine in den Weg gelegt, weil ich nicht rechtzeitig damit anfing, mit Sehhilfe Sport zu treiben.“
(Stephan Gölnitz)

 

Was ihm am Surfen fasziniert, ist die Einfachheit, mit der er, nur von Windkraft getrieben, übers Wasser gleiten kann. „Man ist mit einem leicht transportierbaren Sportgerät so schnell wie eine Hightech-Segelyacht, die Millionen kostet, und das lautlos.“ Und er legt ein Geständnis ab: „Ich hasse Motorenlärm auf dem Wasser.“

Spät entdeckte Weitsichtigkeit

Der 53-Jährige, der auch dem Stand-up-Paddeln frönt, ist weitsichtig. Seine Sehschwäche liegt aktuell bei +4,5 bis +5 Dioptrien. Sie zeigte sich schon in der Jugend, etwas beim Handballspiel („Warum kneifst du immer ein Auge zu, wenn du wirfst?“), wurde aber nie richtig abgeklärt, geschweige denn korrigiert. Gölnitz bedauert das heute: „Ich habe mir so selbst viele Steine in den Weg gelegt.“ Erst während des Maschinenbau-Studiums, als er über Stunden Getriebe mit 0,15 Millimeter Strichstärke zeichnen musste, war eine Sehhilfe unvermeidlich. Er entschied sich für eine Brille.

Fürs Windsurfen, so zeigte sich schnell, sind hingegen Einstärken-Kontaktlinsen die bessere Option, mit der er auch gut zurechtkommt. Mit den Jahren machte er dabei eine interessante Entdeckung: „Die Verträglichkeit der Linsen ist im Salzwasser überraschend gut, während sie, wenn ich auf Bergseen surfe, wo das Wasser eher hart ist, manchmal ein bisschen kleben.“ Ausprobiert hat er auch Multifokal-Linsen, doch die funktionierten für ihn nicht.

Happy mit Monatslinsen

Gölnitz surft regelmäßig in drei, vier Meter hohen Wellen. Da gehören Stürze vom Brett dazu, er wird durchgespült und gerät schon mal länger unter Wasser. Doch höchstens zwei- oder dreimal hat er in seiner 30-jährigen Surfer-Karriere eine Kontaktlinse verloren. „Einmal bin ich mit meiner Monatslinse am Ende der Tragezeit im Schwimmbecken abgetaucht und riss die Augen auf, um herauszufinden, wie gut die Linsen halten. Es hat gedauert, bis eine herausfiel.“ Die Eingewöhnung an Kontaktlinsen erwies sich für ihn rückblickend als „große Offenbarung“ nicht nur fürs Windsurfen, sondern auch für die Ausübung anderer Sportarten wie etwa Skifahren.

Stand-up Paddeln Stephan Gölnitz Sportoptik
Der 53-jährige Stephan Gölnitz frönt auch dem Stand-up-Paddeln

Laut Hersteller haben seine Monatslinsen einen integrierten UV-Schutz, auf den Stephan Gölnitz auch vertraut. In besonders sonnigen Gegenden wie Brasilien und Südafrika, wo er mehrere Wochen im Jahr mit Kollegen Surfbretter und Segel testet, trägt er zusätzlich eine Sportbrille mit UV-Schutz und Gummi-Band, die weit umschließt, manchmal noch Hut mit Krempe. In Südafrika ist das Wasser manchmal so kalt, dass er einen dicken Neoprenanzug anziehen muss, während die Luft angenehm warm ist.

Wenn regelmäßig auf Tauchstation gegangen wird, sind Brillen beim Surfen grundsätzlich hinderlich, meint Gölnitz: „Die Brille reißt dann jedes Mal vom Kopf und wird hinterhergezogen.“ Auf dem Gardasee trägt er zusätzlich zu seinen Kontaktlinsen eine Sonnenbrille. Das ist seine Heimstrecke, wo für den Profi-Surfer ein Sturz ins Wasser nahezu ausgeschlossen ist. Von Starnberg aus, wo er zusammen mit seiner Familie lebt, könne er „fast mit geschlossenen Augen“ zum Gardasee fahren.

Gleitsichtbrille im Alltag

Wenn Stephan Gölnitz nicht gerade surft, trägt er eine Gleitsichtbrille, im Büro eine Arbeitsplatzbrille. Am Strand hat er eine einfache Lesebrille dabei, die er dann zusätzlich zu seinen Kontaktlinsen aufsetzt, wenn er sich etwas notieren muss, quasi als Ersatz für den unteren Bereich des Gleitsichtglases. Eine (Sonnen-)Brille, von der Schmutz und Wasser nicht nur weitgehend, sondern ganz und gar abperlen, davon träumt auch Gölnitz.

Was Gölnitz sich von den Herstellern zudem wünschen würde, ist eine bessere Erkennbarkeit bei Kontaktlinsen, welche Seite innen und welche außen ist. „Mir passiert das manchmal, dass ich sie falsch herum einsetze und das erst nach einer Weile feststelle. So neulich beim Skifahren wieder, da musste ich dann nochmals zum Auto zurück.“

/// Jueb

 

Fotos: Nicholas Slijk, Andy Klotz

Artikel aus der eyebizz 3.2023 (April/Mai)

 

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