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GfK-Auswertungen

Konsumklima: Konjunktur-Euphorie lässt nach

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im August ein etwas moderateres Bild. Während Einkommens-Erwartungen leicht steigen, müssen sowohl Konjunktur-Erwartung als auch Anschaffungs-Neigung Einbußen hinnehmen. So prognostiziert GfK für das Konsumklima im September –1,2 Punkte und damit 0,8 Punkte weniger als im August dieses Jahres (revidiert -0,4 Punkte).

Konsumklima verschlechtert sich

Neben der gesunkenen Anschaffungs-Neigung sorgt auch eine im August zunehmende Spar-Neigung dafür, dass das Konsumklima aktuell sinkt.

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Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte, meint dazu: „Deutlich steigende Inzidenzen, ein Nachlassen der Impfdynamik sowie die Diskussionen darüber, wie künftig mit ungeimpften Personen umgegangen werden soll, haben die Konsumenten spürbar verunsichert. Sie befürchten, dass Beschränkungen sogar wieder verschärft werden könnten. Dies drückt derzeit offenbar auf die Konsumstimmung.“

Hinzu komme, dass das Thema Inflation plötzlich wieder eine Rolle in der Diskussion um die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland spielt. So stiegen nach Angaben den Statistischen Bundesamtes die Lebenshaltungskosten im Juli dieses Jahres um 3,8 Prozent. Eine höhere Preissteigerungsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit 4,3 Prozent.

Bürkl weiter: „Seit Mitte dieses Jahres steigen die Preise rasant. Erfahrungsgemäß wirkt sich dies dämpfend auf die Konsumlaune aus. Zwar sind dies in erster Linie Einmal-Effekte durch das Absenken der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020. Aber angesichts der anhaltenden Niedrigzins-Phase empfinden die privaten Haushalte die Inflationsraten als noch bedrohlicher für ihre Kaufkraft.“

Konjunktur-Euphorie nimmt ab

Nach Erreichen eines 10-Jahres-Hochs im Juni 2021 schwindet die Euphorie der Verbraucher im Hinblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Im August muss die Konjunktur-Erwartung zum zweiten Mal in Folge Einbußen hinnehmen. Nach Verlusten von 13,8 Zählern sinkt der Indikator auf 40,8 Punkte.

Trotz der Verluste weise die Konjunktur-Erwartung nach wie vor ein überaus hohes Niveau auf. Dies zeige auch der entsprechende Vorjahresvergleich, der mit plus 29,1 Punkten sehr deutlich ist. Nach wie vor sehen die Konsumenten die deutsche Wirtschaft im Aufschwung, wenn auch nach ihrer Einschätzung die Dynamik etwas nachlassen dürfte.

Einkommens-Erwartung behauptet gutes Niveau

Im Gegensatz zu den Konjunktur-Erwartungen behaupten die Einkommens-Aussichten ihr gutes Niveau. Der Indikator Einkommens-Erwartung gewinnt sogar leicht hinzu (+1,5 Punkte). Aktuell weist die Einkommens-Stimmung einen Wert von 30,5 Punkten auf. Damit liegt sie knapp 18 Punkte über ihrem entsprechenden Vorjahreswert.

Bislang sind die Einkommens-Aussichten offenbar nicht von den stärker steigenden Preisen betroffen. Eine stabile Beschäftigungslage und damit einhergehend eine geringe Furcht, den Job zu verlieren, stabilisieren den Indikator.

Anschaffungs-Neigung mit moderaten Verlusten

Die Anschaffungs-Neigung kann im August offenbar nicht von den leicht steigenden Einkommens-Aussichten profitieren. Der Indikator verliert 4,5 Punkte und rutscht auf 10,3 Punkte. Gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres weist die Konsum-Neigung ein Minus von gut 33 Zählern auf.

Trotz gut gefüllter Portemonnaies ist die Konsumlaune noch verhalten. Ein ungetrübtes Einkaufserlebnis ist angesichts von Maskenpflicht und Abstandsregeln nach wie vor nicht möglich. Zudem dürften die stärker steigenden Preise ebenfalls auch die Konsum-Neigung drücken.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der einzelnen Konsumklima-Indikatoren im August im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr:

Konsumklima August 2021 Indikatoren - GfK
Konsumklima August 2021 Indikatoren (Quelle: GfK)

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung des Konsumklima-Indikators im Verlauf der letzten Jahre:

Konsumklima Prognose September 2021 Indikatoren - GfK
Konsumklima Prognose September 2021 (Quelle: GfK)

 

Quelle: GfK Nürnberg

 

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