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Identität, Materialien, Vision:

Die Brillentrends auf der MIDO 2026

Wir sind, wer wir sind – und wir sind auch, wer wir sein möchten. Dieser scheinbare Widerspruch wird in der Geschichte der Brillentrends auf der MIDO 2026 sichtbar – eine Reflexion über Identität, die in einem minimalistischen, aber ausdrucksstarken Bereich Gestalt annimmt: der Brille.

MIDO 2026 Brillentrends
Brillentrends auf der MIDO 2026 (Bild: MIDO)

Die Brille sei nicht mehr nur ein ästhetisches oder funktionales Accessoire, sondern wird zu einem emotionalen und kulturellen Raum, der die Wahrnehmung von sich selbst und anderen prägen und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verdichten kann.

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In einem von Widersprüchen und Fragmentierung geprägten globalen Kontext erweise sich die Brille als Raum der Freiheit, Authentizität und Einfachheit. Das Erbe spiele dabei eine zentrale Rolle, nicht als Zwang, sondern als narrative Grundlage, aus der sich zeitgenössische Sprachen entwickeln und Empathie und Nähe erzeugen. Design, Architektur, Kunst und Natur interagierten innerhalb einer Vision, die auf ihre Ursprünge zurückblickt und gleichzeitig neue physische und mentale Geografien eröffne.

Die Kollektionen bewegten sich zwischen natürlichen und urbanen Landschaften, kulturellen Referenzen und kollektiven Erinnerungen – von den Dünen der Sahara bis zu den Vulkangebieten Islands, von Japan bis Skandinavien, über Italien und kreative Hauptstädte wie Mailand und London. Die Kunst erlebe ein starkes Comeback mit Bezügen zum Futurismus und den Stimmungen der 60er, 70er und 90er Jahre sowie des frühen 20. Jahrhunderts, mit Fliegern und Entdeckern als zeitlosen Ikonen.

Themen auf der MIDO 2026

Wasserlichter

Die Sehnsucht nach Reinheit und dem Wesentlichen nehme durch Transparenzen, ätherische Konturen und Lichtspiele Gestalt an. Materialien werden leichter, vielschichtiger und offen für prismatische und kaleidoskopische Effekte, die an Wasser, Meeresböden und Mineralien erinnern. Licht wird zu einem dynamischen Element, das Farbe und Volumen verwandeln kann und eine sensible Beziehung zwischen Brille, Gesicht und Umgebung schafft.

Magma

Materie wird über ihre Grenzen hinaus erforscht, in einem tiefgründigen Dialog mit der Natur und Archetypen. Organische, ursprüngliche und manchmal extreme Formen folgten den subtilen Schwingungen der natürlichen Welt. Eine Forschung, die die Grenze zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren überschreitet und dank fortschrittlicher und sensibler Technologien Abstraktion in eine greifbare Erfahrung verwandele.

Carnet de Voyage

Reisen wird zur Metapher für Identität. Die Kollektionen erzählen von einer zeitgenössischen Grand Tour, die Kulturen, handwerkliche Traditionen und Stadtlandschaften durchquert. Antike Symbole, Kalligrafie, neu interpretierte Archive und die Atmosphäre großer Städte verflechten sich mit Design – insbesondere skandinavischem Design – und Architektur und bringen neue Formen und konstruktive Lösungen hervor.

Hauptmerkmale der Brillentrends

Die Materialien entwickelten sich in Richtung Kreislaufwirtschaft und Umwelt-Verantwortung und prägten einen neuen, zeitgenössischen handwerklichen Luxus, in dem Bio-Kunststoffe, pflanzliche Harze, recycelte Acetate und Bio-Acetate neben natürlichen Materialien und hochinnovativen Lösungen existierten.

Das Experimentieren mit alternativen Materialien nimmt weiter zu, darunter solche, die aus Muscheln, Traubenkernen und aus Zigarettenkippen gewonnenem Cellulose-Acetat gewonnen werden. Unterdessen kehrt Metall wieder ins Rampenlicht zurück – insbesondere Titan, Stahl und recyceltes Aluminium –, das aufgrund seines geringen Gewichts, seiner Festigkeit und seiner Fähigkeit, mit Licht zu interagieren, ausgewählt wurde, wobei Edelmetalle selektiv als Designelement eingesetzt werden.

Im Namen der Zeitlosigkeit werden ikonische Formen – Aviator, Cat-Eye, Panto, Navigator, Mask und Flat-Top – durch neue Verfahren und Proportionen neu interpretiert und zeichneten sich durch klare, oft geschlechtsneutrale und inklusive Geometrien, weiche Linien, abgerundete Kanten und reduzierte Volumen oder Stärken aus. Ein skulpturaler, architektonischer Ansatz, der von Subtraktion und struktureller Präzision geprägt sei, aber auch Raum für halbrandlose und randlose Fassungen lasse, darunter auch übergroße Versionen.

Die Farbpalette folge einer neuen Zurückhaltung und bevorzugd Kristall, Schwarz, tiefe Brauntöne und Havanna, gepaart mit natürlichen Tönen wie Honig, Beige, Khaki und Grün, neben Blau-, Rot-, Burgunder-, Grau- und Rosatönen in entsättigten, mineralischen Interpretationen. Gelegentliche kräftigere Akzente – wie Gelb oder Pink – werden durch strukturelle Behandlungen, Schichtungen und spezielle Oberflächen einzigartig gestaltet.

Accessoires rundeten das ästhetische und nachhaltige Gesamtbild ab und werden zu einem integralen Bestandteil des Designs. Etuis aus veganen, biologisch abbaubaren oder recycelten Materialien stehen neben multifunktionalen Lösungen, die zur Abfallreduzierung beitragen, während klobige und feine Ketten und Clip-Ons sowohl ästhetische als auch praktische Funktionen übernehmen und Brillen zu einem immer sichtbareren, modularen Objekt machten, das auf den persönlichen Stil abgestimmt sei.

 

Quelle: MIDO (kuratiert von Alessandra Albarello)

 

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