Anzeige
Anzeige
Am Ball bleiben, auf allen Kanälen

Augen-Screening bleibt ein diskutables Thema

Die letzte eyebizz-Ausgabe zu Beginn dieses Jahres sorgte mit zwei Berichten für anregende Diskussionen: Zum einen war die exklusive Meldung, dass Mirantus Health eine Kooperation in Sachsen mit der Techniker Krankenkasse beginnt, für viele Augenoptiker und Branchenteilnehmer Grund genug, noch einmal genauer auf das stetig wachsende Programm der Anbieter und den immer größer werdenden Screening-Bereich bei der opti hinzusehen. Und zum anderen überraschte der Test der optometrischen Screening-Systeme den einen oder anderen, zumindest in einem Punkt.

Augen-Screening Webinar partnerauge Screenshot
Webinar mit Thorsten Boss und partnerauge, das nach der opti die Test-Ergebnisse der optometrischen Screening-Systeme noch einmal klarstellte und zur anschließenden Diskussion einlud. (Foto: Screenshot)

Unter dem Titel „Diagnostischer Sicherheitsanker oder ein „kommunikatives KI-Tool“? hatte sich eyebizz-Autor Thorsten Boss die Lösungen einiger Anbieter angesehen und ihre Angebote miteinander verglichen, wohlwissend, dass ein solcher Leistungsvergleich nur der Orientierung dienen und keine absolute Bewertung darstellen kann. Deswegen hatte eyebizz sicherheitshalber noch ein Live-Webinar mit Boss und partnerauge geplant, das nach der opti die Ergebnisse noch einmal klarstellen und zur anschließenden Diskussion einladen wollte.

Anzeige

Der Test und die besagte Diskussion haben bewiesen, dass eine absolute Klarheit bei den Anwendern bei diesem Thema nur schwierig zu erreichen ist: Allein wegen der Fülle der Informationen braucht es eine fortwährende Kommunikation, um alle Neuigkeiten, Entwicklungen und Screening-Ansätze miteinander vergleichen zu können. Hier hinkt auch der Test, denn einige Anbieter waren im ersten Durchgang gar nicht mit dabei und werden von uns wie bereits vorab geplant schon bald nachgereicht.

Zwei Anbieter von denen, die dabei waren, waren nicht ganz glücklich. Zumindest beim Thema Rechtssicherheit gab es andere Meinungen als die im Test getroffene. „Ihr habt so viele Möglichkeiten – da ist es nicht immer einfach, bei allen Aspekten den Durchblick zu bewahren“, schrieb uns beispielsweise Dr. Amir Parasta (siehe auch Meinung in dieser Ausgabe), der dabei zugab, die eigene Kommunikation an manchen Stellen schärfen zu müssen, „damit Missverständnisse künftig gar nicht erst entstehen“.

Der Geschäftsführer von epitop stellte auch in der Live-Diskussion mit gleich acht Vertretern von Screening-Lösungen (Aufzeichnung über den Link unten) sinngemäß heraus: „Die im Fazit getroffene Aussage, die den Eindruck erwecken könnte, dass ausschließlich ein Anbieter aufgrund ärztlicher Begutachtung als rechtssicher einzuordnen sei, ist so nicht korrekt. Wir haben stets und als erste auf ärztliche Begutachtung und Verantwortung gesetzt. Sowohl bei der telemedizinischen Beurteilung durch Ärzte, aber auch bei KI‑Lösungen, die ebenfalls bei uns stets ärztlich auditiert, validiert und verantwortet werden.“

Und auch ein anderer fühlte sich leicht missverstanden: Michael Anthonsen, CEO von Retinalyze DACH, vermisste bei der Beurteilung folgenden Hinweis zu seiner KI: „Eine KI-basierte Augen-Screening-Software für Fundus-Bilder und OCT-Scans mit integriertem telemedizinischen Augenarzt-Backup für beide Bilddaten”.

Beides haben wir gerne an dieser Stelle erwähnt. Denn diese beiden Beispiele zeigen deutlich, dass es für Augenoptikerinnen und Augenoptiker nicht nur sehr wichtig ist, sondern auch sehr schwierig, die für sich optimale Lösung zu finden. Und es zeigt nachdrücklich, dass wir alle gerade deswegen am Ball bleiben müssen, auf allen Kanälen!

/// IR

 

Artikel aus der eyebizz 2.2026 (März/April)

 


Wer den KI-Test noch einmal genau erklärt und die darauf aufbauende Diskussion der acht Anbietervertreter verfolgen möchte, kann sich die Aufzeichnung in der partnerauge-Mediathek kostenfrei ansehen.