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Internationaler Auftritt unter GoodVision

EinDollarBrille: Neue Strategien in der Pandemie

2020 war für die Menschen weltweit und auch für die EinDollarBrille ein Jahr mit schweren Herausforderungen, zieht Martin Aufmuth, 1. Vorsitzender, sein Fazit im gerade erschienenen Jahresbericht. Ein Jahr voller kreativer Strategien im Umgang mit der Pandemie und Veränderungen im internationalen Auftritt unter der globalen Dachmarke GoodVision.

Während Deutschland im März 2020 mit Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen reagierte, gab es in den Projektländern teilweise andere Maßnahmen. So brachte die bolivianische Regierung innerhalb von nur 48 Stunden das öffentliche Leben mit strengen Ausgangsbeschränkungen fast komplett zum Erliegen. Der Projektverantwortliche von EinDollarBrille, Max Steiner, durfte als über 60-Jähriger sein Zuhause volle sechs Monate, von März bis September, nicht mehr verlassen und organisierte von dort alle Aktivitäten.

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Völlig konträr ging die brasilianische Regierung zunächst mit der Pandemie um. Mit der Folge, dass dort die Infektionszahlen wahrhaft explodierten und bereits Anfang Juni 2020 mindestens 30.000 Menschen an der Krankheit gestorben waren.

Corona vs. Armut

EinDollarBrille Jahresbericht 2020
Der Jahresbericht 2020 von EinDollarBrille ist gerade erschienen

Indien wiederum verhängte im März einen landesweiten Lockdown: Millionen von Wanderarbeitern hatten plötzlich keine Arbeit mehr, konnten aber auch keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen und waren gezwungen, teilweise über 2.000 Kilometer zu Fuß in ihre Heimatdörfer zu laufen. Dort wurden sie oftmals aus Angst vor Ansteckung nicht hineingelassen und mussten zum Teil wochenlang auf Bäumen vor den Dörfern ausharren, notdürftig von Angehörigen mit Nahrung versorgt.

In Burkina Faso versuchte die Regierung zwar, Anti-Corona-Maßnahmen wie Masken und Kontaktbeschränkungen umzusetzen, scheiterte aber an der Realität der Armut: Die Menschen hatten kein Geld für Masken und mussten nach kurzer Zeit wieder arbeiten, um zu überleben. Dazu kamen die zunehmende Bedrohung durch den Terrorismus, verbunden mit tödlichen Anschlägen auf Zivilisten – und im September dann noch schwere Überschwemmungen. Corona spielte in den Köpfen der Menschen dort bald kaum mehr eine Rolle.

Eisernes Durchhaltevermögen vor Ort

Die Mitarbeitenden in den Projekten versuchten das Beste aus der Situation zu machen: In Bolivien produzierte das Team unter strengsten Hygienemaßnahmen weiter Brillen – für die Zeit nach Corona. Der brasilianische Projektleiter Ralf Toenjes bot im Rahmen einer nationalen Sozialkampagne Corona-Tests an, um sein Team auszulasten und einen Beitrag zur Überwindung der Krise zu leisten. In Burkina Faso wurden bald wieder erste Augencamps durchgeführt, wenn auch noch mit Einschränkungen und unter strengen Hygieneregeln. In Indien wiederum führten die Mitarbeitenden nach einer kurzen Orientierungsphase in kleinen Teams Hausbesuche durch. So konnten sie die Menschen trotz verbotener Augencamps mit Brillen versorgen.

Neue Kommunikation für EinDollarBrille

Da bereits früh die gesamte interne Kommunikation auf MS Teams umgestellt wurde, war die Organisation schnell in der Lage, online zu konferieren – innerhalb Deutschlands und auch international. „Auf dem Weg, eine internationale Organisation mit einheitlichem Auftritt aufzubauen, sind wir auch ein gutes Stück weitergekommen. Seit kurzem ist unsere neue globale Website www.GoodVision.org online, die all unsere Schwester-Organisationen unter dem gemeinsamen Dach „GoodVision“ vereinigt“, so Martin Aufmuth, 1. Vorsitzender von EinDollarBrille. Die neue Website der deutschen Organisation www.EinDollarBrille.de ist bereits seit Mitte 2020 online.

„Für die globale Dachmarke GoodVision haben wir uns entschieden, weil der Name EinDollarBrille in seiner englischen Übersetzung OneDollarGlasses bei den Patienten in unseren Projektländern immer wieder zu Irritationen geführt hat: denn letztlich kostet die Brille ja nicht einen Dollar, sondern zwei bis drei ortsübliche Tageslöhne. In Deutschland halten wir jedoch weiter an unserem Namen fest. Denn die Materialkosten der EinDollarBrille liegen bei weniger als einem US-Dollar und der Verkaufspreis ist so günstig, dass sich auch Menschen diese Brille leisten können, die von einem Dollar oder weniger am Tag leben müssen.“

Kreative Strategien in der Krise

Die Corona-Krise habe, so schwer sie für viele Menschen weltweit ist, auch ihre positiven Seiten, schreibt Martin Aufmuth am Ende seines Vorworts im Jahresbericht 2020 der EinDollarBrille. „Ich persönlich bin tief beeindruckt, mit welch unglaublicher Energie und Kreativität und mit welchem Optimismus unsere Mitarbeitenden in den Projekten das Beste aus der Situation gemacht haben, den Blick stets positiv auf die Zukunft gerichtet. Wer laufend mit Überflutungen, Stürmen, politischen Verwerfungen, Krankheiten und dem Kampf ums Überleben konfrontiert ist, entwickelt Strategien, um auch mit neuartigen Krisen konstruktiv umzugehen.“

 

Wer EinDollarBrille unterstützen möchte – kann hier spenden:

Sparkasse Erlangen

IBAN: DE56 7635 0000 0060 0444 15

Oder online unter www.eindollarbrille.de/spenden

 

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