Schlaf-Mangel erhöht Risiko für Augen-Erkrankungen
von Redaktion,
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigten laut Stiftung Auge (München), dass sowohl Dauer als auch Qualität des Schlafs mit der Sehleistung sowie häufigen alters-abhängigen Augen-Erkrankungen zusammenhängen. Besonders ungünstig: dauerhaft zu kurze oder stark gestörte Nächte.
Schlaf-Mangel erhöht das Risiko für Augen-Erkrankungen (Bild: Pixabay / Nicole Miranda)
Während der nächtlichen Ruhephasen laufen im Auge wichtige biologische Prozesse ab. Der Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflusst unter anderem die Versorgung der Netzhaut, die Befeuchtung der Augen-Oberfläche und die Regulation des Augen-Innendrucks. Besonders aktiv sei das Auge während des sogenannten REM-Schlafs, der Phase intensiven Träumens. Forschungs-Arbeiten geben Hinweise darauf, dass die ruckartigen Augenbewegungen in dieser Phase helfen könnten, Stoffwechsel-Produkte aus der Netzhaut abzutransportieren.
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Dieser nächtliche Vorgang gilt als wichtig für die Funktionsfähigkeit licht-empfindlicher Zellen. „Schlaf ist für das Auge keine Pause, sondern eine aktive Erholungs-Phase“, sagt Prof. Dr. med. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, Vorsitzender der Stiftung Auge und Experte für Netzhaut-Erkrankungen. Werden diese nächtlichen Regenerations-Prozesse gestört, kann das Folgen für die Augen-Gesundheit haben.
Sieben Stunden Schlaf pro Nacht gelten als günstig
Eine zu geringe Schlaf-Dauer beziehungsweise eine schlechte Schlaf-Qualität stehen eng in Verbindung mit der Entstehung verschiedener Gesundheits-Probleme – denn die nächtlichen Ruhephasen sind essenziell für die körperliche und geistige Regeneration. „Ein stark gestörter Schlaf-Rhythmus kann beispielsweise Stoffwechsel-Prozesse wie den Glukose-Stoffwechsel stören, wodurch die Anfälligkeit für Diabetes mellitus erhöht wird. Das wiederum begünstigt Augen-Erkrankungen wie die diabetische Retinopathie“, erklärt Prof. Dr. med. Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf und Pressesprecher der Stiftung Auge.
Weitere bevölkerungs-basierte Analysen zeigen, dass ungünstige Schlafmuster insgesamt mit einem erhöhten Risiko für alters-abhängige Augen-Erkrankungen wie dem Grauen Star, Glaukom oder diabetischen Netzhautschäden verbunden sind. Forschenden zufolge waren rund sieben Stunden Schlaf pro Nacht mit dem geringsten Erkrankungsrisiko verbunden. Es seien weitere Studien notwendig, um die Zusammenhänge und möglichen Mechanismen genauer zu erklären.
Schlaf als Faktor für die Augen-Gesundheit
Schlaf sei ein Faktor, den viele Menschen selbst beeinflussen können. Feste Zubettgeh-Zeiten, eine ausreichend lange Nachtruhe und das frühzeitige Abklären von Schlafproblemen können dazu beitragen, die Augen zu entlasten. Besonders für ältere Menschen und für Personen mit Diabetes mellitus gewinnt dieser Zusammenhang an Bedeutung, da alters-abhängige Augen-Erkrankungen in diesen Gruppen häufiger auftreten.
„Guter Schlaf ersetzt keine augenärztliche Vorsorge“, betont Holz abschließend. „Er kann aber ein wichtiger Baustein sein, um die Sehleistung bestmöglich zu unterstützen.“
Quelle: Stiftung Auge
Literaturhinweise:
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